Streit um Zahlung

Familie bei Neubrandenburg wurde Wasser abgestellt

Bei einer fünfköpfigen Familie aus der Nähe von Neubrandenburg war das Wasser abgestellt worden. Dabei hatte sie mit verzögerten Zahlungen an die Stadtwerke gar nichts zu tun. Jetzt brachte ein gerichtlicher Vergleich Klärung.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Wasseruhr
Wasseruhr Jens Büttner
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Neubrandenburg.

Die Erleichterung ist Valerie W.* deutlich anzumerken: Nach einer Woche ohne Wasserversorgung ist in ihrem Reihenhaus in einem Dorf bei Neubrandenburg das kostbare Nass wieder verfügbar. Wegen offener Zahlungsforderungen an den Vermieter, die bereits über einen Zeitraum von zwei Jahren aufgelaufen waren, hatten die Stadtwerke am 20. März das Wasser abgestellt.

Tagelang ohne Wasser

Die Mieter waren somit Leidtragende eines Konflikts, den sie nicht verschuldet hatten. Diese Tatsache hatte das Versorgungsunternehmen offenbar letztlich bewogen, am Mittwoch bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Vermieter einen Vergleich vorzuschlagen. Der Verhandlung am Amtsgericht sei die Sperrung wegen der Zahlungsrückstände des Hauseigentümers berechtigt sei. Nach dem üblichen Prozedere könne sie erst aufgehoben werden, wenn der ausstehende Betrag eingehe. Das habe man der betroffenen Familie jedoch nicht zumuten wollen und daher nach Übermittlung eines Überweisungsbelegs die Entsperrung veranlasst.

Tagelang hatte die fünfköpfige Familie am eigenen Leib erleben müssen, wie selbstverständlich in unserem Alltag „fließend Wasser” ist und wie schlimm, wenn es ausbleibt – zumal sie eine Auseinandersetzung ausbaden musste, zu deren Lösung sie selbst nichts beitragen konnte. „Wir bedauern die äußerst unglücklichen Umstände für die Familie, die unverschuldet in diese Lage gekommen ist”, versichern die Stadtwerke. Versorgungsunterbrechungen könnten indessen auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden, wenn Zahlungsrückstände bestehen.

Ähnliches Ungemach, wenn auch „mit Ansage”, droht derzeit auch zum wiederholten Male Mieter der BLW GbR in der Großen Wollweberstraße in Neubrandenburg. Dort soll am 3. April die Fernwärmeversorgung unterbrochen worden, weil die Vermieterin offene Forderungen auch nach mehreren Mahnungen und der Androhung einer Sperrung nicht beglich.

* Name von der Redaktion geändert