FAHRRAD-DIEBSTAHL

Frau aus Neubrandenburg wird erneut teures E-Bike geklaut

Zum wiederholten Mal ist eine Neubrandenburgerin das Opfer von Dieben geworden. Der Schaden ist sehr hoch. Und jetzt meckert auch noch die Versicherung.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Leider – Profis knacken selbst teure Fahrradschlösser binnen kurzer Zeit. Einer Neubrandenburgerin wurde jetzt schon ihr zweites E-Bike gestohlen.
Leider – Profis knacken selbst teure Fahrradschlösser binnen kurzer Zeit. Einer Neubrandenburgerin wurde jetzt schon ihr zweites E-Bike gestohlen. Friso Gentsch
Neubrandenburg.

Eigentlich hatte Anne Schmidt (Name geändert) vor, etwas für ihre Gesundheit zu tun – die 49-Jährige nimmt regelmäßig an einem Sportkurs im Ärztehaus in der Innenstadt teil. Was sich aber als gut für Kraft und Kondition erweist, hat nun dem Nervenkostüm der Neubrandenburgerin extrem geschadet.

Denn nach dem Besuch der Fitness-Gruppe am 20. März war nichts mehr wie zuvor: „Als ich wieder draußen stand, war mein Rad verschwunden“. Nicht irgendeines, sondern das halbe Jahr alte E-Bike zum Anschaffungspreis von 2899 Euro. „Ich stand da wie vom Blitz getroffen“, erzählt die Ex-Besitzerin, die verzweifelt rings um das Ärztehaus nach ihrem Rad suchte. „Natürlich vergebens“, zuckt sie mit den Schultern.

Profis knacken teure Schlösser in Sekunden

Noch ganz aufgebracht und in Rage steht sie Minuten später im Polizeihauptrevier. „Der Polizist musste mich beruhigen, so wütend war ich.“ Der Beamte gab beim Aufnehmen der Anzeige dann noch gute Tipps ab, ärgert sich die Neubrandenburgerin. „Ich sollte immer das Hinterrad anschließen und mir ein hochwertiges Schloss leisten“.

Anne Schmidt hatte sich so eines aber schon längst angeschafft: Ein Faltschloss mit zusätzlichem Zahlencode für knapp 80 Euro, von der Stiftung Warentest als eines der sichersten angepriesen. „Von wegen“, knurrt die Radlerin. Die sich jetzt auf einem Videokanal im Internet angucken „durfte“, wie selbst ein gutes Schloss wie das ihre von Profis binnen weniger Sekunden mit Bolzenschneidern geknackt werden. „Unglaublich“, schüttelt die Frau mit dem Kopf.

Die auch deshalb so unglaublich sauer ist, weil sie bereits zum zweiten Mal Opfer von E-Bike-Dieben geworden ist. Im vergangenen Juli verschwand das erste Rad, Kostenpunkt damals immerhin auch 2599 Euro. Als die Neubrandenburgerin jetzt schon wieder bei ihrer Versicherung vorstellig werden musste, ertönte dort schon der Schlusspfiff. „Ich bekomme das Geld für das zweite geklaute Rad zwar auch zurück, aber man hat mir klipp und klar gesagt, ein drittes E-Bike dort nicht mehr versichern zu können“.

Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht

Aber was soll sie machen? Der lange Weg zur Arbeit aus dem etwas außerhalb und hoch gelegenen Malerviertel war mit dem E-Bike gut zu schaffen. Deshalb will das Doppel-Opfer das Wagnis unternehmen und sich ein drittes E-Bike anschaffen. „Aber kein hochwertiges mehr“ – in der Hoffnung, Diebe lassen ein Billig-Modell links liegen.

Bei der Polizei teilt man die Sorge der gebeutelten Radfahrerin. Allein fünf solcher teuren akkugetriebenen Räder sind im Monat März in der Stadt gestohlen worden, so eine Sprecherin der Polizei in Neubrandenburg. Die auch keine Empfehlungen abgeben kann, wie teure Räder hundertprozentig gesichert werden können. „Machen Sie es den Dieben so schwer wie möglich“, heißt es im Wissen um die große Gefahr, die teuren Zweirädern in der Stadt drohen.

„Es fehlt“, seufzt das Diebstahlsopfer, „an sicheren Unterstellmöglichkeiten in der Stadt“. Dem Ratschlag, doch vor dem Polizeirevier die Räder abzustellen, kann sich die Polizei auch nur bedingt anschließen. Denn so viel Platz sei dort auch nicht vorhanden.

StadtLandKlassik - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage