Geschäft in Neubrandenburg
Fristlose Kündigung für Thor-Steinar-Laden

Gegen das umstrittene Geschäft in der Stargarder Straße wurde mehrfach protestiert und auch die anderen Mieter waren unzufrieden, was ebenfalls als Grund für die Beendigung des Mietvertrages angeführt wurde.
Gegen das umstrittene Geschäft in der Stargarder Straße wurde mehrfach protestiert und auch die anderen Mieter waren unzufrieden, was ebenfalls als Grund für die Beendigung des Mietvertrages angeführt wurde.
Mirko Hertrich

Der Laden der umstrittenen Modemarke Thor Steinar muss aller Voraussicht nach schließen. Die Vermieterin hat den Betreibern fristlos gekündigt. Sogar von Täuschung ist die Rede.

Der in Neubrandenburg eröffnete Laden der in der rechten Szene beliebten Modemarke Thor Steinar muss vermutlich schließen. Der Rechtsanwalt der Besitzerin hat den Betreibern das Mietverhältnis fristlos gekündigt, wie es in einem Schreiben von Ende März heißt, das dem Nordkurier vorliegt.

Zugleich wird der Mietvertrag wegen des Vorwurfs der arglistigen Täuschung angefochten. Der Jurist verlangte in dem Schreiben von der Skytec Outlets GmbH als Mieter, dass die Gewerberäume in der Stargarder Straße bis spätestens 10. April geräumt sein sollten, andernfalls würden „gerichtliche Maßnahmen“ eingeleitet. Dieser Aufforderung ist der Betreiber augenscheinlich bislang nicht nachgekommen. In dieser Woche hatte das Ladengeschäft im Alten Hotel noch geöffnet. Von daher wird es wohl auf eine Räumungsklage hinauslaufen.

Mieter in dem Komplex drohten mit Mietminderung

Der Thor-Steinar-Shop steht seit seiner Eröffnung am 24. Januar in der Kritik, weil die Kleidermarke unter anderem vom Verfassungsschutz Brandenburg als ein Erkennungsmerkmal der rechtsextremen Szene eingeordnet wird. Auf den Kleidungsstücken sind oft Codes und Botschaften mit rechtsradikalem Hintergrund gedruckt. Im Bundestag und in einigen Fußballstadien ist das Tragen von Kleidung dieser Marke untersagt.

Mehrfach organisierte das Bündnis „Neubrandenburg Nazifrei“ Kundgebungen und eine Demonstration, bei denen eine Schließung des Geschäfts gefordert wurde. Auch Mieter in dem Komplex, wie etwa die Neubrandenburger CDU, hatten sich bei der Erfurter Vermieterin beschwert und mit Mietminderung gedroht, wie der Neubrandenburger CDU-Chef Frank Benischke dem Nordkurier bestätigte.

Der Rechtsvertreter der Vermieterin begründete die Anfechtung sowie die fristlose Kündigung unter anderem damit, dass die Betreiber es vor Abschluss des Vertrags unterlassen haben, seiner Mandantin oder die zuständige Hausverwaltung darüber aufzuklären, dass Waren der Marke Thor Steinar verkauft werden. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs von 2009 hätte diese Information erfolgen müssen.

Offenbar auch Manipulation am Mietvertrag

Diese Verletzung der Aufklärungspflicht sei geeignet, der Besitzerin „erheblichen wirtschaftlichen Schaden“ zuzufügen. In dem Brief wird ebenfalls angeführt, dass mehrfach Demonstrationen stattgefunden hätten und das Anwesen durch Farbbeutel sowie Schmierereien beschädigt worden sei. „Diese rufschädigende Wirkung wird meine Mandantin nicht hinnehmen.“

An schwersten wiegt jedoch ein Vorwurf, der sich am Ende des Schreibens findet. Dort steht, dass bei einer eingehenden Prüfung erst jetzt festgestellt worden sei, dass eine Seite des Mietvertrages „in strafrechtlich relevanter Weise“ geändert worden sei. So soll eine gesamte Seite des Mietvertrages vor Rückübersendung an die Verwalterin neu geschrieben und ein Satz eingefügt worden sein, wonach der Vermieter bestätige, dass er als Anlage das Konzept für den Mietgegenstand erhalten habe, sprich, dass dort Thor-Steinar-Mode vertrieben werden soll.

