VIDEO-PREMIERE

▶️ Ein Song über die Lebensfreude am Tollensesee

Der Auftritt, für den sich vier Musiker aus Neubrandenburg eigens zur Band „One Trick Pony“ zusammentaten, kann Corona-bedingt nicht stattfinden. Trotzdem veröffentlichen sie heute ihren neuen Song.
Das Video ist am Tollensesee entstanden und lädt dazu ein, den Sommer nach der langen Corona-Pause endlich zu genie&szlig
Das Video ist am Tollensesee entstanden und lädt dazu ein, den Sommer nach der langen Corona-Pause endlich zu genießen. One Trick Pony/Youtube
(Noch) Gezügelte Energie im Probenraum: Marcel „Marshall” Beuter, Bert Eugen Wenndorff, Falko Mehlberg und Pe
(Noch) Gezügelte Energie im Probenraum: Marcel „Marshall” Beuter, Bert Eugen Wenndorff, Falko Mehlberg und Peer Pfütze (von links) lassen als OneTrickPony von sich hören. Susanne Schulz
Neubrandenburg ·

Leichtigkeit und Lebensfreude, Luft und Licht und gute Laune – vieles, was im Corona-Jahr abhandengekommen scheint, bündelt sich in dreieinhalb Minuten Musik von der Seenplatte. „Not The End“ heißt der Song und verspricht, dass aktueller Kummer, Schmerz, Ärger „nicht das Ende“ ist; und trumpft auf mit Spaß am Augenblick, an Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Am Freitag wird er veröffentlicht – samt einem Video, in dem eine launige Fahrrad-Verfolgungsjagd in eine Band-Session auf einem Hügel am Tollensesee mündet. „One Trick Pony” heißt die Band, die sich in dieser Zusammensetzung erst vor einem halben Jahr zusammentat, und zwar für einen einzigen Auftritt.

Somit ist die Band-Geschichte schon eine Anekdote für sich: Begonnen hat sie mit einer Anfrage des Neubrandenburger Veranstaltungszentrums VZN an Marcel Beuter, besser bekannt als Marshall, spätestens seit seinen Auftritten in der TV-Show „The Voice of Germany“. Es ging ums Vorprogramm für das große Open-Air-Konzert zum Vier-Tore-Fest – aber bitte mit Band statt solistisch.

Schlagzeug war seit Jahren ungenutzt

Mit wem er gut und freundschaftlich Musik machen kann, musste Marshall nicht lange überlegen. Mit seinem Nachbarn und Magical-Mystery-Band-Keyboarder Bert Wenndorff zum Beispiel – wie Zuhörer ihrer gemeinsamen Balkonkonzerte in der Innenstadt in den vergangenen Wochen live erleben durften. Mit Bassist Peer Pfütze, mit dem er vor 20 Jahren schon in der Band Nevis spielte und der heute neben seinem Beruf als Sozialarbeiter auch bei Loopolia Musik macht. Und mit Falko Mehlberg, dem er „die schönste Auftrittsanfrage meines Lebens“ verdankt: Um einen Auftritt zu seinem 40. Geburtstag bat der Mann aus dem öffentlichen Dienst mit einem Video, in dem er das seit Jahren ungenutzte Schlagzeug mal wieder zum Einsatz brachte. Mit beeindruckender Wirkung; eine Musikerfreundschaft war geboren. Als es dann um das einmalige Konzertprojekt ging, war Mehlberg erste Wahl fürs Schlagzeug. „Was wir spielen wollen, funktioniert nur mit einem guten Drummer“, sagt Wenndorff – Mehlbergs Spiel und Energie hätten ihn „geflasht“.

Auf der Setlist stehen „Songs, die wir mögen und die nicht jede andere Band in der Gegend spielt“: Songs der jüngeren Rockgeschichte, von den Foo Fighters bis Kings of Leon, von Pearl Jam bis Coldplay. Eine Schnittmenge der persönlichen Geschmäcker, stellt Peer Pfütze fest. Musik, bei der das Publikum „abgeht“, ist Wenndorff überzeugt. „Songs, die jeder kennt. Aber wenn Marshall sie singt, sind sie noch mal was Besonderes“, verspricht Falko Mehlberg.

Und dann ist da jener eigene Song, der „einfach so“ entstand. In einer Zeit, in der alle musikalischen Auftritte wegbrachen; als Langeweile in Kreativität umschlug und Beuter dennoch nach einem Balkonkonzert darüber sinnierte, das Songschreiben sei gerade nicht so seins. Zwei Stunden später klingelte er seinen Musikernachbarn heraus: mit den Strophen zu „Not The End“; der Refrain entstand am nächsten Tag.

„Wir wollten Hoffnung machen, den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

„Das ist uns einfach so passiert, und Marshall hatte auch gleich eine Idee fürs Video“, erzählt Wenndorff. Der Clip entstand mit dem filmischen Können von Steffen Peter an einem windigen Junitag; sowohl die Radfahrten – auch mal eben freihändig, weil Gitarre spielend – als auch der Dreh auf dem Hügel brauchten nur wenige Durchläufe.

„Wir wollten Hoffnung machen, den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, beschreibt Marshall. „Daher war es uns wichtig, dass der Song jetzt erscheint, nicht irgendwann nach Corona“, ergänzt Wenndorff. Dass der Auftritt, für den die Band entstand, nun nicht stattfinden wird, finden die Jungs unterdessen nicht so schlimm: „Das Ziel ist die Reise dorthin, und die geht weiter.“ Die Vereinbarung, 2021 beim Vier-Tore-Fest aufzutreten, steht.

Da gilt es natürlich noch, über den Bandnamen „One Trick Pony“ zu reden. Was wörtlich auf ein Zirkuspferd verweisen könnte, das nur einen Trick beherrscht, steht sinnbildlich dafür, auf einem speziellen Gebiet firm zu sein. „Wir machen das Eine, was wir gut können: Musik“, sagt Marshall. Mögliche Parallelen zu einem „One Hit Wonder“ nimmt die Band launig in Kauf. Aber wer weiß, ob die Jungs nicht doch auf den Geschmack gekommen sind und „Not The End“ erst der Anfang ist.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

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Kommentare (1)

Ist halt nur blöd, dass gerade die ältere, sehr Heimatverbundene Generation den Text nicht versteht. Dann kann man es lassen.