„Stars im Dorf“
Festspiele MV kommen nach Golchen

Die Golchener Lothar Sommer und Gerhard Fuchs im Gespräch mit Toni Berndt, verantwortlich für den Wettbewerbe "Stars im Dorf" und Festspiel-Intendant, Markus Fein (von links).
Die Golchener Lothar Sommer und Gerhard Fuchs im Gespräch mit Toni Berndt, verantwortlich für den Wettbewerbe „Stars im Dorf” und Festspiel-Intendant, Markus Fein (von links).
Bärbel Gudat

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern haben sich im Wettbewerb „Stars im Dorf” für Golchen entschieden. Verbunden ist die Auszeichnung auch mit dem „Spielstättenpreis“ des Nordkurier.

Mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus kam auch wieder Schwung in Golchens Kulturleben. Nachdem das alte Haus 2013 abgebrannt war, musste lange um Fördermittel gekämpft werden. Aber mit der Versicherungssumme und letztendlich Fördermitteln im Rücken ging die Dorfgemeinschaft das Projekt an. Im Juni des vergangenen Jahres wurde das neue Haus offiziell eingeweiht. Zuvor hatten viele Golchener bei Arbeitseinsätzen rund um das Gebäude mit zugepackt.

Zum Ende des vergangenen Jahres waren die Golchener dank diese Engagements auch so mutig, sich im Rahmen des Wettbewerbs „Stars im Dorf“ als Gastgeber für ein Konzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu bewerben. Bürgermeister Gerhard Fuchs stellte seinen Gemeindevertretern den Wettbewerb vor. „Ich hatte das Schreiben bekommen und natürlich gefragt, ob wir mitmachen wollen.“

Ehrliche Bewerbung sorgte für die Wahl

Nach dem eindeutigen Ja der Gemeindevertreter kümmert sich Lothar Sommer als Stellvertreter um die Bewerbung. „Wir haben nicht im geringsten damit gerechnet, dass wir gewinnen“, sagte er und auch Gerhard Fuchs stimmte zu. Umso stolzer sind sie jetzt, dass ihre Präsentation überzeugte. Unter 15 Bewerbern konnte sich Golchen mit seinen 280 Einwohnern durchsetzen.

Für sie sei die ehrliche und klare Bewerbung ein Kriterium für die Wahl gewesen, sagte Festspiel-Intendant Markus Fein beim ersten Besuch am Dienstag in Golchen. Am 12. Juli werden die Preisträgerin in Residence und Cellistin Harriet Krijgh sowie ihre langjährige Kammermusikpartnerin Magda Amara die aus Backstein errichtete Saalkirche des Ortes zum Klingen bringen. Natürlich hofft er für sie auch auf interessante Begegnungen mit den Golchenern. Vielleicht könne man ja gemeinsam am Lagerfeuer sitzen oder auch vielleicht ein kleines Konzert mit Kindern organisieren, so sein Vorschlag.

Vorprogramm für Besucher in Planung

Deutlich wurde aber bei dem Zusammentreffen ebenfalls, dass noch einiges für die Gewinner zu tun bleibt. Denn es wäre schön, wenn es zum Beispiel am Abend des Konzerttages ein Vorprogramm für Besucher geben könnte, das von Golchenern bestritten wird, schlug Markus Fein vor. Angeregt wurde, dass der Frauenchor auftritt. Auch Kirchenrundgänge seien möglich. Vielleicht gebe es ja außerdem Besonderheiten, die zu einem Spaziergang einladen.

Aber natürlich muss die Parksituation geklärt werden oder wie viele Plakate wo für das Festspielkonzert werben sollen. „Nach der Veröffentlichung hatten wird schon die ersten Anfragen“, sagte Gerhard Fuchs. Karten werden ab dem 28. Februar mit der Veröffentlichung des Gesamtprogrammes der Festspiele im Vorverkauf angeboten.

Nordkurier-Preis mit 5000 Euro dotiert

Erfahrungen mit Konzerten gibt es in Golchens Friedenskirche schon. Seit 2016 hat die Kirchgemeinde sich für Konzertveranstaltungen geöffnet. Organisator sei hier häufig Lothar Sommer. Liedermacher, internationale Folklore oder Auftritte von Chören aus der Region habe er organisiert, berichtete der zuständige Pastor der Kirchengemeinde Hohenmocker, Christian Bauer. Klassische Konzerte seien jedoch noch nicht darunter gewesen.

Verbunden ist die Auszeichnung zudem mit dem „Nordkurier-Spielstättenpreis“, der mit 5000 Euro dotiert ist, und neue Spielstätten mit besonderem Entwicklungspotenzial würdigt. Am Donnerstag wollen sich die Golchener Gemeindevertreter darüber verständigen, wie sie das Preisgeld zukünftig einsetzen wollen.