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Familien erfüllen sich Traum vom gemeinsamen Altern

Zurzeit ruht der Bau. Das Dach ist drauf und die Fenster drin. Bis zum Sommer soll alles fertig sein.
Zurzeit ruht der Bau. Das Dach ist drauf und die Fenster drin. Bis zum Sommer soll alles fertig sein.
Bärbel Gudat

Für vier Neubrandenburger Familien steht fest: Sie wollen zusammen alt werden. Dafür suchten und fanden sie eine Bleibe. Dieses Traumhaus entsteht zurzeit am Steep.

Früher haben sie im Freundeskreis über Kinder, Beruf, den Hausbau oder einfach nur über „die guten alten Zeiten“ an der Sportschule geredet, erinnert sich Frank-Rüdiger Behrens. Die meisten kennen sich schon seit fast 40 Jahren, noch als Sportler des SCN, aber auch durch den Beruf. Jetzt sind sie zwischen 55 und 60 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter änderten sich die Themen in der Runde, hat nicht nur er beobachtet. Mehr und mehr prägte das Erlebte mit den Eltern ihre Unterhaltungen. Deren gesundheitlichen Probleme, Todesfälle und Einsamkeit forderten die Kinder immer öfter, gerade wenn sie nicht in der Nähe wohnen. Mitunter musste schnell eine Pflegekraft gefunden werden oder ein Heimplatz.

Wie wird es sein, wenn wir alt sind? Diese Frage stand immer öfter im Raum. Seine Frau und deren Walking-Partnerin brachten eine Idee ein, erinnert sich Frank-Rüdiger Behrens. Wollen wir nicht alle in ein Haus ziehen und uns gegenseitig unterstützen?  Mit den Jahren verfestigte sich diese Idee vom gemeinsamen Wohnen immer mehr

Dann kam den Suchenden der Zufall zur Hilfe. Wieder waren es die beiden walkenden Frauen, die bei ihrem wöchentlichen Training an einem Rohbau vorbeikamen. Das Gebäude könnte zu uns passen, sagten sie sich beim Anblick eines Sechs-Familien-Wohnhauses am Steep. Das Bauschild gab Auskunft über die ausführende Firma. Man nahm den Kontakt auf. Gemeinsam wurde von den Interessierten der Rohbau besichtigt. Das Haus gefiel. Und auch hier half erneut der Zufall. Die Baufirma FST Massivbau aus Neubrandenburg plante auf dem Nachbargrundstück ein weiteres Sechs-Familien-Haus. Das sollte es sein. Und die Baufirma zeigte sich bereit, die Wünsche der künftigen Bewohner zu berücksichtigen.

Nicht alle, die anfangs begeistert von der Idee des gemeinsamen Wohnens im Alter waren, sind noch mit dabei. Aber vier Familien wollen zusammen in das Haus am Steep ziehen. Sie geben sogar wie Familie Behrens ein Eigenheim auf. All das für den Traum vom gemeinsamen Älterwerden.

So sieht das Projekt aus: Jede Familie plant ihre Wohnung von gut 90 Quadratmetern nach eigenen Vorstellungen. Sie kümmert sich auch um die Finanzierung. Die schließt die eigene Wohnung und den Anteil am Gemeinschaftseigentum ein. „Eine Wohnung unter dem Dach haben wir noch frei“, sagt Frank-Rüdiger Behrens. Wer sich mit der Idee vom gemeinsamen Altwerden anfreunden kann, sei willkommen. Unter dem Dach befindet sich neben dieser Wohnung ein Gemeinschaftsraum.

Wer befürchtet, es könnte zu viel Nähe sein, dem hält Frank Behrens entgegen: Alles kann, nichts muss. Wer Abstand brauche, der können sich in seine Wohnung zurückziehen. Auch an eine winzige Wohnung für eine Pflegekraft ist unterm Dach gedacht. Solange das noch nicht nötig ist, kann sie als Gästewohnung, vielleicht beim Besuch der Kinder, dienen.

Er wäre gern in die Innenstadt gezogen, gibt Frank-Rüdiger Behrens zu. Aber er wurde überstimmt – zugunsten eines unverbauten Blickes, den es am Steep gibt. Auch Einkaufsmöglichkeiten zum Beispiel im Bethanien-Center und Ärzte auf dem Lindenberg sind gut erreichbar. Zurzeit ruht der Bau, aber der weitere Werdegang ist besprochen. Im Sommer soll alles fertig sein.