Monika und Jürgen Bergstein hatten sich auf ihre Reise zur Goldenen Hochzeit gefreut, doch nun müssen sie sich mit d
Monika und Jürgen Bergstein hatten sich auf ihre Reise zur Goldenen Hochzeit gefreut, doch nun müssen sie sich mit dem Veranstalter herumärgern. Tim Prahle
Mit einem großen Luxusdampfer der „Mein Schiff”-Reihe sollte es durch die Golfregion gehen.
Mit einem großen Luxusdampfer der „Mein Schiff”-Reihe sollte es durch die Golfregion gehen. Festim Beqiri
Ärger mit Veranstalter

Für dieses Paar platzte der Traum von der Luxusreise zur Goldenen Hochzeit

Ein Ehepaar hatte für seinen 50. Hochzeitstag tolle Pläne. Doch die vorgesehene Kreuzfahrt endete bereits am Flughafen – bis heute kennt keiner die Gründe.
Neubrandenburg

Es sollte alles perfekt werden. Für ihren 50. Hochzeitstag hatten Monika und Jürgen Bergstein eine Kreuzfahrt durch die Golf-Region gebucht. Kinder und Enkel sollten dabei sein, alle hatten sich extra Urlaub genommen. Auch auf dem Schiff war bereits alles gebucht, inklusive einer blumigen Überraschung der Kinder zum Hochzeitstag. Alles war vorbereitet, Heiligabend sollte es losgehen.

Doch der Traum platzte bereits am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg. Familie Bergstein kam gar nicht erst in den Flieger – so wie etwa 30 andere Passagiere. „Da hatte sich eine richtige Menschentraube gebildet“, erinnert sich Jürgen Bergstein. „Wir konnten den Flieger schon sehen, wir waren ja bereits am Gate.“

Reiseveranstalter war nicht zu erreichen

Was gegen die Einreise in die katarische Hauptstadt Doha sprach, von wo aus sie auf das Kreuzfahrtschiff wollten, erfuhren sie nicht. Vom Reiseveranstalter Tui Cruises sei niemand da gewesen. „Sie hatten noch angeboten, dass wir von Hamburg oder Frankfurt fliegen können“, sagt der Rentner. Doch diesen Reisestress hätte Monika Bergstein, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist, nicht bewältigen können. Rätselhaft: Der Flug aus einer anderen Stadt bedeutete, dass mit den Reiseunterlagen alles in Ordnung gewesen war. Doch da sie die Umbuchung nicht annahmen und nicht ins Flugzeug kamen, mussten sie die Reise stornieren.

So verbrachten die Tiefbauingenieurin und der Hochbauingenieur ihren großen Tag im Neubrandenburger Vogelviertel.

Angeblich fehlte ein Formular

Was ist schiefgegangen? Fünf Seiten hatte ihnen die Hamburger Kreuzfahrtgesellschaft eine Woche vor Reiseantritt zugesandt. Um den Wust an Formularen in zu bewältigen, musste die ganze Familie helfen. Eine E-Mail mit Nachfragen, die der Sohn an Tui Cruises schrieb, blieb unbeantwortet, ohne die guten Englisch-Kenntnisse der Enkelin wäre die Familie aufgeschmissen gewesen.

Der Nordkurier hakte bei Tui Cruises nach. Dass Katar die Bundesrepublik genau zum Reisezeitpunkt wegen des Corona-Risikos hochgestuft hat, schließt das Unternehmen aus. „Die verweigerte Einreise der Gäste hatte nichts mit dem geänderten Corona-Risiko zu tun, sondern lag am fehlenden Formular, welches laut behördlicher Vorgaben durch die Gäste selbst erfolgen muss.“ Welches Formular das ist, teilte Tui nicht mit.

Absage-Grund auch drei Wochen später noch offen

Die Bergsteins vermuten, dass der Reisepass möglicherweise der Grund des Ärgers sein könnte. Möglicherweise hatten sie bei der digitalen Bereitstellung der Reisepassnummern die Null mit einem „O“ verwechselt. Ein häufige Stolperfalle. „Aber wir haben die Reisepässe als Kopie ja auch hingeschickt“, verteidigt sich Jürgen Bergstein. Dort sieht man sich allerdings nicht in der Verantwortung, die angegebenen Daten selbst zu überprüfen, wie aus der Antwort an den Nordkurier hervorgeht.

Damit mache es sich Tui zu einfach, sagt Jürgen Bergstein. Zumal das Unternehmen selbst bei der Buchung einige Daten verwechselt hattee, wie er mit den Buchungsunterlagen belegt. Bei Gesamtkosten von stolzen 14.000 Euro seien er und seine Familie als Laien völlig alleine gelassen worden. Und sie hätten selbst drei Wochen nach der geplatzten Reise noch immer nicht den Grund erfahren. Für Tui Cruises zählt jedoch nur, dass die Bergsteins die Reise selbst stornierten, als sie nicht für zusätzliches Geld und Aufwand die Umbuchung über einen anderen Flughafen annehmen wollten.

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Fünf Prozent von 14. 000 Euro bekommen sie erstattet

Fünf Prozent sollen sie nun vom Reisepreis zurückbekommen – oder 15 Prozent Rabatt auf eine neue Reise im Frühjahr. Alles keine Optionen: Stattdessen will die Familie den Fall nun zum Anwalt geben. Mit vielen anderen, die in Berlin nicht ins Flugzeug durften, stünden sie noch in Kontakt, mindestens eine Familie soll bereits den vollen Preis erstattet bekommen haben. Selbst das wäre kaum ein Trost. „Die Reise ist futsch“, sagt Monika Bergstein. Und da sie nicht jünger und gesünder werden, war es wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, noch mal mit der ganzen Familie eine solche Reise zu machen, sagen beide.

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