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Fast alle Buswartehäuschen bieten einen traurigen Anblick

Total zerkratzt: Dieses Buswartehäuschen in der Neustrelitzer Straße bietet keinen schönen Anblick. Den Exemplaren an anderen Standorten in Neubrandenburg geht es aber keineswegs besser.
Total zerkratzt: Dieses Buswartehäuschen in der Neustrelitzer Straße bietet keinen schönen Anblick. Den Exemplaren an anderen Standorten in Neubrandenburg geht es aber keineswegs besser.
Ingmar Nehls

Es ist schwieriger, ein sauberes als ein beschmiertes Buswartehäuschen in Neubrandenburg zu finden. Ganz gleich, wo man hinschaut, überall gibt es Zerstörungswut. Die Stadt kennt das Problem, unternimmt aber nur bedingt etwas. Denn zuständig sind andere.

Hakenkreuze, Graffitis und zerkratzte Scheiben – viele Buswartehäuschen in der Kreisstadt sind in keinem ansehnlichen Zustand. „Eine Sauerei“, befindet eine Frau, die in der Neustrelitzer Straße am Kaufhof Süd auf einen Bus wartet. Die Bank ist verdreckt. Leere Plastikverpackungen und dutzende Zigarettenstummel dekorieren das Häuschen. Gleich gegenüber sieht es auch nicht besser aus. Egal wo man sich umschaut, ein sauberes Buswartehäuschen ist kaum zu finden. „Es gibt keine besonderen Problemstellen. Wir haben die Beschmierungen und Zerstörungen überall im Stadtgebiet“, sagt Eckhard Voigt von der Neubrandenburger Stadtverwaltung.

Genau 119 solcher Häuschen gibt es in Neubrandenburg, weiß Voigt. Sie gehören zwar der Stadt, zuständig für die Säuberung und Reparatur ist die Kommune aber nicht. Denn seit 2005 besteht ein Vertrag mit dem Unternehmen Deutsche Plakat-Werbung. Die Firma darf die Häuschen als Werbefläche nutzen, muss dafür aber auch für die Wartung aufkommen. Klingt zunächst gut aus Sicht der Stadt. Der Haken ist aber, dass die Deutsche Plakat-Werbung in Koblenz sitzt. „Wenn wir einen Schaden  feststellen, wird der an das Unternehmen gemeldet. Die beauftragen dann eine Firma aus Cottbus mit der Reparatur“, erklärt Eckhard Voigt.

Einmal pro Monat wird kontrolliert und gereinigt

Einmal pro Monat würden die Häuschen durch die Deutsche Plakat-Werbung kontrolliert und gereinigt. Dies müsse laut Vertrag in den ersten zehn Tagen des Monats erfolgen. Eckhard Voigt gibt aber auch zu, dass die Buswartehäuschen oft schon am nächsten Tag wieder verschmutzt seien. „Wenn wir allerdings verfassungsfeindliche Zeichen sehen oder darauf hingewiesen werden, dann warten wir nicht und beauftragen den Stadtbauhof“, erläutert Rathausmitarbeiter Voigt.

Kosten spart die Verwaltung durch die Fremdbewirtschaftung mit Sicherheit. Doch ist die Qualität auch so, wie es die Bürger wollen? „Ich bin sehr unzufrieden“, sagt eine junge Mutter aus der Oststadt. Sie sitzt mit ihrem Kind in einem Bushäuschen im Reitbahnviertel. Wenn es regnet, sei es oftmals schwierig, mit Kinderwagen einen schützenden Platz zu finden. „Die Häuser sind zu klein“, findet die Neubrandenburgerin. Sie wünscht sich zudem, dass öfter gereinigt wird.