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Fußballer von Insolvenz bedroht

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FCN auf finanziellem Schlingerkurs

Hat sich der Pleitegeier den 1. FCN 04 gegrifffen? Noch ist nichts verloren, wenn die Stadt hilft, heißt es.
Hat sich der Pleitegeier den 1. FCN 04 gegrifffen? Noch ist nichts verloren, wenn die Stadt hilft, heißt es.
Sonja Gehrke

Der 1. FC Neubrandenburg arbeitet derzeit an einem Schuldenschnitt. Unter anderem soll die Stadt ihm Schulden in Höhe von rund 12 000 Euro erlassen.

Der 1. FC Neubrandenburg 04 steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Er hat sich mit der Bitte um einen Schuldenerlass an die Stadt Neubrandenburg gewandt. Dabei geht es um ausstehende Pachten aus dem Jahr 2013 und Gewerbesteuern aus dem Jahr 2012 in einer Gesamthöhe von rund 12 000 Euro. Am Donnerstag wird die Neubrandenburger Stadtvertretung in nicht öffentlicher Sitzung über diesen Antrag entscheiden. In der Begründung heißt es unter anderem, dass „der Verein von Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz und damit in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht“ ist.

Nach Informationen des Nordkurier hat sich der 1. FCN 04 an eine ganze Reihe von Gläubigern gewandt, um einen Schuldenschnitt zu erreichen. Insgesamt geht es um Außenstände von mehr als 100 000 Euro. Ein eingeschalteter Rechtsanwalt hat erreicht, dass alle Gläubiger – bisher mit Ausnahme der Stadt Neubrandenburg und des Finanzamtes – auf 70 Prozent ihrer jeweiligen Forderungen verzichten wollen. Wenn die Stadtvertreter am Donnerstag zustimmen, soll nach Kenntnis des Nordkurier auch das Finanzamt mit von der Partie sein.

FCN-Präsident Klaus-Detlef Schnoor bestätigt die aktuellen Vorgänge. Allerdings sieht er die Situation als nicht so dramatisch an. Es handle sich bei den Schulden um alte, bald abgeschlossene Vorgänge. Die Insolvenzgefahr sei so gut wie gebannt. Man habe mit fast allen Gläubigern einen Kompromiss gefunden. Die verfahrene Situation sei aufgrund von Fehlern in der Geschäftsführung und mangelnder Kontrolle durch den Vorstand entstanden, gibt er zu. Man habe seit diesem Jahr aber ein System aufgebaut, um solche Fehler künftig zu vermeiden.