RECHTLICHE SCHRITTE ANGEKÜNDIGT

AfD-Bundestagsabgeordneter hat Friedländer Schule im Visier

AfD-Bundestagsabgeordneter Enrico Komning wittert an der neuen Friedländer Gesamtschule einen Gesetzesverstoß in Sachen Parteineutralität. Er kündigt eine Dienstaufsichtsbeschwerde an.
AfD-Bundestagsabgeordneter will gegen die Neue Friedländer Gesamtschule eine Beschwerde einreichen.
AfD-Bundestagsabgeordneter will gegen die Neue Friedländer Gesamtschule eine Beschwerde einreichen. Archiv
Friedland.

An der neuen Friedländer Gesamtschule (nfg) ist am Freitag ein Projekt zum Thema „Demokratisches Miteinander gegen Ausgrenzung und gegen Diskriminierung“ gestartet. Diese Aktion hat allerdings den AfD-Bundestagsabgeordneten Enrico Komning auf den Plan gerufen.

Er kritisiert, dass statt des „ordentlichen Unterrichts“ eine Auftaktveranstaltung der „Mecklenburger AnStiftung“ stattgefunden habe, die Projekttage zum Leitthema „WarmUp!- Jugendkultur für Demokratie“ begleitete. Hierzu seien die Schüler angehalten worden, ein kostenlos verteiltes T-Shirt mit dem von der SPD-Jugendorganisation JUSOS verbreiteten „Storch Heinar“ auf der Vorderseite und der Aufschrift der Schule auf der Rückseite zu tragen. Diese Figur sei Projekt-Schirmherr und habe die Auftaktveranstaltung moderiert. „Verzweifelte“ Eltern hätten sich bei ihm gemeldet.

„Die von der Schulleitung des Friedländer Gymnasiums zu verantwortende Aktion ist nicht hinnehmbar und wird aufsichtsrechtliche Konsequenzen haben müssen“, kündigt Enrico Komning eine Dienstaufsichtsbeschwerde an. Denn in seinen Augen verstößt das „ganz klar gegen das Neutralitätsgebot für öffentliche Schulen“. Er wolle forcieren, dass sich auch der Landtag damit beschäftigt.

Schulleiter überrascht über Kritik

Heiko Böhnke, nfg-Schulleiter, zeigte sich ob der Kritik überrascht. Einen Verstoß gegen die Parteienneutralität sehe er keineswegs. „Storch Heinar“ sei in der Tat am Morgen in der Schule gewesen. Schüler hätten selbst entscheiden können, ob sie der gut zehnminütigen Veranstaltung beiwohnen wollten, gleiches habe für das Tragen der T-Shirts gegolten. Bei dem angesprochenen Projekt gehe es nicht um parteipolitische Dinge, sondern darum, wie Schüler in einer Demokratie leben wollen, wie sie sich Werte vorstellen. „Nirgends war ein SPD-Schild aufgestellt“, stellt Böhnke klar, der nach eigenen Angaben einer angekündigten Dienstaufsichtsbeschwerde gelassen entgegen blickt.

Komnings Vorwurf, dass „Storch Heinar“ die Schüler mit den Worten „Zum Erstarren des Blutes unserer Gegner singen wir jetzt: Schwarzbraun ist die Haselnuss!“ zum Singen aufgefordert haben soll, wollte Heiko Böhnke gar nicht erst kommentieren.

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Kommentare (12)

Kinder sind naiv und tun das was der lehrer sagt und wenn man etwas geschenkt bekommt nehmen es auch die meisten an, leider nur von den falschen personen wie so oft in krimis gezeigt wird....Und wenn es der Kumpel macht macht man eben mit.... penliche sache für die schule...

peinlich ist einzig nur das Verhalten der AfD und des zwielichtigen Herrn Komning. Es ist ganz offensichtlich, dass diese rechtsradikale Partei die Demokratie und freie Meinungsäußerung abschaffen will. Es soll nur noch das zu denken erlaubt sein, was dem rechtsradikalen Gedankengut der AfD entspricht. Bisher hat die AfD absolut nichts, aber auch absolut gar nichts, für die Abermillionen an Steuergeldern aus der Parteienfinanzierung sinnvolles getan. [Moderation: Letzter Satz gelöscht, bitte bleiben Sie sachlich, die Redaktion.]

