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Frühere Bürgermeister bieten Gemeinden ihre Beratung an

VonAnke BraunsGuter Rat muss nicht teuer sein. Ex-ürgermeister und Verwaltungschefs wollen Kommunen helfen.Altentreptow.Einer Gemeinde sitze sie ja schon ...

VonAnke Brauns

Guter Rat muss nicht teuer sein. Ex-ürgermeister und Verwaltungschefs wollen Kommunen helfen.

Altentreptow.Einer Gemeinde sitze sie ja schon „im Nacken“, spielte Strasburgs Bürgermeister Norbert Raulin (SPD) auf die Beratertätigkeit von Altentreptows Ex-Bürgermeisterin Sybille Kempf (CDU) in Penkun an, wo sie bei der Sanierung des Haushalts helfen soll. Im Nacken will die neu gegründete „Arbeitsgemeinschaft der Altmeister des Städte- und Gemeindetages“ den Kommunen keineswegs sitzen. Ihnen aber Hilfe anbieten. Denn die meisten in der Runde vertretenden ehemaligen Bürgermeister und Leitenden Verwaltungsbeamten waren lange im Amt. „In 20 Jahren hat man eine Menge gelernt und kann einiges weitergeben“, meinte Demmins Altbürgermeister Ernst Wellmer (CDU).
44 Ehemalige, die an der Spitze von Kommunen und Ämtern standen, waren angeschrieben worden, sagte Michael Thomalla, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, bei der Gründungsveranstaltung in Altentreptow. Etwa 30 hätten größeres Interesse signalisiert.
Nicht alle konnten zum ersten Termin kommen, aber unter denen waren auch schon künftige Mitstreiter wie Günter Rhein (SPD) der in Waren noch im Amt ist. Der große Vorteil sei die Unabhängigkeit in diesem Gremium, meinte Schwerins früheres Stadtoberhaupt Johannes Kwaschik (SPD). Man müsse keiner Partei mehr Rechenschaft ablegen, habe keine persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen mehr. „Wenn eine Gemeinde Beratung will, bekommt sie die und keine Rechnung dafür“. Neben Tipps in Sachen Haushalt wünscht sich Günter Rhein zum Beispiel, mit Bürgermeistern und Amstvorstehern über Gemeindefusionen ins Gespräch zu kommen, zu empfehlen, welche Strukturen sinnvoll seien.
Von den Erfahrungen der langjährigen Bürgermeister und Verwaltungschefs will auch der Städte- und Gemeindetag profitieren. Norbert Raulin wünscht sich, dass die Mitglieder gegenüber dem Land klare Positionen beziehen „und sagen, was wir noch nicht sagen dürfen“.