Die letzten Meter zu Fuß über die Brücke und dann ging’s am Sonnabend los auf die Tour rund um den Tolle
Die letzten Meter zu Fuß über die Brücke und dann ging’s am Sonnabend los auf die Tour rund um den Tollensesee. Thomas Beigang
Zweiradtag Neubrandenburg

Erste ADFC-Tour seit zwei Jahren – mit dem Rad um den Tollensesee

Nach jahrelanger Zwangspause rief der traditionelle Zweiradtag wieder zum Abenteuer Tollensesee-Rundfahrt. Die Zahl der Teilnehmer blieb aber unter den Erwartungen.
Neubrandenburg

Die beiden Ruheständler haben sich gerade erst neue Räder gekauft, blitzblank stehen die beiden Gefährte unter der Morgensonne im Neubrandenburger Kulturpark. Gudrun und Detlef Johannsen schwimmen aber "gegen den Strom": Die Neubrandenburger haben sich anders als viele andere Senioren gegen ein Fahrrad entschieden, das mit Elektrokraft unterstützt wird.

„Wir bewegen uns gern und strengen uns dabei auch gern noch etwas an“, sagt Gudrun Johannsen. Schon mit den Vorgängern der beiden Räder seien sie ziemlich regelmäßig unterwegs gewesen.

Werbegemeinschaft und AOK diesmal nicht an Bord

So wie am Sonnabend mit den zwei Neulingen. Die Neubrandenburger Regionalgruppe des ADFC, des Fahrradclubs, hat nach zwei Jahren coronabedingter Zwangspause wieder zu ihrem Zweiradtag eingeladen. Leider ohne die Unterstützer vergangener Jahre, als die Werbegemeinschaft der Innenstadt-Geschäfte und die Krankenkasse AOK noch mit an Bord waren. Die wollten oder konnten nicht mehr, heißt es bei den organisierten Radfahrern.

Also ist man kurzerhand aus der Innenstadt weggezogen, wo der Zweiradtag früher über die Bühne ging, und hat sich im Kulturpark „eingemietet“. Wenige Meter neben der Oberbachbrücke warten der Neubrandenburger ADFC-Chef René Martin und seine Mitstreiter auf die Teilnehmer. Zwei Euro kostet die Teilnahme – am Nachmittag wird das Startgeld an die Opferhilfsorganisation Weißer Ring gespendet.

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So viel, wie von den Mitstreitern erhofft, wird es aber nicht. Mit 100 Teilnehmern hat man gerechnet, sagt Martin, angemeldet haben sich gut 50. Pünktlich um 10 Uhr geht’s los – die ersten Meter allerdings zu Fuß. Ordentlich, wie es die Verkehrsordnung hier verlangt, schieben die Frauen, Männer und Kinder – der jüngste Teilnehmer zählt acht Jahre – ihre Räder die steile Oberbachbrücke rauf und wieder runter. Dann gibt’s aber kein Halten mehr, Tourleiter Martin verlangt noch mal familienfreundliches Tempo, dann geht’s los.

Fitness und gute Laune halten bis zum Schluss

Unter den Rädern, die jetzt rund 38 Kilometer unter die Reifen nehmen, ist auch eines auf seiner Jungfernfahrt. Ein Neubrandenburger Jung-Rentner hat sich das gute Teil, ein E-Bike, erst vor wenigen Tagen von seinem Fahrrad-Händler abgeholt und freut sich auf die Tour. „Ach“, sagt der Mann und grinst, „in unserem Alter darf man E-Bike fahren“.

Mit auf Tour gehen auch zwei Männer, die für die Gesundheit verantwortlich sind. Fabian Ludewig und Tom Schmidt haben dabei ganz schön an ihren Rucksäcken zu schleppen. Die beiden gehören zum Sanitätsdienst Neubrandenburg und haben alles mit, was sie im Ernstfall brauchen – sogar einen Defibrillator.

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Aber die Leute um sie herum sehen alle fit aus – und haben gute Laune. Die, freut sich am frühen Nachmittag der Organisator René Martin, blieb bis zum Schluss erhalten. Die Rettungssanitäter hatten nichts zu tun und die Tour hat allen Spaß gemacht.

 

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