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Flammen bis Rosenow zu sehen

Die Kameraden der Feuerwehr sind noch lange damit beschäftigt, die Strohballen auseinanderzureißen und zu dann abzulöschen. Foto: P. Jasmer  
Die Kameraden der Feuerwehr sind noch lange damit beschäftigt, die Strohballen auseinanderzureißen und zu dann abzulöschen. Foto: P. Jasmer  

20 Hektar Weizen brennen bei Kleeth lichterloh. Nur durch das geistesgegenwärtige Eingreifen der Landwirte kann noch Schlimmeres verhindert werden. Fünf Wehren sind vor Ort, um den Flammen Herr zu werden.

Kleeth. Kurz vor 16 Uhr ging der Pieper. Henry Wagemann, Gruppenführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Rosenow, deutet auf die Anzeige. Auch die Kastorfer Kameraden sind um dieselbe Zeit alarmiert worden. Die Information: „Feuer groß“.  „Die Flammen haben wir bis Rosenow gesehen“, sagt der Gruppenführer, der allerdings einige Kilometer entfernt auf einem Feld bei Kleeth steht. Dicke Rauchschaden wölben sich auch jetzt noch gen Himmel, obwohl der größtes Teil des Feuers gelöscht ist. Aber die Flammen lodern noch immer, an trockenen Heuballen, die jetzt erst mit dem Radlader auseinander gerissen und dann abgelöscht werden.

Über 20 Hektar weit erstreckt sich das Feld, das nun rabenschwarz ist. Aber immer unterbrochen durch Schneisen. „Das haben die Landwirte gemacht“, lobt Henry Wagemann. Sie haben gegrubbert. Grubbern dient etwa zur Lockerung und Krümelung des Bodens. Und mithilfe dessen haben sie es geschafft, dass das Feuer nicht noch weiter um sich greifen konnte.

Vermutlich ist es durch einen technischen Defekt, spekuliert Henry Wagemann, oder durch Funkenflug beim Dreschen zu diesem Brand gekommen, heißt es hingegen seitens des Malchiner Polizeireviers auf Nachfrage. Und bei der derzeitigen Trockenheit reiche es ja schon, wenn der Mähdrescher über einen Stein fährt, sich so ein Funke entfache und diesen dann aufs Feld hinaus trägt – durch den Wind noch mehr befeuert, erklärt der Gruppenführer. Die angeforderten Wehren aus Bredenfelde, Kittendorf und Stavenhagen brauchten den bereits angerückten Kameraden aus Rosenow und Kastorf nur noch wenig helfen. Das Großfeuer sei relativ schnell gebannt gewesen. Letztlich waren dafür aber gut 30 Kameraden am Einsatzort.

Aber die Feuerherde - rund um trockene, mitunter alte Strohballen -  müssen noch unter Kontrolle gebracht werden. Überall dichter Qualm, aus dem Wasserspritzer dringen. Die Kameraden sind nach wie vor am Werk, um auch dem letzten Funken den Garaus zu machen. Joachim Adolphi, Eigentümer des Feldes, hat nach eigenen Angaben noch gar nicht auf dem Feld dreschen lassen. Aber sein landwirtschaftlicher Nachbar schon. Und dem soll das Unglück auch passiert sein.

Dass es Unglück war, darauf deutet die Aussage der Polizisten vor Ort: Sie schließen Brandstiftung aus.

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p.jasmer@nordkurier