BLITZEINSCHLAG

Feuer zerstört Alterswohnsitz bei Altentreptow

Ein Letziner steht vor der Ruine seines liebevoll restaurierten alten Fachwerkhauses. Obwohl die Feuerwehrleute innerhalb weniger Minuten mit dem Löschen begannen, war das reetgedeckte Haus nicht mehr zu retten.
Bärbel Gudat Bärbel Gudat
Das mit Reet gedeckte Haus brannte vollständig nieder. Mehr als sechs Jahre steckte Bernd Schulz viel Handarbeit in dieses Gebäude.
Das mit Reet gedeckte Haus brannte vollständig nieder. Mehr als sechs Jahre steckte Bernd Schulz viel Handarbeit in dieses Gebäude. Felix Gadewolz
Ein Blitzeinschlag am Montagabend zerstörte das Reet gedeckte Haus von Bernd Schulz in Letzin.
Ein Blitzeinschlag am Montagabend zerstörte das Reet gedeckte Haus von Bernd Schulz in Letzin. Felix Gadewolz
Die Letziner Feuerwehrleute waren sehr schnell am Einsatzort, aber das Reet brannte da schon lichterloh.
Die Letziner Feuerwehrleute waren sehr schnell am Einsatzort, aber das Reet brannte da schon lichterloh. Felix Gadewolz
Letzin.

Auch wenn im Augenblick die vielen Worte und Umarmungen von Schwester und Schwager, Nachbarn, Bekannten und Freunden nicht über den großen Verlust seines wunderschönen Hauses hinwegtrösten können, ein Hoffnungsschimmer ist dem Letziner Bernd Schulz geblieben: Sein alter Teddy hat den Brand und auch das viele Löschwasser überstanden.

Dass er seinen kleinen Freund relativ unbeschadet aus der Ruine holte, war Bernd Schulz wichtig. Der Teddy begleitet ihn seit Jahren auf seinem Lebensweg. Mit vier Jahren habe er ihn von seiner Mutter bekommen. „Wir hatten wenig Geld und sie hat ihn mir damals gebraucht gekauft.

Reetgedecktes Ferienhaus

In nur einer einzigen Sekunde zerplatzten am Montag gegen 18.30 Uhr die Wohnträume des 60-Jährigen. Alles war bereit für einen Umzug aus dem „zu groß gewordenen Haus“ in Letzin in das neue Domizil, das bislang als Ferienhaus diente. Das ebenerdige reetgedeckte Haus sollte der neue Altersruhesitz werden. Die Möbel standen schon, darunter viele antike Stücke, die der Hausbesitzer aufgearbeitet hatte. Im Fenster wucherte ein riesiger Kugelkatus, der genauso wie die Bepflanzungen vor seinem Wohntraum vom grünen Daumen des Hausherrn zeugten.

Es war das Haus, in das sich der ehemalige Hamburger Bernd Schulz nach seinem Umzug nach Letzin verliebte. Von einer alten Dame im Ort kaufte er es, erinnert er sich. Sie wusste das 300 Jahre alte Gebäude bei ihm in guten Händen. „Bernd, dir verkauf ich das“, habe sie gesagt. Es folgten Jahre, in denen der Konditormeister nach Hamburg zur Arbeit pendelte und in jeder freien Minute in und an seinem Haus werkelte.

„Es war das älteste Haus in Letzin“, sagt der Mann mit Blick auf die Brandruine. Aufbauen werde er das Gebäude nicht mehr. Dabei steckt soviel Liebe zum Detail drin: Die alten Zimmertüren hatte Bernd Schulz aufgearbeitet. Die Holzfenster „importierte“ er aus Dänemark, um alles so wieder herzurichten, wie es der Denkmalschutz erforderte. Er baute ein Bad ein.

Feuerwache bis in den Morgen

Für seine Arbeit erntete der Letziner immer wieder Lob und Anerkennung. Letzin sei sein Zuhause, versicherte er. Auch wenn jetzt der Verlust enorm schmerzt.

Der Blitzeinschlag ließ die Träume innerhalb weniger Minuten platzen: „Warum hat er nicht in den alten Stall daneben eingeschlagen?“, fragt Schulz sich. Eine Antwort darauf wird es nicht geben. Der marode verwilderte Bau steht immer noch unbeschadet da.

Über Letzin wütete am Montagabend ein Gewitter, das für so viel Leid sorgte. Die Letziner Feuerwehrleute waren schnell vor Ort. Ein Feuerwehrmann war mit seiner Tochter gerade im Gerätehaus im Dorf. Ein lauter Knall war zu hören und kurz darauf sah das Mädchen aus dem Fenster: Da war schon eine Rauchsäule zu erkennen. Gleich darauf ging die Sirene. Viel ausrichten konnten die Männer und Frauen um Uwe Wascher jedoch nicht. Das Reet auf dem Dach brannte sehr schnell in voller Ausdehnung.

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