Eltern sind verzweifelt, wenn ihre Kinder frei entscheiden dürfen, ob oder ob nicht. Lieber Herr Komning, Sie müssen als AfD-Mitglied nicht NPD-Anhängern auf den Leim gehen. Die AfD ist bevorzugtes Arbeitsterritorium der NPD-Anhänger. Das hat sich die AfD mit ihrer Larifari-Einstellung zur Demokratie selbst zuzuschreiben.

von Kindern in der Schule ist vorbei. Dieser Vorfall stellt einen klaren Bruch des Neutralitätsgebotes dar. Komning hat Recht: die gesteuerte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten hat an deutschen Schulen nichts zu suchen. Kinder und Jugendlichen sollen sich ihre Meinung selbst bilden können. Ganz sicher brauchen sie dafür keinen linken "Storch". Der Schulleiter - ein Staatsdiener - wird sich dafür verantworten müssen.

[EDIT Moderation: Kommentar gelöscht, bitte bleiben Sie höflich und beleidigen Sie einander nicht!]

[EDIT Moderation: Kommentar gelöscht, bitte bleiben Sie höflich und beleidigen Sie einander nicht!]

[EDIT Moderation: Kommentar gelöscht, bitte bleiben Sie höflich und beleidigen Sie einander nicht!]

Neutralität schließt nicht aus, dass man Gäste mit ideologischer Prägung in Schulen lässt. Nur sollte man dann auch Gegengewichte schaffen, welche die Vielfalt der gesellschaftlichen Meinungen abbildet. Das wäre dann in meinen Augen ebenfalls neutral. Und man sollte solche Termine Vor- und Nachbereiten.

Generell ist aber die Einladung stark polarisierender Gäste ein Risiko für die Schule, da es dann fast immer zu Angriffen aus der entgegengesetzten Ecke der Gesellschaft kommt. Kann und will man sich als Schule mit sowas auseinandersetzen?

Ein Fall der völlig aus dem Ruder gelaufen ist: http://www.ohg-geesthacht.de/images/stories/Aktuelles/2010-11/Doenitz-Affaere/2011_02_28_OHG_13a_Doenitz-Affaere.pdf

Die Aufgabe von Schulen ist aber eher die Vermittlung von Werten, weniger die von Ansichten. Das gelingt vermutlich besser, wenn man sich weniger ideologisch gebundene Gäste holt.

[EDIT Moderation: Erster Satz gelöscht, bitte bleiben Sie höflich und beleidigen Sie einander nicht!] Warum wundert es mich nicht, dass es immer die selben sind die der AfD, NPD und anderen Verwirrten zu Munde reden. Dabei ist man sich auch nicht zu schade Praktiken aus dunkelsten Zeiten unseres Landes zu beschönigen. Viele Möchtegernpolitiker der AfD benutzen derartige >Sachverhalte allein dazu, dass man überhaupt mal ihren Namen in den Medien hört. Reine PR würde man meinen... Wenn es die AfD tatsächlich ernst meint mit einer Distanz zum rechten Spektrum, müssten solche Mitglieder aus der Partei entfernt werden. Das tut sie jedoch nicht und zweigt damit, dass sie sich für keine Schweinerei zu schade ist wenn es der Partei nützt. [EDIT Moderation: Letzter Satz gelöscht, bitte bleiben Sie höflich und beleidigen Sie einander nicht!]

Immer dasselbe von Ihnen! 7x stellen Sie Ihren Kommentar hier rein... [EDIT Moderation: Letzter Satz gelöscht, bitte bleiben Sie höflich und beleidigen Sie einander nicht!]

Eine Gesellschaft - die meint es wäre ok - dass Menschen sich wünschen auszusuchen - ob jemandes Optik oder Herkunft - eine Daseinsberechtigung hätte - oder auch nicht - ist doch nicht ganz bei Trost. Keiner kann sich das aussuchen wo er geboren wird oder welchen Look er hat - also ist es Schwachsinn diesen Menschen dafür zu bestrafen. Wichtiger ist dass Lehrer aufpassen, dass sich keiner so verhält, andere aufgrund unwählbarer Eigenschaften und Herkunft fertig zu machen und zu quälen. Wenn dagegen jemand etwas hat - ist er einfach nur schlicht böse und gemein und wenn das jetzt politisch ok sein soll - dann wundert es mich nicht, dass die New York Times inzwischen wieder von Deutschland negativ berichtet. Dann sind hier bald wieder die Allierten auf der Matte und das zu Recht!

ich finde, dass die schule sich da keine grossen gedankenken wegen der afd machen muss. die spucken nur hass und galle. sie können nix, machen nix und trotzdem machen sie auf dicke hose. dieses haben schon andere loite versucht und es trotdem nicht geschafft. ich gehöre selber der storchenstaffel an. und ich bin ein vertreter der demokratie und auch in m-v aufgewachsen. damals stand die npd vor unseren schulhof und selbst viele der schüler waren damals rechtsradikale. mit lernen war da nicht viel. deshalb ist es umso wichtiger, dass unsere schüler früh aufgeklärt werden und nicht dem braunen sumpf zum opfer fallen. in diesem sinne roibroi