Laut Rechtsanwalt ist die „vorgenommene Manipulation ohne weiteres nachweisbar“. Abschließend heißt es, „diesbezüglich behält sich meine Mandantin ausdrücklich die Einleitung strafrechtlicher Maßnahmen vor“.

Kommentare (21)

Schade..... gegen wen werden diese Horden nun demonstrieren? Es gibt ja noch genug Läden in der Stadt! Wäre sinnvoller wenn sie ihr [entfernt, bitte halten Sie sich an die Netiquette. D.Red.] Aufkleber an den Vrekehrsschildern und Lichtmasten entfernen würden , aber [entfernt, bitte halten Sie sich an die Netiquette. D.Red.] ....

Wenn die erwähnten Verstöße stattfanden, dann ist die fristlose Kündigung gerechtfertigt. Vermissen wird den Laden doch auch niemand, wenn wir ehrlich sind. Diejenigen die diese grässlichen Klamotten tragen wollen, erhalten diese auch im Internet.

ihr habt Sorgen echt,dann sollte man die Läden verbieten die noch NVA und Stasisachen verkaufen,diese Art von Menschen war schlimmer

Ist mir egal, ob der Laden nun schließt oder offen bleibt. Privatrechliche Streitigkeiten... Wird wahrscheinlich anderswo wieder eröffnen. Aber ich hätte gerne weitere Schnappschüsse (siehe zweites Bild) von den dunklen Gestalten mit Kaputze und (Halb-)vermummung, gerne auch auf der Startseite, damit klar wird, wer da rumquiekt und uns die Welt erklären will.

Die Klamotten bekommt man auch im Internet. Schade, für die Angestellten, die sich nun wohl ins Heer der Arbeitslosen einreihen müssen. Die haben bestimmt Schwierigkeiten einen neuen Job zu bekommen. Es gibt nämlich so einige Arbeitgeber, die sich daran stören, dass im Lebenslauf steht : von - bis angestellt bei Thor Steinar .

ist inzwischen nur noch eine kleine Schaar. Die Arbeitslosenquote ist in ganz Deutschland durchschnittlich sogar kleiner als in der Schweiz. Alles unter 3 % gilt statistisch gesehen nämlich als Vollbeschäftigung.

fängt der Nordkurier an zu löschen. Man könnte das auch Zensur nennen.

finde ich, daß Leserkommentare gelöscht werden, gerade dann, wenn die Disskusion interessant wird. ELIONORES und GUNNARS Beiträge fingen gerade erst an ... Ich konnte keine Verstöße -im Gegensatz zu anderen Beiträgen extremer Teilnehmer- gegen die Netiquette feststellen.

wenn ihr es stehen lasst! Auch wenn es schwer fällt.

Und die überschreiten Sie zu oft.

Es musss schon "zensiert" werden, sonst fliegen uns hier noch Fäkalwörter um die Ohren. Kann man auch Leitkultur nennen. :-) Viele vergessen ihrfe gute Erziehung, wenn sie in Wut und Rage sind.

Es ging darum, daß der eine Parallelen zum Judenboykott aus 1933 zog, der andere die Judenverfolgung ins Spiel brachte. Anscheinend wird auch hier, wenn von Juden die Rede ist, unmissverständlich zensiert. Damit würgt man jede Diskussion ab! Ja richtig, der Nordkurier darf löschen, wie ihm genehm ist. Jeder darf sich seine Schlüsse daraus ziehen.

Die von Ihnen erwähnten Parallelen sind nicht nur faktisch vollkommen falsch (sowohl historisch als auch juristisch), sondern auch Verbrechen relativierend und damit volksverhetzend. Der NK zeigt klare Kante, das nennt man, wie auch den vielfältigen Widerstand gegen den Laden und dessen Klientel, wehrhafte Demokratie. Und Ihre lächerliche Verschwörungstheorie können Sie gern einpacken.

