Das neue Zusatzschild soll am kommenden Mittwoch offiziell enthüllt werden.
Das neue Zusatzschild soll am kommenden Mittwoch offiziell enthüllt werden. ZVG
„Breist” für „Breest”

Erstes plattdeutsches Ortsschild in MV steht im Tollensewinkel

Dank der Initiative eines engagierten Einwohners bekommt der Ort jetzt einen amtlich genehmigten plattdeutschen Zusatznamen. Es ist eine Premiere in MV.
Altentreptow

Als erstes Dorf in ganz Mecklenburg-Vorpommern wird Breest im Amt Treptower Tollensewinkel einen plattdeutschen Zusatznamen erhalten. Die Idee dazu stammt von Günther Ewert, der sich bereits im Frühjahr 2021 bei der Gemeindevertretung dafür stark gemacht hatte und im Heimatverband MV einen Unterstützer fand.

„Unserer Empfehlung folgend recherchierte Herr Ewert in seinem Ort nach alten Schreibweisen und nahm auch Kontakt zu heimatgeschichtlich interessierten Personen auf, konnte aber keine schriftlichen Überlieferungen für den Gebrauch des plattdeutschen Ortsnamens finden“, berichtet Dr. Karola Stark, Geschäftsstellenleiterin des Heimatverbandes in Vorpommern. Daher habe er sich an andere Plattsprecher gewandt, um die mögliche Schreibweise und auch den tatsächlichen mündlichen Gebrauch des plattdeutschen Ortsnamens für Breest bestätigen zu lassen.

Nur zwei Schilder notwendig

In Zusammenarbeit mit der Philologischen Fakultät der Universität Greifswald sei dabei die niederdeutsche Übersetzung „Breist“ herausgekommen, welche künftig auf den neuen Ortszusatzschildern zu lesen sein wird. Ewert hatte von Anfang an geplant, sie seinem Dorf als Geschenk zu machen. Die Gemeindevertretung nahm die Spende von knapp 117 Euro mit einem offiziellen Beschluss auf ihrer jüngsten Sitzung an. Da der Ort mit knapp 140 Einwohnern ein Straßendorf ist, brauche er auch nur zwei Schilder, so der Heimatverband. Die offizielle Enthüllung soll am kommenden Mittwoch um 11 Uhr im Beisein aller Beteiligten erfolgen.

Breest wird jedoch aller Voraussicht nach nicht die einzige Kommune mit einem plattdeutschen Zusatznamen bleiben. Denn der Landtag hatte auf einen Vorschlag des Infrastrukturministerium hin im vergangenen Jahr den Weg für diese Möglichkeit geebnet, um die Mundart wieder stärker ins Bewusstsein der Bewohner und Gäste zu rücken. Ewert sei letztlich der Schnellste unter den bisherigen Bewerbern gewesen. Denn laut Heimatverband würden aktuell sechs Orte an solchen Plänen arbeiten.

In Mecklenburg-Vorpommern können Kommunen seit März 2021 auf amtlichen Schildern einen plattdeutschen Ortsnamen ausweisen. In einem Verfahren müssen die philologischen Fakultäten der Universitäten Rostock und Greifswald als Fachbehörden den jeweiligen Vorschlägen zustimmen. Damit soll das Plattdeutsche wieder stärker ins Bewusstsein der Bewohner und Gäste rücken. Durch die Corona-Pandemie waren solche Bestrebungen aber verzögert worden.

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