Wie viele Neubrandenburger hat auch Nordkurier-Volontär Pablo Himmelspach viel Freude am Fahren mit dem Elektro-Roller.
Wie viele Neubrandenburger hat auch Nordkurier-Volontär Pablo Himmelspach viel Freude am Fahren mit dem Elektro-Roller. Henning Stallmeyer
Im Oktober vergangenen Jahres hat ein Rostocker Anbieter 100 Elektro-Roller in der Stadt aufgestellt, um den öffentlichen
Im Oktober vergangenen Jahres hat ein Rostocker Anbieter 100 Elektro-Roller in der Stadt aufgestellt, um den öffentlichen Personennah- und Radverkehr zu ergänzen. Lisa Gutzat
Positive Resonanz

▶ E-Roller kommen bei den Neubrandenburgern gut an

100 mietbare Elektro-Roller stehen seit Oktober vergangenen Jahres in der Stadt verteilt und werden von den Neubrandenburgern gut angenommen.
Neubrandenburg

Viele Neubrandenburger waren sich unsicher in der Nutzung der im Oktober 2021 plötzlich aufgetauchten Elektro-Roller. Anfangs waren eher wenige Leute zu sehen, die auf den Rollern durch die Stadt düsten. Doch mittlerweile hat sich der eine oder andere Neubrandenburger bereits an den Anblick der elektrischen Zweiräder gewöhnt, da immer mehr in Aktion sind.

100 Roller im Stadtgebiet

Um den öffentlichen Personennah- und Radverkehr zu ergänzen, stellte der Rostocker Anbieter „MIR Solutions GmbH“ 100 E-Roller der Marke „MOIN“ in Neubrandenburg auf, wie der Anbieter mitteilte. Diese können mit einer dazugehörigen App auf dem Mobiltelefon entsperrt werden, sodass eine Fahrt begonnen werden kann. Sobald der Roller auf einer in der App angezeigten Parkzone abgestellt und die Fahrt beendet wurde, wird die App ebenfalls zum Bezahlen der Nutzung verwendet.

Bis zu 40 Kilometer weit kann so ein Elektroscooter fahren bis der Akku leer ist. Und das nutzen die Neubrandenburger offenbar ordentlich aus. „Viele unserer Erwartungen wurden erfüllt, gar übertroffen. Das zeichnet Neubrandenburg unseres Erachtens als eine Stadt aus, in der geteilte Mobilität gut angenommen wird“, heißt es auf Nachfrage des Nordkuriers vom Anbieter „MIR Solutions“. Die Nutzungszahlen der Roller in Neubrandenburg würden den Zahlen anderer vergleichbarer Städte in Mecklenburg-Vorpommern ähneln.

Video: Von Alkohol bis Zahlung per App – Alles, was Sie zur Roller-Miete wissen müssen

[Video]

Nicht in allen Stadtteilen kann abgestellt werden

Doch nicht alle Neubrandenburger können mit den elektrischen Rollern bis vor die eigene Haustür kutschieren. Zwar kann in der gesamten Stadt mit den bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnellen Rollern gefahren werden, jedoch können sie nicht in allen Stadtteilen Neubrandenburgs abgestellt werden. Sowohl auf dem Datzeberg als auch in Broda gibt es keine dafür vorgesehenen Parkzonen. Schon bald könnte sich das ändern.

„Prinzipiell möchten wir jedem Bürger die Nutzung unserer Fahrzeuge an seinem Wohnort ermöglichen“, teilt der Anbieter auf Nachfrage mit. Dies hänge jedoch unter anderem von gebietsbegrenzenden Faktoren ab wie beispielsweise die zugelassene Fahrzeuganzahl in der Stadt, wobei die Gefahr einer Zerstreuung der Flotte bestehe. Auch die Akzeptanz der Bevölkerung sowie politische- beziehungsweise Verwaltungsentscheidungen spielen dabei eine Rolle, heißt es weiter von „MIR Solutions“. Von der Stadt habe es für das Aufstellen der Roller eine Sondernutzungserlaubnis gegeben sowie eine Übersicht mit Gebiets- und Abstellverbotszonen für das gesamte Stadtgebiet, wie diese auf Nachfrage des Nordkuriers mitteilte. „Entsprechend dieser Übersicht wäre es dem Anbieter schon jetzt möglich, auch eine Nutzung in den Stadtgebieten Broda und Datzeberg anzubieten“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Mit der Stadt Neubrandenburg sei der Anbieter nach eigenen Angaben in regem, produktivem Austausch.

Moderne GPS-Technik kann E-Roller überall orten

Da die E-Scooter zum „erlaubnisfreien Gemeingebrauch“ gehören, wie die Stadt einst mitteilte, dürfen sie entsprechend auch ohne weitere Auflagen in der Öffentlichkeit abgestellt werden (der Nordkurier berichtete). Bei Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) löste dies anfangs Zweifel aus. „Ich persönlich finde, dass das dem Stadtbild nicht zuträglich ist“, sagte der Rathauschef bei einer Stadtvertretersitzung im Oktober vergangenen Jahres. Immerhin sorgen die elektrischen Roller in vielen Großstädten meist für unschöne Anblicke, liegen teilweise wie weggeworfen auf den Straßen herum. Der eine oder andere Roller landete dabei sogar im Wasser.

Doch in Neubrandenburg hat es bisher keine „ertrunkenen“ Roller gegeben, wie die Polizei mitteilt. Seit Oktober 2021 bis Dezember hat es jedoch zwei Unfälle mit den „MOIN“-Rollern gegeben, heißt es weiter von der Polizei. Abhanden gekommen sei laut Anbieter bisher kein einziger Roller in Neubrandenburg, trotz einzelner Versuche. „Sollte dies versucht werden, sind wir durch moderne GPS-Technik schnell am Ort des Geschehens, lassen jeden Versuch strafrechtlich verfolgen“, betont der Anbieter.

Komplett verschont bleiben die Roller jedoch auch nicht, Beschädigungen blieben nicht aus. Der Anbieter „MIR Solutions“ spricht von zum Betriebsalltag gehörenden Vandalismus und einer teilweisen Machtlosigkeit gegen Zerstörungswut oder Abenteuerlust von Menschen. Wann die Roller in allen Stadtgebieten abgestellt werden können, bleibt noch offen.

zur Homepage