AUKTION VON MILITÄR-IMMOBILIE

Flugplatz-Gelände in Trollenhagen bald unter dem Hammer

Mit dem Verkauf der Liegenschaft in Trollenhagen hatte man bisher nicht viel Glück. Vielleicht auch deshalb, weil es da eine Besonderheit gibt.
Thomas Beigang Thomas Beigang
In direkter Nachbarschaft zum Trollenhagener Hauptrollfeld stehen gut 36 Hektar Gewerbefläche zum Verkauf. Die Immobilie
In direkter Nachbarschaft zum Trollenhagener Hauptrollfeld stehen gut 36 Hektar Gewerbefläche zum Verkauf. Die Immobilie kann auf einer Grundstücksauktion ersteigert werden. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Daumendrücken für 36 Hektar in Trollenhagen. Am letzten Novembertag des Jahres sollen 360.000 Quadratmeter einer Gewerbefläche während einer Grundstücksauktion am Flughafen in Rostock versteigert werden. Die „nördliche Shelterschleife“ genannte und direkt neben der Hauptrollbahn gelegene Immobilie ist dabei fast ein Schnäppchen. Die Besitzerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die besonders ehemalige militärische Grundstücke veräußert, hat einen durchaus moderaten Preis aufgelegt: Die Fläche kommt ab 49.000 Euro zur Versteigerung. Umgerechnet knapp 14 Cent pro Quadratmeter.

Ob sich ein Käufer findet, ist ungewiss. Allerdings verbreitet die Besitzerin Optimismus. Sollte die Veräußerung in diesem Rahmen wider Erwarten nicht erfolgreich sein, heißt es auf Nachfrage bei der Behörde, werde die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das Grundstück gegebenenfalls im Jahr 2020 erneut am Markt anbieten. Wie es weiter heißt, stehe dieses Grundstück zum ersten Mal auf der Verkaufsliste der Bundesanstalt. Eine Bedingung ist allerdings an den Verkauf geknüpft: Die Immobilie ist Bestandteil der genehmigten Luftverkehrsanlage und soll deshalb ausschließlich der Realisierung von Gewerbe vorbehalten sein, das in irgendeiner Form in Zusammenhang mit dem Luftverkehr steht. Auf dem Gelände stehen noch zwölf kleine Hallen und sogar zwei erdbedeckte Lagergebäude, ehemalige Hangars.

Flugplatz nebenan ein Alleinstellungsmerkmal

Die Neubrandenburger Stadtverwaltung wurde vorab von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben von der Verkaufsabsicht informiert. Denn die Stadt hat naturgemäß großes Interesse an der Ansiedlung von Gewerbe auf dem von der Bundeswehr verlassenen Gelände. Über deren große Chancen schon vor Jahren eigentlich kein Zweifel gelassen wurde. Schon vor gut vier Jahren ließ die für die Vermarktung engagierte Firma „GKU Standortentwicklung“ wissen, was Trollenhagen von anderen x-beliebigen Arealen unterscheide: der funktionierende Flugplatz gleich nebenan. Praktisch ein Alleinstellungsmerkmal. Die Konversionsfachleute rieten schon seinerzeit dringend, den Betrieb auf dem Flughafen weiter zu führen. Die sei ein hohes Gut und werde von potenziellen Investoren hochgeschätzt.

Das lässt sich Neubrandenburg auch einiges kosten. Denn schon im vergangenen Jahr haben die Gesellschafter der Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen GmbH (FNT) das Areal von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Gesellschafter sind neben der Stadt Neubrandenburg der Landkreis Seenplatte, die gemeinde Trollenhagen und die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe. Kosten der Angelegenheit: knapp zwei Millionen Euro. Das Geld musste sich von einer Bank geborgt werden. Allerdings steigt infolge des Grundstückserwerbs mit Fremdfinanzierung auch der jährliche Zuschussbedarf der Flughafen-Gesellschaft aus den städtischen Kassen. Dabei hatte sich die Stadt in ihrem Sparplan eigentlich verpflichtet, das Engagement dafür zu reduzieren.

 

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