FESTSPIELE MV IN GOLCHEN

Ein ganzes Dorf ist voller Musik

Golchen stand am Freitag im Mittelpunkt des Geschehens der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Cellistin Harriet Krijgh war Gast. Aber die Golchener konnten sich auch über einen ganz besonderen Preis freuen, den der Nordkurier ausgelobt hatte.
In den Kindern der Tückhuder Waldkita hatte Cellistin Harriet Krijgh aufmerksame Zuhörer.
In den Kindern der Tückhuder Waldkita hatte Cellistin Harriet Krijgh aufmerksame Zuhörer. Bärbel Gudat
Die 16-jährige Josy Benda von der Musikschule Altentreptow erfreute die Festspielgäste mit ihrem Gesang.
Die 16-jährige Josy Benda von der Musikschule Altentreptow erfreute die Festspielgäste mit ihrem Gesang. Bärbel Gudat
Die stellvertretende Chefredakteurin Marion Richardt überreichte Lothar Sommer im Beisein von Bürgermeister Gerhard Fu
Die stellvertretende Chefredakteurin Marion Richardt überreichte Lothar Sommer im Beisein von Bürgermeister Gerhard Fuchs den Nordkurier-Spielstättenpreis. Bärbel Gudat
Cellistin Harriet Krijgh probte am Nachmittag noch einmal mit ihrer Kammermusikpartnerin Magda Amara.
Cellistin Harriet Krijgh probte am Nachmittag noch einmal mit ihrer Kammermusikpartnerin Magda Amara. Bärbel Gudat
Die Frauen des Projektchores Golchen sorgten mit ihrem Auftritt für gute Laune.
Die Frauen des Projektchores Golchen sorgten mit ihrem Auftritt für gute Laune. Bärbel Gudat
Golchen.

Ehe am Freitagabend das viel umjubelte Festkonzert begann, war Cellistin Harriet Krijgh, begleitet von ihren Gastgebern, in Golchen mit dem Fahrrad unterwegs. Ziel am Vormittag war die Wald-kita in Tückhude. Voller Neugier erwarteten die sieben Kinder ihren Besuch. Der Konzertsaal hielt etwas Besonders für die niederländische Musikerin bereit: ein grünes Blätterdach. Aus Holz waren die rustikalen Sitzbänke und Hocker gezimmert. Bunte Sitzkissen transportierten die Steppkes mit Hilfe ihre Erzieherinnen in einem Bollerwagen. Ihr Gast bekam auf dem kleinen Holzhocker einen ganzen Stapel gepackt.

Vögel zwitscherten gleich mit, als Harriet Krijgh auf ihrem Cello zu spielen begann. 400 Jahre ist es alt, hat nur vier Saiten, der Bogen ist 200 Jahre alt, erzählte sie den staunenden Kindern. Auch dass ihr Bogen mit Pferdeschwanzhaaren bespannt wird, die mit Harz bestrichen werden, faszinierte sie. Die Kleinen durften sich sogar mit Hilfe der Cellistin am Instrument versuchen. Anfangs waren alle zögerlich, aber nach und nach hielten selbst die Kleinsten den Bogen.

Die junge Musikerin versprach wiederzukommen, was die großen und kleinen Golchener gern hörten. „Ich bin dann aber nicht mehr da“, musste ein Sechsjähriger loswerden, „ich bin dann schon in der Schule in Burow.“ „Dann komme ich da hin“, versicherte sie.

Am Nachmittag hieß es noch, kurz mit ihrer langjährigen Kammermusikpartnerin Magda Amara zu proben, ehe das Konzert um 19.30 Uhr begann.

Für die Zwischenzeit hatten sich die Golchener für ihre Gäste am Nachmittag ein eigenes Vorprogramm ausgedacht. Pastor Christian Bauer von der Kirchengemeinde Hohenmocker berichtete von der Grüneberg-Orgel. Deren Einbau lässt sich um 1830 eingrenzen. Der Erbauer war August Wilhelm Grüneberg, der Vater des berühmten Orgelbauers Barnin Grüneberg. Die Orgel ist heute eine von drei Orgeln in Vorpommern, die seiner Werkstatt entstammen, noch dazu die am besten erhaltene. Aber sie muss dennoch unbedingt restauriert werden. 50 000 Euro würde es kosten. „Wir werden kleine Schritte gehen“, sagte der Pastor.

Trotz Ferienzeit präsentierten sich außerdem Josy Benda, Helen Johnson, Finn Goepel und Stepahnie Schneider von der Musikschule Altentreptow und wurden für ihre Vorträge gefeiert. Genauso wie die Frauen vom Projektchor Golchen unter Leitung von Dagmar Sommer. Sie zeigten, dass Musik von Mark Foster auch in der Golchener Kirche funktioniert und für gute Laune sorgen kann. Es regnete zwar kein Konfetti, aber unter rhythmischem Klatschen wurden Zugaben gefordert.

Es gab an diesem Tag für das Dorf noch einen besonderen Preis, den die stellvertretende Chefredakteurin des Nordkuriers, Marion Richardt, dem Golchener Bürgermeister Gerhard Fuchs, dem Leiter des Kulturkreises, Lothar Sommer, und Pastor Christian Bauer überreichte.

Die Jury hatte sich entschieden, dass Golchen den Spielstättenpreis des Nordkurier bekommen soll. 5000 Euro hat die Gemeinde jetzt für Konzerte zur Verfügung. 300 Euro haben sie aber von diesem Geld abgezwackt. Sie kauften einen Kopierer. Und eins ist sicher: Das Konzert hat wie erhofft das Engagement der Ehrenamtlichen vor Ort noch einmal in ganz besonderer Weise geadelt.

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