KLINIK ÜBERLAUFEN?

Gerüchte zu Corona-Impfung geistern durchs Netz

In den sozialen Medien kursieren derzeit Gerüchte, dass im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum massenhaft Patienten mit Impfnebenwirkungen behandelt werden. Was sagt die Klinik dazu?
Das Klinikum Neubrandenburg dementiert Gerüchte.
Das Klinikum Neubrandenburg dementiert Gerüchte. ZVG
Das Gerücht kursiert, dass im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum viele Patienten mit Imfpnebenwirkungen behand
Das Gerücht kursiert, dass im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum viele Patienten mit Imfpnebenwirkungen behandelt werden sollen. Klinikum, © Corona_Borealis – stock.adobe.com
Neubrandenburg ·

„Gerade von einer Kundin, einer Krankenschwester erfahren: Im Klinikum Neubrandenburg werden derzeit massig schwerwiegende Impfnebenwirkungen behandelt und dem Personal wird verboten, darüber zu reden”. Meldungen wie diese verbreiten sich seit einigen Tagen rasant in den sogenannten sozialen Medien.

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Der Nordkurier hat beim Neubrandenburger Dietrich-Bonheoffer-Klinikum nachgefragt. Die Antwort: „Uns liegen keine Informationen zu stationären Patienten mit nachgewiesenen Impfnebenwirkungen vor. Bei einem gehäuften Vorkommen würde die Krankenhausleitung umgehend informiert werden”. Allerdings machte die Klinikleitung auch deutlich, dass dem Krankenhaus in der Vergangenheit vereinzelt Patienten zugewiesen worden seien, „deren Beschwerden in kurzem zeitlichem Abstand zu einer Corona-Impfung auftraten und bei denen der Verdacht auf eine Impfnebenwirkung naheliegt”. Es müsse aber noch genauer untersucht werden, ob sich der Verdacht bestätige oder ob alternative Ursachen für die Beschwerden verantwortlich sind.

Fieber und Gliederschmerzen

Generell muss man bei Impfungen zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen unterscheiden. Reaktionen treten innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Impfung auf und dauern meistens nur ein, zwei Tage. Bei der Corona-Impfung können das Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Fieber oder Gliederschmerzen sein. Impfreaktionen sind ein Zeichen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert, daher sind sie unbedenklich.

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Impfnebenwirkungen hingegen halten länger an und sollten von einem Arzt untersucht werden. Als Faustregel gilt: Wer mehr als vier Tage nach einer Impfung noch starke körperliche Beschwerden verspürt, sollte einen Arzt aufsuchen. Dazu gehören unter anderem Schwellungen, körperliche Lähmungen, anhaltende Kopfschmerzen, Atemnot, Brustschmerzen oder Hautblutungen.

Zwei schwere allergische Reaktionen

In Neubrandenburg jedoch geht man, basierend auf den Impfungen der eigenen Mitarbeiter, generell von einer allgemein guten Verträglichkeit der Impfstoffe aus. Von den rund 1600 Mitarbeitern, die im ersten Halbjahr 2021 im Klinikum geimpft wurden, seien in zwei Fällen schwerere allergische Reaktionen aufgetreten, bei denen den Mitarbeitenden im Haus aber schnell geholfen werden konnte.

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„In sehr wenigen Einzelfällen führte die Impfung zu größeren Problemen mit bestehenden Vorerkrankungen”, teilte die Klinikleitung dem Nordkurier mit. Auch zum vermeintlichen Redeverbot für das Personal äußerte sich das Klinikum: „Jeder Mitarbeitende hat eine Verpflichtungserklärung zum Datenschutz und zur Informationssicherheit unterschrieben, die ihn dazu verpflichtet, alle Informationen, die er aufgrund seiner Arbeit erhält, vertraulich zu behandeln”. Personenbezogene Daten seien generell gesetzlich geschützt und Gesundheitsdaten zählten zu den besonders sensiblen personenbezogenen Daten mit noch höherem Schutzstatus.

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