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Diskus-Star Harting wettert gegen Bach

Eine ehrliche Haut: Diskuswerfer Robert Harting [KT_CREDIT]    FOTO: F. von Erichsen

VonGerd HolzbachDer Weltmeister kann der Bewerbung des Favoriten aber auch etwas Positives abgewinnen. Jetzt will sogar Sergej Bubka Nachfolger von Rogge ...

VonGerd Holzbach

Der Weltmeister kann der Bewerbung des Favoriten aber auch etwas Positives abgewinnen. Jetzt will sogar Sergej Bubka Nachfolger von Rogge werden.

ST. PETERSBURG/KÖLN.Rekordzahl an Bewerbern um die Nachfolge von Jacques Rogge: Sergej Bubka, als Stabhochspringer erster „6-m-Mann“ und sechsmaliger Weltmeister, hat am Dienstag in St. Petersburg im Kampf um das Präsidentenamt im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als sechster Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen.
So viele Bewerber gab es bei der Wahl der acht vorausgegangenen Präsidenten seit 1894 noch nie. Weitere Kandidaten werden vor der Abgabefrist am 6. Juni nicht mehr erwartet. Nach wie vor gilt Thomas Bach bei der Wahl
des Rogge-Nachfolgers am
10. September während der
125. IOC-Session in Buenos Aires als Favorit.
Bubka, der im Dezember 50 Jahre alt wird und mit 6,15 m (Halle) und 6,14 (Freiluft) noch immer die Weltrekorde hält, machte damit die Prognose von Rogge (71) wahr. Der scheidende IOC-Chef, der sich nach eigener Aussage ganz aus dem Wahlkampf heraushalten will, hatte hinsichtlich der Präsidentschaftskandidaten erklärt: „Ich sehe ein halbes Dutzend, die das Profil haben.“ Dabei ließ Rogge wissen: „Thomas Bach hat alle Qualitäten, die ein Präsident braucht: Er ist intelligent, kennt den Sport, liebt den Sport, kann Teams bilden, er hat das Geschick.“
Nach Bach hatten zuerst der Multimillionär Ng Ser Miang aus Singapur, wie der deutsche Favorit aktueller IOC-Vizepräsident, und Wu Ching-Kuo (Taiwan) als Präsident des Amateurbox-Weltverbandes Aiba ihre Kandidatur bekannt gegeben. Es folgten IOC-Schatzmeister Richard Carrion, ein Bänker aus Puerto Rico, und Ruder-Weltpräsident Denis Oswald (Schweiz), Mitglied der IOC-Exekutive.
Indes gewinnt Diskus-Olympiasieger Robert Harting der Kandidatur von Thomas Bach für das Präsidentenamt im IOC etwas Positives ab. „Wenn da einer gewählt wird, wird er ja seinen DOSB-Posten abgeben und es kommt endlich ein neuer Mann“, meinte er hinsichtlich der Nachfolgelösung im Deutschen Olympischen Sportbund. Harting kritisierte hinsichtlich Bachs IOC-Ambitionen: „Ist ja auch okay, dass er antritt. Ich fand nur die Aussage, dass seine Kandidatur eine Anerkennung des deutschen Sports sei, ziemlich vermessen. Unser deutscher Sport wird doch in erster Linie durch die Bevölkerung anerkannt und nicht, weil da einer kandidiert.“ Harting fordert zudem, nach den Bundestagswahlen im Herbst müsse ein Sportministerium eingerichtet werden.