Polizei

Boots-Eigentümer vom Tollensesee müssen jetzt handeln

Etwa 1000 Boots-Besitzer bekommen in den nächsten Tagen Post, die sie auf keinen Fall ignorieren sollten, wenn sie weiterhin mit ihrem Boot auf dem Tollensesee in Neubrandenburg fahren wollen.
Freizeitkapitäne brauchen ab 2022 neue Kennzeichen für ihre Boote, wenn sie weiterhin auf dem Tollensesee fahren wol
Freizeitkapitäne brauchen ab 2022 neue Kennzeichen für ihre Boote, wenn sie weiterhin auf dem Tollensesee fahren wollen. Andy Fischer/XL-Emotions
Neubrandenburg

Rund 1000 Eigentümer von Booten auf dem Tollensesee flattert dieser Tage Post ins Haus. In den Schreiben werden sie auf die Neuregelung bei der Kennzeichnungspflicht für ihre Kleinfahrzeuge und auf die aktuell geltenden Ge- und Verbote der gesetzlichen Normen hingewiesen, wie Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) in seinem Bericht über wichtige Angelegenheiten der Stadt mitteilte.

In der Benutzungsordnung Tollensesee von 2017 wird dem Bericht nach geregelt, dass das Befahren des Tollensesees mit Kleinfahrzeugen mit Maschinenantrieb nur mit einem gültigen amtlichen Kennzeichen oder einem amtlich anerkannten Kennzeichen zulässig ist. Die bisher gültigen Altkennzeichen (NB und TO) sind nur noch bis Ende 2022 gültig. Ab dem 1. Januar 2023 gelten auch für diese Fahrzeuge nur noch die amtlichen und amtlich anerkannten Kennzeichen.

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Wer soll das alles kontrollieren?

Die Anordnung der Kennzeichnungspflicht von Kleinfahrzeugen mit Maschinenantrieb dient dem Zweck, dass eventuelle Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten aufgeklärt und geahndet werden können. Nur so ließen sich Täter oder Betroffene auch identifizieren und Sachverhalte aufklären. Die 1000 angeschriebenen Bootseigentümer haben nur zeitlich begrenzte Kennzeichen für ihre Boote.

Derweil stellen sich regelmäßige See-Besucher die Frage, wer da überhaupt kontrollieren soll. Die Neubrandenburger Wasserschutzpolizeistation würde doch ohnehin kaum auf dem Wasser kontrollieren, da von zwei Beamten einer lange fehlte, so die Anmerkungen, die den Nordkurier erreichten. Tatsächlich gebe es nur zwei Mitarbeiter bei der Station, bestätigt Sebastian Seibel, stellvertretender Sprecher des Landeswasserschutzpolizeiamtes. Doch die Einsatzbereitschaft sei ausdrücklich vorhanden, bei Krankheit oder Urlaub werde die Station anderweitig unterstützt.

Jeder Beamte im Schnitt 34 Tage im Jahr krank

„Es kann aber durchaus sein, dass der Eindruck entsteht, dass die Polizei nicht so oft auf dem Tollensesee unterwegs ist“, betont er. Denn das Aufgabenfeld der beiden Neubrandenburger Beamten umfasse mitnichten nur den Tollensesee. Bis in die Demminer und die Friedländer Region hinein sei die Neubrandenburger Station tätig. „Dazu wird gerne angenommen, dass die Wasserschutzpolizei nur auf dem Wasser unterwegs ist“, erläutert Seibel. Doch auch Naturschutzgebiete gehören zu den Kontrollbereichen.

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Wie oft die Polizisten tatsächlich in diesem Jahr auf dem Tollensesee waren, lasse sich nur schwer ergründen, da die Einsätze und Kontrollen immer tagesabhängig seien. Die Krankheitstage werden nach Angaben des Innenministeriums zudem nur zentral erfasst. Nach den dortigen Daten, die dem Nordkurier vorliegen, hat jeder der 288 Mitarbeiter des Landeswasserschutzpolizeiamtes durchschnittlich 34 Tage im Jahr 2020 krankheitsbedingt gefehlt.

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Kommentare (4)

Scheint mir extrem hoch. Gibt es Angaben zu den Gründen dazu, oder ist das bei Beamten normal?

Das dürfte einem durchschnittlichen Krankenstand von etwas über 13 % entsprechen. Ich denke, das ist normal bei Beamten.

Aber danke für die Info.

30 Tage krank im Jahr - also ein Monat Ausfall - ist normal?
Das geht wohl nur, wenn einem Monat für Monat ein festes Gehalt in die Tasche rieselt.
Ich als Freiberufler könnte mir das nicht ansatzweise leisten.
Denn wenn ich krank bin habe ich kein Einkommen. Und wenn ich kein Einkommen habe, kann ich die Kassenbeiträge nicht zahlen. Und dann zahlt die Kasse meine Arztrechnungen nicht.
Also bin ich "gesund" und arbeite, obwohl ich eigentlich krank bin.
Naja - Beamter oder Beamter*in 🤣 müsste man sein...
Aber wer schafft dann das Bruttosozialprodukt?