TREPTOWER STRAßE

Neubrandenburgs Fußgängerzone soll endlich autofrei werden

Gehwegpflaster und eine verengte Einfahrt sollen Autofahrer endlich aus der Fußgängerzone am Marktplatz-Center fernhalten. Vom Beginn der Arbeiten war am Mittwoch allerdings noch nichts zu sehen.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Ohne parkende Fahrzeuge scheint die Fußgängerzone Treptower Straße bislang schier unvorstellbar. Dank der Verengung soll der Missbrauch ein Ende haben.
Ohne parkende Fahrzeuge scheint die Fußgängerzone Treptower Straße bislang schier unvorstellbar. Dank der Verengung soll der Missbrauch ein Ende haben.
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Neubrandenburg.

Mittags, 13 Uhr in der Treptower Straße in Neubrandenburg: Vier Autos parken in der Fußgängerzone. Eine halbe Stunde später sind es fünf; ein Fahrer schickt sich gerade an, seinen Wagen zu starten. Was hingegen nicht zu sehen ist, sind Vorkehrungen für Bauarbeiten, die einer Ankündigung des Rathauses zufolge am Mittwoch beginnen sollten.

Mit diesen Arbeiten soll endlich der Fahrzeugverkehr herausgehalten werden aus dem Straßenabschnitt südlich des Marktplatz-Centers, der wegen seiner Breite offenkundig nicht als Fußgängerzone erkannt wird – trotz der einschlägigen Beschilderung, die lediglich Lieferverkehr zu festgelegten Zeiten zulässt. Mit einer Pflasterung, die das Gehwegband der Dümperstraße fortsetzt, sowie Pollern, die die Einfahrt auf vier Meter verengen, soll sich das ändern.

Zwei Jahre lang diskutiert

Damit sei bei „überschaubaren Kosten“ von rund 7500 Euro eine „pragmatische Lösung“ gefunden worden, findet Stadtvertreter Hans-Jürgen Schwanke (CDU), der sich als drängendster Verfechter einer Regelung hervor getan hatte.

Mehr als zwei Jahre hatten sich die Diskussionen zwischen Betriebsausschuss, Stadtverwaltung und Planern hingezogen, waren Varianten diskutiert und verworfen worden: eine Schranke zu unansehnlich, versenkbare Poller zu witterungs-, elektrische zu störanfällig und ohnehin zu teuer – die Debatten zogen sich hin, das Problem blieb bestehen. Doch letztlich war die Geduld am Ende.

„Wir erwarten Ergebnisse, und ihr gestaltet“, hatte Schwanke noch im April der Verwaltung vorgeworfen. Jetzt liege ein Ergebnis vor, das beide Seiten zufrieden stellen sollte; zumal auch die Zufahrt für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge gesichert sei. Die Ankündigung eines Baubeginns für den gestrigen Tag erfolgte gerade rechtzeitig vor der letzten Stadtvertretersitzung der aktuellen Wahlperiode. Das sei eine ultimative Forderung im Betriebsausschuss gewesen, erklärt Schwanke. Anderenfalls habe er sich vorgenommen, heute Nachmittag im Ratssaal noch „sehr ungemütlich“ zu werden.

Ordnungsamt kontrolliert weiter

Bekannt als Freund deutlicher Worte, will er indessen auch künftig aufmerksam darauf achten, dass hartnäckige Falschfahrer und -parker ordnungsrechtlich belangt werden. Das Ordnungsamt jedenfalls werde wie gehabt auch nach der Umgestaltung kontinuierlich weiter kontrollieren, heißt es auf Nordkurier-Nachfrage aus dem Rathaus.

Dass am Mittwoch im Tagesverlauf von beginnenden Arbeiten noch nichts zu sehen war, sollte Autofahrer nicht in der Illusion wiegen, dort bleibe der Weg bis vor Center-Tore und Ladentüren so bequem wie bisher. Noch bis zum Abend sollten Absperrungen aufgestellt werden, hieß es aus der Neubrandenburger Straßen- und Tiefbau GmbH NST, die mit den Arbeiten betraut ist. Zunächst solle Pflasterung aufgenommen und geprüft sowie das benötigte Material bestellt werden. Rathaus-Angaben zufolge soll die Umgestaltung bis Ende Juni vollzogen sein.

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Kommentare (4)

Viel Lärm um nichts kurz vor der Wahl nochmals richtig auf die Pauke gehauen und am Ende. Erstmal absperren, Pflasteraufnehmen und Material bestellen genau die Reihenfolge. Wird es ein Fahrzeug weniger dort stehen ich bezweifle dies. Die Lade Zone an der Mediamarkt Ausgabe und so einige Lieferanten welche dort stehen werden. Oder aber auch Arztbesuche und und. Anstatt sich für mehr und vor allem bessere Fahrradständer ums Center einzusetzen, Fehlanzeige beim wortgewaltigen Ratsherren. Weil wir schon mal dabei wo ist innerhalb der Stadtmauer auch nur ein Zipfelchen eines Radweges als Zeichen des guten Willen könnte man vor der Marienkirche das querparken untersagen, aber wie gesagt bringt ja keine Aufmerksamkeit als solch gelabere. Wer dort steht und das Ordnungsamt kontrolliert hat sein Ticket. Müsste öfter und auch Samstag viel öfter passieren. Mal sehen welches Thema zur nächsten Wahl ansteht ?

Falschparker und Nichtberechtigte davon abhalten hier zu parken bzw. einzufahren. Schilda... ähhh Neubrandenburg lässt grüßen. Solche Ideen sollte der Wähler beim nächsten Urnengang "honorieren". So dann.....

Aufwand und Nutzen sollte die Stadt Neubrandenburg berücksichtigen. Solch breite Fussgängerzone mit vielen Ladengeschäften lädt niemanden ein, in der Mitte dieser Zone zu flanieren. Nur weil es als Fussgängerzone ausgewiesen ist, muss man nicht diese Zone auf Biegen und Brechen verteuern. Ich kenne zwar nicht den Preis für Fahrradplätze, aber dafür wäre das Geld sinnvoller in der Innenstadt investiert als für erschwerten Zugang für den Lieferverkehr.

Komplett dicht machen. Liefer- und Rettungsverkehr kann auch von der Stargarder Straße aus über den Marktplatz einfahren.
Lieferverkehr natürlich nur außerhalb der Öffnungszeiten. Und als Ladezone für den Mediamarkt waren doch ursprünglich die beiden Kurzzeitparkplätze direkt an der Dümperstraße gedacht. Ich quere die Fußgängerzone werktäglich und bin bereits mehrfach von Autofahrern angemotzt worden, weil ich ihnen im Weg war. In einer Fußgängerzone! Die sollte wirklich endlich mal durchgesetzt werden. Und dank der Verwarn- und Strafgelder sollte sich das auch finanzieren lassen.