MECKLENBURGER SEENRUNDE

Früher übergewichtig, heute "Iron Woman"

Noch vor neun Jahren wog Marita Nehrig 100 Kilo. Die Zeiten sind vorbei. Am Freitag wagt sie sich bei der Seenrunde an die 300-Kilometer-Strecke.
Von Ingmar Nehls und Marlies Steffen Von Ingmar Nehls und Marlies Steffen
Marita Nehrig verbringt viel Zeit auf dem Rad. So lange wie bei der MSR hat sie aber noch nie im Sattel gesessen.
Marita Nehrig verbringt viel Zeit auf dem Rad. So lange wie bei der MSR hat sie aber noch nie im Sattel gesessen. privat
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Neubrandenburg.

Wenn der Schalter im Kopf umgelegt ist, dann gibt es keine Grenzen. Dann ist alles möglich. Das zeigt die Geschichte von Marita Nehrig. Vor knapp zehn Jahren traf die Erfurterin eine Entscheidung, die ihr Leben total verändert hat. Schluss mit dem Übergewicht, endlich abnehmen ohne Jojo-Effekt!

„Ein Ernährungsberater hat mir erklärt, dass viel Bewegung meine einzige Chance ist“, sagt Marita Nehrig. Ihr Weg von einem Körpergewicht von über 100 Kilogramm zur Iron Woman soll anderen Menschen Mut machen und darum spricht die starke Frau, die am Freitag bei der Mecklenburger Seenrunde an den Start geht, auch ganz offen über so ein persönliches Thema.

Nach dem Triathlon der Halbmarathon

Ganz langsam, aber mit der Unterstützung eines Personal Trainers, hat Marita Nehrig 2010 zunächst mit dem Laufen angefangen. Weil sie sich im Winter auch mit Schwimmtraining fit halten wollte, entstand der Kontakt zu einem Triathlon-Seminar. „Mein Ziel war nur die Gewichtsreduktion. An Triathlon hatte ich überhaupt nicht gedacht“, erzählt sie. Doch ihr Trainer, Dr. Konrad Smolinski, hat schon früh gesehen, dass eine Iron-Woman in ihr schlummert.

Schon im Mai 2011 hat Marita Nehrig ihren ersten Jedermann-Triathlon geschafft – und gemerkt, dass es kein Hexenwerk ist. Wenige Monate später kam der erste Halbmarathon, 2013 schon ein Triathlon auf der Mitteldistanz in Nordhausen. Am 28. Juli startet Marita Nehrig in Hamburg zum 6. Mal auf der Ironman-Distanz. 180 Kilometer im Sattel kennt sie ganz gut. Jetzt möchte sie auch 300 Kilometer am Stück fahren und hat sich zusammen mit ihrer Sportsfreundin Carmen Ihning zur Mecklenburger Seenrunde angemeldet.

Sogar den Mann zum Sport gebracht

Im März gab es ein Trainingslager auf Mallorca. Aus der Marita Nehrig, die früher hin und wieder Joggen ging und jedes Mal wieder demotiviert aufhörte, ist eine passionierte Sportlerin geworden, die sogar ihren Mann und ihren Sohn angesteckt hat. „Mein Mann hatte keine Lust mehr, bei Wettkämpfen als Taschenträger mitzufahren und hat selbst mit Triathlon angefangen“, erzählt sie.

Wenn die Familie mitzieht, ist es einfacher, solche Trainingsumfänge in den Alltag einzubauen. „Die Motivation muss aber von einem selbst kommen“, sagt Marita Nehrig. Dann würde sich auch die Zeit finden. Wo ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg. Denn die Powerfrau ist Familienmutter, voll berufstätig und hat bis vor kurzem noch ihre beiden Eltern ohne externe Hilfe in der Häuslichkeit gepflegt.

Seenrunde ist Geheimtipp bei thüringer Radlern

Die Mecklenburger Seenrunde ist in ihrer thüringer Sportgruppe ein Geheimtipp, denn schon mehrere Athleten von Konrad Smolinski sind dort gestartet. Obwohl Marita Nehrig schon mehrere Triathlons absolviert hat, geht die 55-Jährige mit viel Respekt aber mit noch mehr Freude an die Herausforderung der MSR ran.

Für Chef-Organisator Detlef Koepke ist Marita Nehrig ein gutes Beispiel dafür, was der Slogan „Meet others, meet yourself“ (Begegne anderen, begegne dir selbst) meint. Koepke möchte, dass die Seenrunde als Plattform verstanden wird, wo es darum geht, was jeder für seine Gesundheit tun kann. Der Radmarathon zeige, was möglich ist, wenn man ein Ziel vor Augen hat.

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