Am 18. Mai hat es auf dem Bootsschuppen-Areal in Neubrandenburg in der Schillerstraße zum dritten Mal gebrannt. Die Poli
Am 18. Mai hat es auf dem Bootsschuppen-Areal in Neubrandenburg in der Schillerstraße zum dritten Mal gebrannt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und befragte mögliche Zeugen. Mirko Hertrich
Bootsschuppen

▶ Ermittlungsgruppe nach Brandstiftungen gegründet

Die Polizei hat zu den Bootsschuppen-Bränden in Neubrandenburg eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet. Nachts sollen dort regelmäßig Streifen stattfinden.
Neubrandenburg

Nach einer Serie von Brandstiftungen an Bootsschuppen in Neubrandenburg hat die Kriminalpolizei eine Ermittlungsgruppe gegründet. Dieser Schritt sei bereits nach der zweiten mutmaßlichen Brandstiftung vom 5. Mai erfolgt, sagte Polizeisprecherin Susanne Ossenschmidt am Mittwoch dem Nordkurier. Sie bestehe aus erfahrenen Beamten, die „mehreren Ermittlungsansätzen intensiv nachgehen”.

Die Neubrandenburger Polizei hat nach eigenen Angaben in dem Bereich der Bootsschuppen an der Schillerstraße ihre Präsenz bereits verstärkt. Neben den auf Hochtouren laufenden kriminalpolizeilichen Ermittlungen seien die Schutzbeamten sensibilisiert worden und würden regelmäßig Streife fahren.

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In der großen Bootsschuppen-Anlage am Oberbach hatte es am Mittwochmorgen zum dritten Mal innerhalb gut eines Monats gebrannt. In allen drei Fällen bestehen Hinweise auf Brandstiftung. Der bislang entstandene Schaden an Schuppen und Booten wird auf knapp 1,5 Millionen Euro beziffert. Alleine die Beräumung der Brandruinen soll einen einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten.

13 Schuppen teils komplett zerstört

Bei dem erneuten Brand im Bootshaus-Areal am Neubrandenburger Oberbach wurden am Mittwochmorgen 13 Schuppen zum Teil komplett zerstört. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Brandstiftung eingeleitet worden, teilte die Polizei am Vormittag mit. Der Sachschaden könnte gegenwärtig noch nicht konkret beziffert werden, werde aber auf rund 100.000 Euro geschätzt. Die eingesetzten Feuerwehren konnten die Ausdehnung der Flammen auf die Nachbarschuppen und ein angrenzendes Restaurant verhindern. Der Brand war nach etwa eineinhalb Stunden gelöscht.

Laut Polizei hatte den neuen Brand zuerst eine Frau am Mittwoch gegen 2.30 Uhr gemeldet. Weitere Zeugen und Hinweisgeber können sich im Polizeirevier Neubrandenburg unter der Telefonnummer 0395 55825224 oder in der Internetwache melden.

480 Schuppen in der Anlage

Zu der Anlage gehören insgesamt 480 Bootsschuppen, die teils noch aus den 1920er- und 1930er-Jahren oder DDR-Zeiten stammen. Die Stadt ist Besitzer der Wasserflächen, die sie für einen geringen jährlichen Betrag an die Bootsschuppen-Nutzer verpachtet. Am Mittwoch versammelten sich dort zahlreiche Pächter und zeigten sich erschrocken.

In diesem Jahr hat es Bereits zwei Brände auf dem Gelände gegeben. Zuerst an Ostern wurden dabei mehrere Gebäude beschädigt. Noch gravierender war ein Brand am 5. Mai, der vermutlich ebenfalls gelegt wurde. Durch die Flammen wurden 60 Bootsschuppen größtenteils komplett zerstört oder beschädigt.

Die Stadt will die Kosten in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrags für die Beräumung des Areals vorerst übernehmen, will aber versuchen, sich das aber später von den Pächtern zurückholen.

Mehr dazu: Großbrand – Neubrandenburgs Bürgermeister Witt kündigt Hilfe an

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