GROßE PLÄNE

Entsteht in Brunn der größte Solarpark Deutschlands?

Der geplante Bau eines Solarparks versetzt Teile der Gemeinde Brunn in einen Ausnahmezustand. Die Einwohnerversammlung muss wegen des erwarteten Andrangs nach draußen verlegt werden, auch eine Demo ist geplant.
Die Gegner des Solarparks sorgen sich um die Landschaft und die Natur direkt vor ihrer Tür.
Die Gegner des Solarparks sorgen sich um die Landschaft und die Natur direkt vor ihrer Tür. privat/ZVG
Die Bürgerinitiative „Kleiner Landgraben” um die Vorstandsmitglieder Regina Gohla, Danny Wodrich und Michael
Die Bürgerinitiative „Kleiner Landgraben” um die Vorstandsmitglieder Regina Gohla, Danny Wodrich und Michael Freund (v.l.) will ruft für Freitag zur Demonstration auf. Susanne Schulz
Die Einwohnerversammlung wurde vorsorglich nach draußen verlegt. gegenüber vom haus der Diesnte wird am Freitag das
Die Einwohnerversammlung wurde vorsorglich nach draußen verlegt. gegenüber vom haus der Diesnte wird am Freitag das Festzelt aufgebaut werden, in dem möglichst viele Bürger Platz finden sollen. Tim Prahle
Die geplanten Solaranlagen in Brunn führen in der Gemeinde zu Diskussionen.
Die geplanten Solaranlagen in Brunn führen in der Gemeinde zu Diskussionen. Tim Prahle
Die geplanten Solaranlagen in Brunn führen in der Gemeinde zu Diskussionen.
Die geplanten Solaranlagen in Brunn führen in der Gemeinde zu Diskussionen. Symbolbil - Tim Prahle
Brunn.

In der Nähe der Orte Brunn und Ganzkow könnte der vermutlich größte Solarpark Deutschlands entstehen. Rund die Hälfte von 400 Hektar Planungsfläche könnte dort nach Plänen eines Investors bebaut werden. Doch noch wurde nicht mal ein Bauverfahren eingeleitet.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die Einwohner bei der Entscheidung mitnehmen wollen“, betont Brunns Bürgemeister Christian Schenk. Welche Auswirkungen das Bauprojekt auf das Leben im Ort haben könnte, soll auf einer Einwohnerversammlung thematisiert werden. Dort will Schenk erklären, weswegen sich die Gemeindevertreter aktuell mit dem Vorhaben befassen. Der Investor will das Projekt umfangreich vorstellen, das Bauamt Neverin liefert grundlegende Fakten zu weiteren Schritten. Dann gehe es in die offene Diskussion, kündigt der Bürgermeister an.

Die erste Demo seit vielen, vielen Jahren

Das Interesse der Bürger wird aktuell sehr hoch eingeschätzt. Am Freitag (7. Februar) ab 18 Uhr, eine Stunde vor Beginn der Einwohnerversammlung in einem Festzelt gegenüber des Hauses der Dienste, will die Bürgerinitiative „Kleiner Landgraben“ demonstrieren. Sie lehnt das Projekt ab, will insbesondere eine Vernichtung der Natur verhindern. Dass sich die rund 125 Mitstreiter vom Gegenteil überzeugt werden können, ist wohl ausgeschlossen. „Wir wollen unter keinen Umständen im Niedermoorgebiet Solaranlagen“, sagt Vorstandsmitglied Danny Wodrich. „Dieser Standpunkt ist fix.“ Darüber hinaus kündigt er an, dass sich die Mitglieder während der Demonstration Fragen stellen werden und um Mitstreiter werben. Wichtig sei es jetzt, Präsenz zu zeigen, so Wodrich. Es stehe im Übrigen schon jetzt fest, dass die Bürgerinitiative auch nach der Debatte um den Solarpark weiter bestehen bleibe und sich für die Natur und die vier Dörfer im Gemeindegebiet weiter einsetzen wolle.

Noch keine Entscheidung getroffen

Der Brunner Bürgermeister sieht die Gegenbewegung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt er. Es sei gut, dass sich in Brunn die Einwohner so einsetzen. „Aber wenn wir die Zukunft gestalten wollen, brauchen wir Geld.“ Die Gemeinde lebe aktuell von Kassenkrediten. „Da muss man verstehen, wieso weder ich noch einer der Gemeindevertreter diese Idee einfach vom Tisch wischt“, erklärt er. Doch die Bürgerinitiative dürfte dem Vernehmen nach mit ordentlich Selbstbewusstsein am Freitag anrücken. Zumindest war sie in den vergangenen Wochen bereits unterwegs, um Unterschriften gegen den Solarpark zu sammeln. Wie viele zusammenkamen, soll am Freitag gesagt werden. Mit dieser Aktion möchte der Bürgermeister nicht glücklich werden. „Ich finde es etwas unfair. Es ist noch gar keine Entscheidung getroffen worden und die Bürger haben am Freitag die Möglichkeit, sich vollumfassend zu informieren und eine Entscheidung zu treffen“; sagt er. Weswegen bereits im Vorfeld Gegenstimmen gesammelt werden müssten, könne er nicht verstehen.

Dass der schon jetzt massive Protest dem Ruf der Gemeinde schade, will Schenk nicht befürchten. „Ich bin Optimist. Wir werden auch nicht daran zugrunde gehen, wenn der Solarpark nicht kommt. Aber ich bin davon überzeugt, dass es uns mit ihm besser gehen würde.“ Wichtig sei, dass es eine sachliche Diskussion gibt, fügt Schenk hinzu. Dann sei die Chance am größten, dass sich jeder seine Meinung bilden kann.Sollten sich die Einwohner tatsächlich mehrheitlich für den Bau aussprechen, steht das Projekt zumindest schon mal am Anfang.

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Kommentare (5)

Ein paar wenige werden Millionen verdienen, dass ganze Volk wird mit hohen Stromkosten bezahlen und der gute Boden ist verloren. Schon heute zahlt jeder Bürger 60 % seiner Stromkosten für diesen Blödsinn und es wird durch dieses Projekt weiter teurer. Unverantwortlich so was zu machen.

einen Bürgermeister der "seine" Heimat für ein paar Euros verkauft dürfen Sie bei den nächsten Wahlen gerne durch Nichtwahl belohnen.

Ich verstehe nicht, daß immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden. Photovoltaik ist eine absolute Zukunftstechnologie, aber dafür kann man doch nicht 400 h unverbaute Fläche opfern! Es gibt schon so viele versiegelte Flächen, wie Dächer, Industriebrachen und ähnliches die sich hervorragend Nutzen lassen.
Warum gibt es keine vernünftige Förderung für Privathaushalte mehr? Das wäre der richtige weg. Dezentralisierung der Energiegewinnung. Und nicht das fördern von Investoren und Konzernen.
Hier geht es meiner Meinung nach, nicht um Nachhaltigkeit, sondern um puren Profit.

Da sind wir mal auf einer Linie.... :-)

Man muß in die Zukunft investieren, aber nicht zu dem Preis gesunde Natur zu zerstören. Das steht doch im Widerspruch. Aber da kommen "Verkaufsprofis", die uns das auch als gut verkaufen wollen. Mal sehen, was sie uns morgen erzählen werden.