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Teilnehmerin Annalena Roese probiert verschiedene Biersorten im sogenannten Sensorik-Labor des Neubrandenburger Zentrums für Ernährung und Lebensmitteltechnologie. Lisa Gutzat
Lebensmittel verbessern

Freiwillige testen neu entwickelte Lebensmittel

Mehrere Freiwillige unterstützen das Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnik bei der Entwicklung und Verbesserung von Produkten.
Neubrandenburg

Lebensmittel probieren, bevor sie in die Supermarkt-Regale wandern? Mehrere Freiwillige ließen sich diese Chance nicht entgehen. Sie unterstützen das Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie (ZELT) in Neubrandenburg bei der Entwicklung und Verbesserung von verschiedenen Produkten. Dabei warten auf die Testpersonen Bier, Weinmischgetränke und zuckerfreie Lollys, die in verbesserter oder gar neu entwickelter Form auf den Markt gebracht werden sollen.

Das ZELT kooperiert in Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit klein- und mittelständischen Unternehmen. Aktuell arbeitet das gemeinnützige Unternehmen mit vielen Partnern im Projekt „Physics for food” (Dt: Physik für Nahrung) an physikalischen Verfahrens-Innovationen für die Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung. Um bestimmte Produkte zu entwickeln und zu verbessern, erfolgt eine sensorische Prüfung, die sich zur Analyse der menschlichen Sinne bedient. Dafür braucht es ein dauerhaftes Sensorik-Panel, also eine Gruppe geschulter Prüfpersonen. Ein Teil davon wollten in dieser Woche gleich mehrere Neubrandenburger sein. Es bewarben sich etwa 80 Personen, wie Sabrina Scharf, Studienleiterin der Sensorik-Analyse, sagte.

Zuerst wird der Geschmackssinn getestet

Für die Teilnehmer war es die erste sensorische Analyse, weshalb sie zuerst darauf getestet wurden, ob sie die Grundgeschmacksarten süß, bitter, sauer, salzig im Vergleich zu Wasser erkennen können, was allen gelang. „Das, was sie hier kosten, werden Sie im besten Falle in den nächsten Jahren auf dem Markt bekommen“, bereitete Matthias Koch die Neulinge auf die Verkostung vor. Er ist ebenfalls Studienleiter. Um verschiedene Biere und Limonaden zu kosten, ging es für die Testpersonen in das Sensorik-Labor, in dem durchgängig die gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrscht, damit die Vergleichsproben so neutral wie möglich erfolgen können, erklärte Doktorand Matthias Koch.

Annalena Roese, Studentin an der Hochschule Neubrandenburg, und Grit Theuerkauf haben sich als Panelisten beworben und probieren die verschiedenen Biere. „Es ist interessant, dabei mitzuwirken, bestimmte Geschmäcker und Produkte zu testen, die irgendwann mal auf dem Markt erscheinen“, sagte Grit Theuerkauf, die bereits vor 20 Jahren einen Joghurt im ZELT getestet hat, wie sie sagt. „Irgendwann steht man vor einem Supermarkt-Regal und entdeckt ein Produkt, von dem man sagen kann, dass man das damals gekostet hat, als es noch in der Entwicklung war“, freute sie sich.

Nach jeder gekosteten Probe müsse jeder Teilnehmer seinen Geschmack mit Wasser neutralisieren, damit jedes Produkt nur mit dessen eigenem Geschmack von den Testpersonen wahrgenommen werde, wie Matthias Koch sagte.

Monatlich Schulungen für weitere Einsätze

Auch eine einfach beschreibende Probe sei wichtig für die Produktentwicklung, weshalb die Lebensmitteltester das vorliegende Produkt in einem Protokoll nach Aussehen, Geruch und Geschmack sowie Textur beurteilen müssen. Mit einer anschließenden Beliebtheitsprobe wollen die Hersteller und Entwickler laut Matthias Koch herausfinden, ob die Produkte auf dem Markt auch gekauft werden würden. Doch welches Bier sie genau testen, wissen die Teilnehmer vor der Probe nicht. „Manche kennen das Produkt vielleicht, wenn wir ihnen die Marke verraten. Dann kann es sein, dass sie es voreingenommen bewerten“, sagte Sabrina Scharf. In Zukunft treffen sich die neuen Panelisten laut Koch regelmäßig, um sie nach und nach zu schulen, sodass sie weiterhin Unterstützung bei der Produktentwicklung leisten.

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