Das Feuer in der BAZ-Halle war Schlusspunkt der Oststadt-Brandserie im März.
Das Feuer in der BAZ-Halle war Schlusspunkt der Oststadt-Brandserie im März. Felix Gadewolz
Polizei-Ermittlungen

Ein Verdächtiger und viele offene Fragen bei Oststadt-Bränden

Bei der Brandserie in der Oststadt geht die Polizei mittlerweile nicht mehr von nur einem Brandstifter aus. In einem Fall gibt es nun sogar Tatverdächtige.
Neubrandenburg

Mehr als sechs Wochen nach einem Brand in der Neubrandenburger BAZ-Halle ist die Polizei einen gewichtigen Schritt weiter. Es seien „Tatverdächtige namhaft gemacht” worden, sagte Polizeisprecher Alexander Gombert auf Nordkurier-Anfrage. Die Ermittler gingen davon aus, dass diese am 27. März in der heruntergekommenen Halle des einstigen Berufsausbildungszentrums (BAZ) Sperrmüll angezündet haben. Der formal-juristische Vorwurf: Sachbeschädigung durch Feuer.

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Weitere Informationen wollte die Polizei noch nicht geben, die Befragungen der Verdächtigen stünden noch aus. Möglichst bald solle der Fall jedoch an die Staatsanwaltschaft übergeben werden. Immer wieder brennt die einstige und mittlerweile verwahrloste Mehrzweckhalle, die einem privaten Eigentümer gehört. Den größten Brand der jüngeren Vergangenheit hatte es im November 2020 gegeben. In dessen Folge wurde gegen zwei Jugendliche Anklage erhoben.

Kein Verdächtiger bei Brandserie

Das Feuer am 27. März war zugleich aber auch der Schlusspunkt einer so wohl nie da gewesenen Brandserie in der Oststadt. Innerhalb von zwei Wochen brannte es neun Mal, die Polizei ermittelt in sieben Fällen wegen schwerer Brandstiftung. Drei Mal brannten Keller im allerersten WBS-70-Block der Koszaliner Straße 1-7, zwei Mal Keller in der Koszaliner Straße 14 und 16, zwei Feuer gab es zudem in der Robert-Kochstraße, bei der die Flammen auf die Fassade des Wohnblocks übergingen.

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Ein Ermittlungserfolg wie bei der BAZ-Halle habe sich hier noch nicht eingestellt, räumt Alexander Gombert ein. Die Ermittler würden derzeit aber davon ausgehen, dass die Feuer an den drei Standorten nicht unbedingt im Zusammenhang stehen müssen.

Erhöhte Polizeipräsenz

Also waren mehrere mutmaßlichen Brandstifter in der Oststadt am Werk? So zumindest die Theorie, die die Beamten aus ihren bisherigen Ermittlungen ableiten. Faktisch seien es bei sieben Vorfällen sogar sieben Ermittlungsakten, doch zumindest bei den Bränden am gleichen Tatort gehe man weiter von einem direkten Zusammenhang aus, erläuterte Gombert.

Doch ein wirklicher Durchbruch bei der Suche nach den Tätern fehlt noch immer. Daran änderte auch die erhöhte Polizeipräsenz in der Oststadt nicht. Vergangenen Monat fielen uniformierte und zivile Beamte den Bewohnern verstärkt auf, wie diese dem Nordkurier berichteten. Viele Befragungen wurden durchgeführt, öffentlichkeitswirksam zeigte die Polizei, mit allen Mitteln an der Aufklärung zu arbeiten. „Wir waren sehr viel im Nahbereich der Tatorte unterwegs, bestätigt Polizeisprecher Gombert. Es hätten sich auch Hinweise ergeben, denen ebenfalls weiter nachgegangen wird. Doch die Ermittlungen dauern noch an.

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