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Für Ausländer ist an der Clubtür Schluss

Werden Ausländer an der Eingangstür zur Disko diskriminiert?
Werden Ausländer an der Eingangstür zur Disko diskriminiert?
Franziska Kraufmann

Bei einer Party in Neustrelitz mussten mehrere Ausländer draußen bleiben. "Heute ist ausländerfreie Veranstaltung" hieß es von den Türstehern. Ein betroffener Student aus Neubrandenburg will diese Diskriminierung nicht akzeptieren.

"Nichts gegen dich, aber heute ist ausländerfreie Veranstaltung", mit dieser Ansage ist einem Neubrandenburger Studenten der Eintritt zu einer Party in Neustrelitz verweigert worden. "Ich dachte zuerst, das sein ein Witz. Mir war das unangenehm und peinlich vor den anderen Leuten", erzählt der Betroffene. Im Alter von  sechs Jahren kam er aus Armenien nach Deutschland, hat in Neubrandenburg Abitur gemacht und studiert jetzt Jura. Er spricht akzentfrei Deutsch und ist bestens integriert. "Man ist ganz offensichtlich nach meinem Erscheinungsbild ausgegangen", sagt der Student. Seinen Namen möchte er nicht nennen. Er und sein Freund, ein Armenier, seien nicht die einzigen Ausländer gewesen, die bei der Halloweenparty nicht reingekommen sind. "Ein Afrikaner, ein Albaner und vier Leute aus Syrien wurden ebenfalls weggeschickt. Einige Russen hat man hingegen reingelassen".

Aufmerksam auf diesen Vorfall hat Pascal Lay gemacht. Der Abiturient aus Neubrandenburg ist auch zu der Veranstaltung gefahren und hatte sich gewundert, warum vor dem Eingang so viele Jugendliche standen und nicht rein durften. Einige kannte er persönlich und fragte bei den Türstehern nach, was der Grund sei. "Ausländerfreie Veranstaltung. Das ist eine Anweisung vom Veranstalter". Pascal Lay konnte nicht glauben, was er da hörte. "Das ist offene Diskriminierung", findet er.

Veranstalter: Eine solche Anweisung gab es nicht

Pascal Lay habe so eine Diskriminierung wie in Neustrelitz auch schon bei einer Discothek in  Neubrandenburg miterlebt. Auch der Redaktion sind mehrere Fälle bekannt, wo jungen Flüchtlingen der Zutritt verwehrt wurde mit dem Hinweis auf ihre Herkunft. "Von solchen Vorfällen erzählen mir junge Leute immer wieder", sagt Gabriele Gröger vom Jugendmigrationsdienst der AWO. Solche Zurückweisungen würden auch dazu beitragen, dass sich Zuwanderer in Neubrandenburg nicht willkommen fühlen und die Stadt auch schnell wieder verlassen, sobald sie einen Aufenthaltstitel bekommen. "Dadurch gehen uns junge Menschen verloren, die die Region dringend brauchen könnte", sagt Gabriele Gröger.

Steffen Köhncke, der die Party in Neustrelitz veranstaltet hat, bedauert, dass es diese Probleme am Einlass gab. Es habe zu keiner Zeit eine Anweisung gegeben, Menschen mit Migrationshintergrund oder anderem Aussehen generell auszuschließen, sagt er. Vor der nächsten Veranstaltung werde es eine Besprechung mit den Ordnern geben, wo dieses Thema behandelt werden soll.