Super. Endlich haben die Proteste Erfolg gehabt. Und siehe da: kriminell sind sie anscheinend auch noch wenn sie Verträge fälschen. Um die verlorenen Arbeitsplätze braucht sich keiner Sorgen machen. Die Rechten sind organisiert und finden überall Unterschlupf oder greifen beim Staat ab. Außerdem wird der Laden wieder vermietet und schafft neue Arbeitsplätze - wenn nicht alle im Internet bestellen. Zu den Kapuzen und Vermummungen: leider gibt und gab es Übergriffe. Schade finde ich es allerdings wenn Vermummung für Straftaten (farbbeutelwürfe) genutzt werden An die Frustrierten: Es bringt also was wenn man sich politisch engagiert. Danke an die Demonstranten, Politiker, Mieter und Vermieter

Lustig, wie hier mal wieder über sogenannte Zensur schwadroniert wird. Einfach mal die Definition lesen. Die Redaktion der Kommentare ist schlicht und einfach "Hausrecht" der Betreiber dieser Webseite.

Ach haben die Spinner erreicht was sie wollten. Nun ist der Laden weg, die Klamotten gibt es aber trotzdem. Kümmert euch lieber um die Vergewaltiger, Tankstellen Räuber, Enkeltrick Betrüger, Einbrecher, Handtaschenräuber etc. ...

Ach wo, die Spinner haben damit nichts zu tun. Das wird hier wieder fälschlicherweise so dargestellt. Unstimmigkeiten im Mietvertrag sind die Ursache. Die Spinner müssen sich einen neuen Platz zum urinieren suchen, vorerst wohl wieder auf der Treppe vorm HKB.

wie hier wieder versucht wird die schließung des THOR STEINAR geschäfts als erfolg zu verbuchen auf der linken seite weil mal 11 faxenhonks ne demo gemacht haben L Ä C H E R L I C H wenn eine geschäftsidee gut ist die nachfrage hoch ist die ware gut ist wird sie sich durchsetzen das ist in der geschäftswelt halt so aber davon werden hier einige verpeilten gestalten nicht's raffen in ihren holen kifferbirnen wo geld zu verdienen ist wird immer jemand sein der die chance war nimmt

Hier haben die waren Demokraten wieder einmal gezeigt,wie es gemacht werden muss ,um unliebsame Geschäfte pp zu vertreiben. Wie hier zu lesen war,wurde der Mietvertrag fristlos wegen Unregelmäßigkeiten jetzt erst gekündigt ! Wer soll das glauben. Hat der Vermieter sich den Mitvertrag nach der Unterschrift nicht noch einmal durchgelesen und ist es ihm jetzt erst aufgefallen ? Diese angebliche Unregelmäßigkeit,wurde nach meinem Dafürhalten nur als Vorwand genutzt. Hier sind wieder alle vor dem linken Mob eingeknickt und haben der Demokratie einen Bärendienst erwiesen.

Noch nie in der Geschichte hat Appeasement gegenüber Menschenfeinden funktioniert. Das vielfältige und konsequente Vorgehen der Zivilgesellschaft gegen den Laden der Menschenfeinde hat dagegen funktioniert (und wurde durch die kriminelle Energie und Dummheit der Ladenbetreiber noch beschleunigt). Hier haben alle Aktiven der Demokratie einen wirklichen Dienst erwiesen und den rechtsextremen Demokratiefeinden gezeigt, dass sie keinen Fuß auf den Boden bekommen. Herzlichen Dank dafür! @Peter: Krokodilstränen abwischen und mit dem Herumopfern aufhören - Sie machen sich ja noch mehr als sonst zum Gespött der Leute (und sowas soll angeblich mal Staatsdiener gewesen sein)!

Herrlich wie sich die alt und neu Rechten zusammen mit ihren sogenannten Reichsbürger hier aufregen, das nun doch dieser Bedeutungsvolle Laden verschwindet. Aber natürlich wird erst noch der braver deutsche Vermieter geschädigt und belogen.