Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) will das geplante Aus für die Behandlung sehr kleiner Frühgeborener im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum doch noch verhindern.
Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) will das geplante Aus für die Behandlung sehr kleiner Frühgeborener im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum doch noch verhindern. Britta Pedersen, Jens Büttner, NK-Montage
Hoffnungsschimmer

Erhalt der Frühchen-Station Neubrandenburg doch noch möglich?

Die Nachricht vom baldigen Aus der Spezial-Station für Frühchen in Neubrandenburg war für viele am Donnerstag ein Schock. Nun macht MVs Gesundheitsministerin Drese wieder Hoffnung.
dpa
Neubrandenburg

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) will das ab 2023 geplante Aus für die Behandlung sehr kleiner Frühgeborener in Neubrandenburg doch noch verhindern. Das Gesundheitsministerium strebe für 2023 eine Ausnahmegenehmigung für das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum an, erklärte die Ministerin auch gegenüber dem Nordkurier. Der Antrag sei bei den Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen in Mecklenburg-Vorpommern gestellt. Deren Stellungnahme liege aber noch nicht vor. Wenn dies vorliege, werde das Ministerium mit den Kassen sprechen, um „das gesetzlich erforderliche Einvernehmen über eine Ausnahmegenehmigung zu erreichen.“

Doch laut Nordkurier-Informationen teilte die AOK Nordost bereits mit, dass sie nicht bereit ist, "Ausnahmegenehmigungen für dieses Perinatalzentrum mitzutragen, weil unser Fokus darauf liegt, das Sterberisiko für die kleinsten Frühchen zu reduzieren".

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Laut Mitteilung der AOK Nordost in Berlin von Donnerstag, sollen Neugeborene mit weniger als 1250 Gramm Geburtsgewicht ab 2023 nicht mehr in Neubrandenburg behandelt werden. Zu wenige Fälle seien 2022 in dem sogenannten Perinatalzentrum Level 1 der Klinik behandelt worden, um die notwendige Qualität sicherzustellen, hieß es in der Begründung laut einer Fachkommission der Krankenkassen und Ersatzkassen. Eine Zusage für die Behandlung so kleiner Frühchen bekamen demnach die Helios Kliniken Schwerin und das Südstadtklinikum Rostock..

Auch die Uniklinik Greifswald bekam eine Zusage. Es blieb aber unklar, ob dies nur für ein Jahr gilt. Für 2023 gelten 20 solcher Frühchen-Behandlungsfälle pro Klinik laut Fachkommission als Untergrenze, ab 2024 sollen es 25 Fälle sein. In Neubrandenburg wurden seit 2012 zwischen 20 und 5 Fälle pro Jahr behandelt. In Greifswald waren es zuletzt 20 Fälle im Jahr.

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Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) hatte die Entscheidung scharf kritisiert. „Das ist für mich rücksichtslos“, sagte Witt mit Blick auf die Medizin-Versorgung im ländlichen Raum. Auch die Erreichbarkeit der Häuser müsse berücksichtigt werden. Das Neubrandenburger Krankenhaus versorgt Patienten aus der Mecklenburgischen Seenplatte und der brandenburgischen Uckermark. Allein die Seenplatte ist doppelt so groß wie das gesamte Saarland.

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