LOVE SCAM

Frau verliert 8700 Euro an falschen Liebhaber

Ein Liebhaber aus Kabul, der mit Geldgeschenken aufwartet: Das klang vielversprechend für eine alleinstehende Frau aus der Seenplatte – die auf eine Betrugsmasche hereinfiel.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Die Polizei warnt vor der „love scamming”-Masche.
Die Polizei warnt vor der „love scamming”-Masche. Nordkurier
Neubrandenburg.

Statt vor dem Standesamt endete die Beziehung einer 58-Jährigen aus einem Dorf bei Neubrandenburg bei der Kripo. Die Frau erstattete Anzeige wegen Betruges, weil sie an einen Mann, den sie in einem sozialen Netzwerk kennenlernte, insgesamt 8700 Euro verlor.

Die Gutgläubige berichtete, dass sie vor etwa einem Jahr bei Facebook auf einen Mann traf, der angab, in Kabul (Afghanistan) für eine Telekommunikationsfirma zu arbeiten. Im Laufe der Kennlernphase soll der Mann ein Paket für die 58-Jährige verschickt haben, in welchem sich wohl 100.000 Euro in bar befinden sollten. Wenig später wurde die 58-Jährige telefonisch von einem vermeintlichen Mitarbeiter eines Kurierunternehmens kontaktiert, dass sie 1300 Euro überweisen müsse, damit das Paket auch bei ihr ankommen kann. Diese Überweisung hat sie auch vorgenommen.

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Bank-Mitarbeiter wurden misstrauisch

In den folgenden Monaten hat die 58-Jährige nach Aufforderung des Kurierunternehmens weitere Überweisungen vorgenommen. Insgesamt 8700 Euro hat die Geschädigte so überwiesen. Bei der letzten Zahlung vor wenigen Tagen in Höhe von 1500 Euro wurden die Mitarbeiter ihres Geldinstitutes aufmerksam und sprachen die 58-Jährige an. Dadurch wurde auch sie endlich misstrauisch und erstattete Strafanzeige wegen des Betruges. Die Mitarbeiter des Kriminalpolizei in Neubrandenburg ermitteln jetzt.

Die Betrugsmasche, der die Frau zum Opfer fiel, nennt sich „love scamming”, und kann beschrieben werden als Liebesbetrug in der digitalen Welt. Die Polizei geht von einem hohen Dunkelfeld aus, weil viele Opfer aus Scham keine Anzeige erstatten und auch mit Bekannten oder Verwandten darüber nicht reden.

Täter täuscht Liebesbeziehung vor

Beim „love scamming” oder auch „romance scamming” wird dem Opfer durch regen Nachrichtenverkehr – SMS, Whatsapp oder E-Mail – das Entstehen oder Vorhandensein einer Liebesbeziehung vorgetäuscht. Es werden Versprechungen gemacht, die nie eingehalten werden. Das Opfer verfällt dem Täter und macht alles, um seine Gunst nicht zu verlieren.

Leider sei das ist noch immer ein Tabuthema, sagt eine Polizeisprecherin. Wie auch beim Thema „Enkeltrick” sei es aber wichtig, darüber zu reden, um im „Ernstfall” gewarnt zu sein.

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Kommentare (1)

Die Frau ist doch sowas von .... hätte sich lieber bei "Bauer sucht Frau" bewerben sollen da, wären die Chancen wesentlich höher einen gleichgesinnten Partner zu finden.