MORDFALL TORGELOW

Für Leonies Mutter wird das Gericht geräumt

Am Montag sollte die Mutter der getöteten Leonie aussagen. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen, der mordverdächtige Stiefvater ebenso. Die Mutter hat vor ihm zu viel Angst.
Gerald Bahr Gerald Bahr
Philipp Schulz Philipp Schulz
David H. ist wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Auch er musste den Saal im Landgericht Neubrandenburg verlassen, die Mu
David H. ist wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Auch er musste den Saal im Landgericht Neubrandenburg verlassen, die Mutter von Leonie habe zu viel Angst vor ihm, hieß es. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Der Mordprozess im Fall Leonie (6) aus Torgelow geht mit der Vernehmung der Mutter Janine Z. weiter. Die Öffentlichkeit wurde von dem Verfahren am Landgericht Neubrandenburg am Montag ausgeschlossen, der Rechtsanwalt der Mutter beantragte das. Der Schutz ihres Privatlebens überwiege das öffentliche Interesse, hieß es in dem Antrag, dem das Gericht folgte.

+++ Video: So blickte Nordkurier-Reporter Andreas Becker vorab auf den Prozesstag am Montag. +++

 

 

Der Anwalt der 25-jährigen Mutter hatte den Antrag gestellt und ihn unter anderem mit der Einschätzung eines Psychiaters von der Ameos-Klinik in Ueckermünde begründet. Dieser hatte „eine weitere psychische Schädigung” für die Zeugin befürchtet, wenn sie vor Besuchern im Saal aussagen müsste. Seit Anfang März finde sich Z. in Ueckermünde in Behandlung.

Auch gegen Mutter wird ermittelt

Erschwerend komme hinzu, dass Janine Z. sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinde und Angst vor dem angeklagten Stiefvater von Leonie habe, der sie demnach in der Vergangenheit auch bedroht haben soll. Nachdem die Öffentlichkeit den Saal geräumt hatte, wurde auch der mordverdächtige David H. von Sicherheitskräften raus gebracht. Eine Ex-Freundin des Angeklagten hatte bereits ausgesagt, dass er ihr gegenüber gewalttätig geworden sein soll. Auch Polizisten beschrieben David H. aufgrund ihrer Beobachtungen in Leonies Todesnacht als mehrfach unbeherrscht. Er sei sogar den Beamten gegenüber ausgerastet.

Dem 28-jährigen Stiefvater von Leonie wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Er besteht darauf, dass Leonie eine Treppe im Hausflur am Nachmittag hinuntergestürzt sei. Die Retter wurden aber erst rund viereinhalb Stunden danach gerufen. Laut Anklage soll der Mann die Retter nicht früher geholt haben, um mögliche Misshandlungen zu verdecken. David H. schwieg bisher vor Gericht. Für den 25. Oktober kündigte seine Verteidigung eine Aussage an.

Im Prozess gegen David H. ist Janine Z. als Zeugin geladen, sie erwartet womöglich aber ein eigenes Verfahren. Gegen die junge Frau wird wegen des Verdachts der „fahrlässigen Tötung durch Unterlassen” ermittelt.

 

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