KUNDGEBUNG

Fahrrad-Club fordert mehr Platz für Radler in Neubrandenburg

Für mehr Platz für Radler ist der ADFC auf die Straße gegangen oder besser gesagt in die Fußgängerzone. Dort wurde mit einer Aktion gezeigt, wie viel Platz für einen sicheren Radweg notwendig wäre.
Für mehr Platz im Straßenverkehr hat der ADFC mit einer Aktion in der Neubrandenburger Fußgängerzone am Marktplatz C
Für mehr Platz im Straßenverkehr hat der ADFC mit einer Aktion in der Neubrandenburger Fußgängerzone am Marktplatz Center demonstriert. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Mit einer symbolischen Aktion hat der der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club am Samstag in der Neubrandenburger Innenstadt mehr Platz für Radfahrer eingefordert. In der Fußgängerzone in der Treptower Straße am Marktplatz Center wurde ein etwa fünf Meter langer und 2,5 Meter breiter Fahrradweg per Folie temporär „ausgerollt“. Zugleich wurde die Fußgängerzone per Absperrbändern und Pollern so verjüngt, dass Radfahrer den symbolischen Radweg auch benutzen mussten.

„Viele haben sich am Anfang gar nicht getraut, die Stelle zu passieren, waren dann aber ganz erstaunt, wie viel Platz sie auf einem solchen Radweg hätten“, sagte der Vorsitzende des ADFC Tollense, René Martin, am Rande der Kundgebung, zu der sich seinen Worten nach rund 35 ADFC-Mitglieder eingefunden haben. Unter den Demonstranten war auch der Landesvorsitzende des ADFC, Horst Krumpen.

Das wünscht sich der Club für Neubrandenburg

Mit der bundesweiten Kampagne #MehrPlatzFürsRad will der ADFC auf die Platzdebatte im Straßenverkehr aufmerksam machen. Der Fahrrad-Club macht sich dabei stark für gute und breite Radwege, sichere Kreuzungen, sowie viel mehr Fahrrad-Abstellanlagen. Für Neubrandenburg wünscht sich der ADFC unter anderem ein Fahrrad-Konzept – beispielsweise mit durchgehenden Nord-Süd- sowie Ost-West-Radverbindungen. Dafür könnte sich der ADFC auch eine Aufhebung der Sperrzeiten für Radfahrer auf dem Boulevard vorstellen mit einem farblich abgegrenzten Fahrradstreifen. Zugleich spricht sich der Interessenverband für mehr Kontrollen von Radfahrern aus sowie die Schaffung von mehr öffentlichen Ladestationen für die zunehmende Zahl an E-Bikes.

Nicht einmal der Polizeiwagen hat die Autofahrer abgeschreckt

ADFC-Landeschef Krumpen monierte grundsätzlich, dass der Fahrradverkehr in der Stadt und auch auf dem Land „zu wenig mitgedacht” werde. Als Ort für die Kundgebung habe man sich bewusst für die Fußgängerzone in der Treptower Straße entschieden, weil dort sehr viele Autos einfahren, obwohl diese nur zu bestimmten Zeiten für den Lieferverkehr frei sei. Dies habe sich auch während er Kundgebung gezeigt. Nicht einmal der Polizeiwagen, der zur Absicherung der Kundgebung abgestellt war, habe die Autofahrer abgehalten. In der Tat fuhren mehrere Pkw-Lenker während der Demonstration in die Fußgängerzone, um dort zu parken. Die Polizei machte sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam.

Um Autofahrern die unbefugte Einfahrt in die Fußgängerzone schwerer zu machen, wird aktuell die südliche Einfahrt durch Schilder und Poller auf vier Meter verengt. Zudem soll das Gehwegband der Dümperstraße wie im restlichen Bereich der Straße „durchgebaut“ werden und eine optische Abgrenzung schaffen. Durch die Bauarbeiten ist die Einfahrt aktuell allerdings deutlich schmaler, was offenbar kaum einen Parkwilligen abschreckt. Immer noch parken dort vor allem Einheimische, um schnelle Besorgungen zu machen oder Essen zu gehen.

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