BETRUG

Falsche Polizisten aus Neubrandenburg ganz oben auf BKA-Fahndungsliste

Sie stehen zwischen dem untergetauchten Wirecard-Manager Jan Marsalek und der verschwundenen Maddie: Das BKA sucht Hinweise auf falsche Polizisten aus Neubrandenburg.
So sollen die falschen Polizisten ausgesehen haben.
So sollen die falschen Polizisten ausgesehen haben. Polizei
Neubrandenburg.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat zwei falsche Polizisten aus Neubrandenburg (Hinweis: In der mobilen Ansicht kann es zu Problemen bei der Darstellung der Seite des BKA kommen.) auf Platz zwei seiner Fahndungsliste gesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, am 14. Januar 2020 einen 88-jährigen Neubrandenburger um Bargeld und Schmuck von rund 40.000 Euro betrogen zu haben. Die beiden Gesuchten stehen ganz weit oben auf der Liste - hinter dem untergetauchten Wirecard-Manager Jan Marsalek und vor einem Foto der seit mehr als 13 Jahren verschwundenen Maddie McCann.

Phantombilder der Gesuchten

Die Beamten suchen mit Phantombildern nach den beiden Männern. Bisherige Ermittlungen hätten keine Erkenntnisse über die Täter gebracht, so die Polizei. Die Personenbeschreibung lautet wie folgt:

Erster Tatverdächtiger

35 bis 40 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, schlank, schwarze, leicht lockige Haare, kurzer Oberlippenbart, braune Lederjacke, braune Stoffhose und dunkelbraune Lederschuhe, gepflegtes Äußeres.

Zweiter Tatverdächtiger

35 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß, schlank, schwarze gelockte Haare mit weit nach unten gehenden Koteletten, braune Stoffjacke, dunkle Hose und braune Lederschuhe, gepflegtes Äußeres.

Die beiden Männer stellten sich als spanische Polizisten vor, die mit der Kripo Neubrandenburg zusammenarbeiten würden. Sie hätten in Spanien zwei Personen festgenommen, die dem Rentner elektrische Geräte sowie ein Messer-Set verkauft haben sollen – vor eineinhalb Jahren. Genau das stimmt sogar, hieß es damals im Polizeibericht. Der Neubrandenburger hatte tatsächlich 2018 von zwei Männern die Waren in einer Art „Haustürgeschäft” für mehrere Hundert Euro gekauft. Damals hätten sich die Verkäufer ebenfalls als Spanier vorgestellt. Sie behaupteten, dass sie die Technik und das Messer-Set verkaufen wollen, weil sie die Gegenstände nicht mit ins Flugzeug zurück in ihr Land nehmen können.

Die falschen Polizisten befragten den Mann weiter. Währenddessen hätten sie ihn aufgefordert, sein Bargeld zur Prüfung abzugeben. Er könne sich die Scheine am Abend wieder im Neubrandenburger Revier abholen. Der Senior übergab den Trickbetrügern mehr als 30 000 Euro. Als er sein Geld am Abend auf dem Revier wieder abholen wollte, flog der Betrug auf.

Täter stahlen auch teuren Schmuck

Darüber hinaus wurde bekannt, dass dem 86-Jährigen neben dem Bargeld auch diverse Schmuckstücke entwendet wurden. Auch diesen Schmuck im Wert von etwa 10.000 Euro hatten die angeblichen spanischen Polizisten zur Überprüfung mitgenommen. Dabei handelt es sich um mehrere goldene Ringe (teilweise mit Brillanten), Korallenohrringe, Armreifen und Halsketten. Drei dieser Schmuckstücke weisen individuelle Merkmale auf, durch die man sie zuordnen könnte. Dabei handelt es sich zum einen um zwei goldene Eheringe mit der Gravur „28.09.1963“ und einen Herren-Siegelring aus 333er Gold mit den Initialen FK.

Nach Erkenntnissen der echten Polizei vom Januar waren die angeblichen Polizisten nicht die gleichen Männer, die dem 86-Jährigen im Jahr 2018 die Technik und das Messer-Set verkauft hatten.

Die Polizei sucht weiterhin mögliche Zeugen, denen die mutmaßlichen Täter aufgefallen sind oder womöglich selbst Opfer einer solchen Betrugsmasche wurden. Zeugen melden sich bitte an die Einsatzleitstelle unter 039555822224, die Internetwache der Landespolizei M-V unter www.polizei.mvnet.de oder an jede andere Polizeidienststelle.

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