GROßINVESTITION IN BRUNN?

Fronten bei geplantem Mega-Solarpark verhärtet

Die Planung eines Solarparks sorgt in Brunn weiter für Ärger. Am Freitag wollen die Gegner des Bauprojekts ins Gespräch mit den Bürgern kommen.
An die 200 Hektar Natur zwischen Kleinem Landgraben und A20 soll den Solarparkanlagen weichen. 400 Hektar sind als Planungsfl&
An die 200 Hektar Natur zwischen Kleinem Landgraben und A20 soll den Solarparkanlagen weichen. 400 Hektar sind als Planungsfläche vorgesehen. privat/ZVG
Ex-Gemeindevertreter und Biophysiker Ralf Geske
Ex-Gemeindevertreter und Biophysiker Ralf Geske Tim Prahle
Sehen den Solarpark kritisch: Regina Gohla, Danny Wodrich (Mitte) und Michael Freund von der geplanten Bürgerinitiative.
Sehen den Solarpark kritisch: Regina Gohla, Danny Wodrich (Mitte) und Michael Freund von der geplanten Bürgerinitiative. Susanne Schulz
Brunn.

Es ist nicht einmal ein Jahr her, dass das Energieunternehmen EnBW den Bau des „größten Solarpark Deutschlands“ ankündigte. Auf 164 Hektar sollten vor den Toren Berlins Solarmodule aufgestellt werden. Eine Größenordnung, die das Vorhaben in der Gemeinde Brunn nach derzeitigen Planungsstand noch übertreffen würde. Bis zu 200 Hektar könnte der Park an Fläche einnehmen, das ist etwa so groß wie der gesamte Neubrandenburger Stadtteil Oststadt. Insgesamt werden sogar 400 Hektar überplant. So hatte es das Unternehmen Envitec Biogas AG bereits mehrfach der Kommunalvertretung vorgestellt.

Direkt am Kleinen Landgraben, in der Nähe des Landschaftsschutzgebietes Beseritzer Torfwiesen könnte 30 Jahre lang Sonnenenergie in Strom umgewandelt werden. „Ein Solarpark auf wertvollen Weideflächen und Feuchtbiotopen halte ich für ein Verbrechen“, sagt der ehemalige Gemeindevertreter Ralf Geske. Als promovierter Biophysiker kenne er die Belastung, die auch Solaranlagen für die Umwelt bedeuten. „Das ist keine grüne Politik. Das ist Umweltzerstörung“, betont er.

Bürgerversammlung ist für den 7. Februar terminiert

Mannigfaltigen Bedenken haben die Ralf Geske dazu bewogen, sich der in Gründung befindenden Bürgerinitiative „Kleiner Landgraben“ anzuschließen. Diese hatte in den vergangenen Tagen in allen Ortsteilen Brunns und angrenzenden Dörfern Einladungen verteilt. Am Freitag um 19 Uhr wolle man im „Haus der Dienste“ zusammenkommen.

Gründungsmitglied Michael Freund betont: „Wir sind ganz klar gegen die Zerstörung des Urstromtals.“ Dass am Freitag ganz in der Nähe zwei Stunden vorher auch das Weihnachtsbaumverbrennen der Feuerwehr stattfindet, mache nichts. „Dann können die Brunner zeigen, was ihnen wichtig ist. Es geht ja nicht um uns, sondern vor allem auch um unsere Kinder und Enkel“, sagt Freund.

Die Gemeindevertretung Brunns um Bürgermeister Christian Schenk hatte von Beginn an zugesichert, dass die Bürger bei der Solarpark-Entscheidung mitgenommen werden. Eine Bürgerversammlung ist bereits für den 7. Februar terminiert, wie Schenk dem Nordkurier sagte. Das ist früher als ursprünglich angedacht: Die Bestrebungen der Gegner hatten die Gemeindevertretung veranlasst, ebenfalls über das Projekt via Briefkasteneinwurf zu informieren. Noch diese Woche würden die Einwohner aller Ortsteile einen Brief von Christian Schenk erhalten.

Bürgermeister geht von Bürgerentscheid aus

„Es werden auch nicht 400 Hektar Solarpark gebaut, sondern knapp die Hälfte“, entschärft der Bürgermeister anderslautende Gerüchte. Auch würden insgesamt neun Baufelder entstehen, die Wander und Radwege erhalten bleiben. „Es ist ja noch nicht einmal klar, ob Solaranlagen von den Behörden überhaupt in dem Gebiet zugelassen werden“, so der Bürgermeister.

Wie der Nordkurier aus dem Amt Neverin erfuhr, hat sich der Landkreis, dem das Umweltamt angehört, jedoch schon einmal gegenüber dem Investor geäußert. Und der scheint es nach dieser ersten Einschätzung als weiterhin sinnvoll erachtet zu haben, den riesigen Solarpark zu bauen – wenn die Gemeinde denn zustimmt.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Brunn

Kommende Events in Brunn

zur Homepage

Kommentare (1)

„Ein Solarpark auf wertvollen Weideflächen und Feuchtbiotopen halte ich für ein Verbrechen“ - Das trifft den berühmten Nagel mitten ins Kreuz..... Ich wünsche allen Beteiligten einen langen Atem und bleiben stand- und wehrhaft.... Viele sind Ihnen dankbar für Ihr Engagement... Viele Grüße Roland Josch