FUßGÄNGERZONE

Falschfahrer in Neubrandenburg sollen bestraft werden

Die Zahl der Verkehrssünder in der Treptower Straße in Neubrandenburg nimmt nicht ab. Stadtpolitiker haben einen Grund für das Falschparken ausgemacht.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Für die Warenausgabe an Kunden des Media Markts gilt eine Sonderparkregelung. Diese stellt SPD-Ratsherr Roman Oppermann anges
Für die Warenausgabe an Kunden des Media Markts gilt eine Sonderparkregelung. Diese stellt SPD-Ratsherr Roman Oppermann angesichts der Falschparker-Problematik nun infrage. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Der Ärger um die Verkehrssituation in der Treptower Straße in Neubrandenburg reißt nicht ab. Trotz neuer Gehwegpflasterung und verengter Einfahrt biegen nach wie vor ständig Autos in die Fußgängerzone ein und werden dort geparkt. Die Insassen gehen dann in aller Ruhe einkaufen oder essen. Ein Poller zur Verengung der Einfahrt auf vier Meter wurde wenige Tage nach Aufstellung gleich umgefahren.

Die Situation stößt den Stadtvertretern sauer auf, ihnen war versprochen worden, dass die Investition, deren Umsetzung im Sommer sich auch noch verzögert hatte, Abhilfe schafft. 7500 Euro waren für die Baumaßnahmen veranschlagt.

Neubrandenburger Verkehrssünder abkassieren

„Unerträglich“ geißelte Stadtvertreter Hans-Jürgen Schwanke (CDU) die Verkehrslage. „Wir machen uns zum Gespött“, schimpfte er jüngst im Betriebsausschuss, der schon jahrelang um eine wirksame Lösung gekämpft hatte. Die Kosten für die „vorsichtigen baulichen Veränderungen“ hätte die Stadt sich sparen können und solle stattdessen lieber ordnungsrechtlich tätig werden, sprich: die Verkehrssünder abkassieren.

„Da müssen wir uns noch mal drum kümmern“, forderte auch Ratsherr Rainer Kirchhefer (Bündnis 90/Grüne). Die Beschilderung in der gegenwärtigen Form markiere eher eine „Einfahrtschneise“, als dass sie am Weiterfahren hindere. Aus Kosten- und auch ästhetischen Gründen hatte die Stadt sich zunächst gegen die Installation eines Pollers oder einer Schranke entschieden. Zugelassen ist auf der Treptower Straße nur Lieferverkehr zu festgelegten Zeiten; ganztägig wird die Fußgängerzone jedoch von Privat-Pkw befahren, wie der Nordkurier wiederholt thematisierte.

Dem jetzt frisch gewählten Vorsitzenden des Betriebsausschusses, Roman Oppermann (SPD), platzte jetzt der Kragen. Kurz vor seinem Urlaub griff er zum Telefon und hob ein Thema aufs Tableau, das er als eine Ursache dafür sieht, dass viele Autofahrer ihre Gefährte in der Fußgängerzone abstellen: die Sondererlaubnis für den Elektronikfachhandel Mediamarkt, der seine Warenabholung dort hat. Entsprechend sieht man viele Menschen, die große Fernseher oder anderes Geräte zu ihren geparkten Autos schleppen. Dafür dürfen sie auch in die Fußgängerzone einfahren, der Markt hat dazu eine Sondererlaubnis der Stadt.

„Da lachen sich doch alle einen Ast ab“

Geht es nach Oppermann, soll damit Schluss ein. Er schlägt vor, dass zwei bis drei Parkplätze um die Ecke in der Dümperstraße für solche Kunden freigehalten werden, sie aber nicht mehr in die Fußgängerzone einfahren dürfen. Der SPD-Mann könnte sich auch vorstellen, die Einfahrt mit einem Poller oder einer Schranke zu versehen.

Er macht sich ebenfalls für mehr Kontrollen stark. Sollte die personellen Kapazitäten des Ordnungsamtes nicht ausreichen, kann sich der Ausschussvorsitzende auch den Einsatz privater Dienste vorstellen, wie das schon etwa auf Parkplätzen von Supermärkten praktiziert wird.

In jedem Fall wünscht er sich breitere Poller. Mindestens zwölf auf zwölf Zentimeter sollten die Barrieren seiner Auffassung nach an Ausmaßen haben. In dem Abstand zwischen den Pollern von vier Metern sieht er nur eine geringe Einfahrthürde: „Da lachen sich doch alle einen Ast.“

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Kommentare (5)

Warum benennt eigentlich niemand auch mal die Lieferfahrzeuge als Fußgänger gefährdend! Solange angeliefert werden muss herrscht dort Verkehr! Vielleicht sollte man ab einer bestimmten Uhrzeit komplett sperren, dann kann man dort tatsächlich bummeln!!

Der Lieferverkehr hat lt. Straßenschild (siehe Foto) einschränkende Zeiten. Straßenschilder werden von oben nach unten gelesen: Fußgängerzone, Lieferverkehr frei, für Lieferverkehr eingeschränkte Zeiten, Radfahrer frei. Schon früher habe ich gefragt, wer auf diesem Kopfsteinpflaster bummeln will, wenn vor den Häuserzeilen unfallfreie Gehwege sind ?

Sie haben uns schon öfter mit Ihren Bummelphantasien beglückt.... Wenn niemand antwortet scheint dass ja was zu bedeuten... Grützwurst sieht auch aus wie.... Naja..... Gegessen wird Sie trotzdem gerne....

Richtig, das gemeine Volk muss man bestrafen , bestrafen und immer wieder bestrafen!!!

Was für "Kapazitäten" im Ordnungsamt sitzen, kann gerne in dem umfangreichen Schriftwechsel der Fahrschule Beisler mit dem Ordnungsamt und dem Oberbürgermeister nachgelesen werden. Inhaber, Gäste, Personal und Lieferfahrzeuge eines Imbisses dürfen dort seit Jahren unbehelligt von den "Kapazitäten" des Ordnungsamtes den Gehweg befahren, so dass den Fußgängern nur die Straße übrig geblieben ist, um den Fahrzeugen auszuweichen. Imbissbesitzer mit ausländischer Herkunft muß man sein, Steuerzahler, dann darf man Gesetzesverstöße begehen, so viel man will, ohne dass sie geahndet werden. Und mit diesen Steuern werden die "Kapazitäten" des Ordnungsamts bezahlt. Wie heißt es doch so schön: Man beißt nicht in die Hand, die einem das Futter reicht.