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Falscher Rettungsassistent im Einsatz für das DRK

In Neubrandenburg gab sich ein Mann als Rettungsassistent aus.
In Neubrandenburg gab sich ein Mann als Rettungsassistent aus.
Nicolas Armer

Monatelang war ein Mann im medizinischen Noteinsatz tätig, ohne die nötigen Qualifikationen zu besitzen. Das Rote Kreuz bestätigt den Fall, hüllt sich aber sonst in Schweigen.

Auf der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Neubrandenburg war monatelang ein Mann als Rettungsassistent im Einsatz, ohne über die erforderlichen Papiere zu verfügen. Marina Voß, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Neubrandenburg, bestätigte eine Information des Nordkurier, wonach ein Rettungsassistent mit gefälschten Papieren beschäftigt worden sei.

Im Zuge einer Kontrolle sei der Schwindel aufgeflogen. „Da die betreffende Person den Verdacht nicht ausräumen konnte, haben wir nötige Schritte eingeleitet und Anzeige erstattet”, erklärte Voß.

Beim Einsatz auf dem Rettungswagen gibt es eine klare Hierarchie von Notfallsanitäter, Rettungsassistent und Rettungssanitäter. Der Rettungsassistent steht damit an zweiter Stelle. Er hat eine zweijährige Ausbildung mit staatlicher Prüfung hinter sich. Die Notfallsanitäter ersetzen nach und nach den Beruf des Rettungsassistenten.

DRK will sich nicht weiter äußern

Wie es dazu kam, dass sich der Mann unter Vortäuschung falscher Tatsachen in das DRK einschleichen konnte, ließ Geschäftsführerin Voß offen. Nachdem vermehrt Informationen an das Rote Kreuz herangetragen worden seien, dass gefälschte Urkunden über den Nachweis der Berufsbezeichnung „Rettungsassistent” im Umlauf seien, habe man intern die Überprüfung aller Qualifizierungsnachweise beschlossen. Daraufhin sei man auf die mutmaßlich gefälschte Urkunde gestoßen.

Es stellt sich die Frage nach den Lehren, die das DRK und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte als Auftraggeber für den Rettungsdienst aus dem Fall ziehen. Auch hierzu gab es keine Antworten. Angesichts des laufenden Verfahrens wolle man sich nicht äußern, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Auch der DRK-Landesverband schwieg sich bislang aus.