ENTSCHEIDUNG STEHT BEVOR

Finale um neue Schwimmhalle in Neubrandenburg

Daumendrücken bleibt angesagt. Denn wenn die Neubrandenburger großes Glück haben, wird ihnen eine moderne Schwimmhalle fast geschenkt. Aber auch ohne die großzügige Förderung bleibt das Thema aktuell.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Mit diesem Projekt einer Schwimmhalle im alten Lokschuppen am Bahnhofsgelände hat sich die Stadt um eine finanzielle Förderung des Bundes beworben.
Mit diesem Projekt einer Schwimmhalle im alten Lokschuppen am Bahnhofsgelände hat sich die Stadt um eine finanzielle Förderung des Bundes beworben. Kriegler, Janine
So traurig sieht das Areal des alten Lokschuppens heute (noch) aus.
So traurig sieht das Areal des alten Lokschuppens heute (noch) aus.
Neubrandenburg.

Ob die Stadt Neubrandenburg möglicherweise bald eine neue Schwimmhalle bauen lassen kann – und dafür vielleicht noch nicht einmal viel bezahlen muss, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Vielleicht schon Ende April, so heißt es auf Nordkurier-Nachfrage aus dem Rathaus, falle darüber die Entscheidung. So jedenfalls die Information aus Berlin nach Neubrandenburg.

Wenige Tage vor Weihnachten waren findige Köpfe in der Stadtverwaltung Neubrandenburgs auf einen Fördertopf der Bundesregierung gestoßen, aus dem der Bau einer neuen Schwimmhalle in der Kreisstadt zum allergrößten Teil finanziert werden könnte. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung hat zur Teilnahme an einem Programm aufgerufen, in dessen Sanierungsprogramm kommunale Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur stehen. Die Rede ist von 90 Prozent der Kosten, die der Bund übernehmen könnte.

Eine wahre Goldgrube – wenn das klappt und die Bewerbung Neubrandenburgs die Auswahlkriterien übersteht. Deshalb drängte Oberbürgermeister Silvio Witt noch vor Weihnachten aufs Tempo und überzeugte die Ratsfrauen und Ratsherren, sich der Bewerbung anzuschließen. Denn die Zustimmung der Stadtvertretung zu der Bewerbung galt als wichtige Voraussetzung im Rennen um die „Kohle“. Sogar einen Plan für die neue Schwimmhalle zog die Stadtverwaltung in der Kürze der Zeit aus dem Ärmel. Der allerdings war nicht mehr neu, sondern seit gut drei Jahren Bestandteil der Pläne zur Wiederbelebung des Lokschuppen-Areals zwischen Vogelviertel und Bahnhof. Die Stadt hatte das Gelände 2014 von der Bahn erworben.

Idee kam überraschend wieder ins Gespräch

Schon vor der Entdeckung des vielleicht für Neubrandenburg lukrativen Fördertopfs hatte die Stadtverwaltung einen Variantenvergleich von möglichen Standorten für eine neue Schwimmhalle bis Ende April angekündigt. In der Sache hält man jetzt allerdings die Füße still. „Wir haben uns mit dem Standort Lokschuppen beworben und werden vor einer Entscheidung des Bundes den Standort nicht neu diskutieren“, so eine Sprecherin aus dem Rathaus auf Nordkurier-Nachfrage.

Im Herbst brachte der Oberbürgermeister den Bau einer neuen Schwimmhalle überraschend wieder ins Gespräch. Sein Ziel sei es, so verblüffte Witt die Stadtvertreter, „mit Ihnen gemeinsam die Pläne für eine neue Schwimmhalle zu konkretisieren und so eine moderne Sportstätte auf den Weg zu bringen“. Wie die Sportstätte allerdings finanziert werden soll und ob vielleicht ein privater Investor dafür bereitsteht, darüber herrschte im Herbst Stillschweigen. Nur soviel ist bekannt, der alten Schwimmhalle mit ihren 25-Meter-Bahnen geht es dann an den Kragen. Die Stätte, in der viele tausend Neubrandenburger Schwimmen gelernt haben, wird abgerissen.

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Kommentare (2)

Leider viel zu nahe an den Gleisen. Ein hoher Zaun muss her. Besser noch eine Mauer.

Wäre die neue Schwimmhalle auf jeden Fall. Was aber nicht bedeuten soll das die alte gleich geschlossen werden muss. Aber bevor wir mit dem großen Bauen beginnen liebe Stadtverwaltung und Stadtvertretung, sind denn auch sie laufenden Kosten bezahlbar und kann die Stadt auch die Halle betreiben ohne den Haushalt zu belasten. Das sind Punkte die einen Neubau gewaltig im Wege stehen können. Denn sollte auch nur an einem Punkt Zweifel bestehen, dann verzichten sie lieber auf dem Bau. Den Bauruinen haben wir doch genug.