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Olympiastützpunkt

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Ex-DLV-Präsident wettert gegen Seehofers Sparpläne

Ex-Präsident Helmut Digel (hier im Gespräch mit SCN-Trainerin Franka Dietzsch) hat sich für den Club stark gemacht.
Ex-Präsident Helmut Digel (hier im Gespräch mit SCN-Trainerin Franka Dietzsch) hat sich für den Club stark gemacht.
Heiko Brosin

Bei einer Veranstaltung des SC Neubrandenburg hat sich der ehemalige Leichtathletikverbands-Vorsitzende für den Erhalt des Stützpunktes stark gemacht.

Der ehemalige Präsident des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV), Helmut Digel, hat sich für den Erhalt der Bundesstützpunkte Kanu und Triathlon in Neubrandenburg ausgesprochen.

Bei einer Sponsorenveranstaltung des SC Neubrandenburg sagte Digel, der von 1993 bis 2001 den DLV führte, dass die Voraussetzungen für Leichtathletik, Kanu und Triathlon beim SCN so gut seien wie bei kaum einem anderen Verein in Deutschland. Neubrandenburg sei ein idealer Ort für diese olympischen Sportarten. Das aufzugeben, wäre eine Schande.

Die geplante Leistungssportreform in Deutschland, in deren Zuge Kanu und Triathlon in Neubrandenburg gestrichen werden könnten, bezeichnete Digel als eigenartig. „Wie soll eine Krise in sechs Jahren bewältigt werden, die Leute, die das wollen, haben keine Ahnung von Hochleistungssport. Alles wird nur punktuell gesehen, aber nicht langfristig”, sagte er.

Club hat große Bedeutung

SCN-Präsident Heinrich Nostheide erklärte, dass der Club von großer Bedeutung für Neubrandenburg sei und deshalb mit aller Macht um den Erhalt aller Sportarten gekämpft werden müsse.

Dabei seien alle gefragt – Stadt, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Politik, Sponsoren und Vereine. „Aber auch wir müssen etwas dafür tun, zum Beispiel unser Sichtungssystem verbessern, damit wir wieder mehr Kaderathleten ausbilden”, sagte er.

Nostheide kritisierte, dass angesichts der Diskussion um die zukünftige Sportförderung kein Vertreter des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Veranstaltung des SCN zugegen war.

Auch die Segler wären betroffen

Nach den Plänen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der auch für den Sport zuständig ist, würden in Mecklenburg-Vorpommern die Kanuten und die Triathleten in Neubrandenburg sowie die Segler in Warnemünde vor dem Aus als Stützpunkte des Leistungssports stehen.

Hintergrund sind Umstrukturierungspläne des Bundes im Spitzensport nach dem mehrfachen nicht besonders erfolgreichen Abschneiden deutscher Athleten bei großen internationalen Wettkämpfen. Das Fördergeld solle besser auf ausgewählte Standorte konzentriert werden.

Die Ergebnisse der derzeitigen Stützpunkt-Überprüfung bei der Sportministerkonferenz sollen im November vorgestellt werden. Danach werde eine Entscheidung fallen, heißt es.