SCHLACHTFELD BEI ALTENTREPTOW

Fundstücke kehren an die Tollense zurück

Das Schlachtfeld ist das älteste erhaltene in Europa. An der Tollense nördlich von Altentreptow standen sich vor über 3000 Jahren Hunderte junge Männer in einem Konflikt gegenüber.
Nach Einzelfunden wie menschlichen Knochen, Pfeilspitzen und einer Holzkeule seit den 1980-er Jahren begann 2009 die systemati
Nach Einzelfunden wie menschlichen Knochen, Pfeilspitzen und einer Holzkeule seit den 1980-er Jahren begann 2009 die systematische Erforschung des bronzezeitlichen Fundplatzes im Tollensetal bei Weltzin. Oliver Wunder
Hunderte junge Männer schlugen sich bei der Schlacht an der Tollense die Köpfe ein. Mehr als 12 000 menschliche Knoc
Hunderte junge Männer schlugen sich bei der Schlacht an der Tollense die Köpfe ein. Mehr als 12 000 menschliche Knochen wurden bei den Grabungen geborgen. Uni Greifwald
Diese beschädigte Schädel eines Mannes wurde auf dem Schlachtfeld im Tollensetal gesichert und ist in der Ausstellun
Diese beschädigte Schädel eines Mannes wurde auf dem Schlachtfeld im Tollensetal gesichert und ist in der Ausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit”, die jetzt nach Neubrandenburg kommt. Jens Büttner
Diese Pfeilspitzen zeugen von einer bronzezeitlichen Schlacht im Tollensetal im 13. Jahrhundert vor Christus.
Diese Pfeilspitzen zeugen von einer bronzezeitlichen Schlacht im Tollensetal im 13. Jahrhundert vor Christus. Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern
Die Sonderausstellung „Blutiges Gold” soll Licht- und Schattenseiten einer lange vergangenen Zeit zeigen. Spektaku
Die Sonderausstellung „Blutiges Gold” soll Licht- und Schattenseiten einer lange vergangenen Zeit zeigen. Spektakuläre Funde aus MV öffnen den Blick in eine Welt, die von der Ostsee bis an das Mittelmeer verknüpft war. dpa
Neubrandenburg.

Mit der Entdeckung des Schlachtfeldes im Tollensetal bei Altentreptow musste die Geschichte der Bronzezeit neu geschrieben werden. Sogar Vergleiche mit der epischen Schlacht bei Kadesch zwischen Ägyptern und Hethitern 1274 vor Christus wurden laut. An der Tollense fand vor über 3200 Jahren eine große Schlacht statt, von der nichts überliefert war. In dem Konflikt von überregionaler Bedeutung standen sich Hunderte Männer gegenüber, von denen viele den Tod fanden. Dies konnte anhand spektakulärer Funde von archäologischen Grabungen belegt werden, die bei Weltzin durchgeführt wurden.

Mit der Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ im Neubrandenburger Regionalmuseum kehren die Fundstücke nun ab 18. März erstmals seit Entdeckung wieder in die Nähe ihres Fundortes zurück und werden bis 1. Juni öffentlich präsentiert.

Detlef Klage, Vorsitzender des Treptower Kultur- und Heimatverein, begrüßt die Sonderausstellung in Neubrandenburg. Es sei erst einmal schön, dass die Ausstellung in die Nähe komme. Seiner Ansicht nach wäre es aber besser, wenn sie – wenigstens teilweise – in Zukunft nach Altentreptow ziehen würde.

Eine Idee, wie das in die Realität umsetzten wäre, besteht nach den Worten Klages bereits länger. Mit dem schon seit geraumer Zeit geplanten Bau eines neuen archäologischen Museums in Rostock gebe es dafür eine Chance. Dem Heimatverein sei es ein Anliegen, eine Außenstelle des Museums in die Stadt an der Tollense zu holen und dort die Fundstücke auszustellen, sagt Detlef Klage. Dem Kultur- und Heimatverein schwebt für die Außenstelle ein Standort in die Nähe des Großen Steins oder an anderer Stelle am Klosterberg vor. Klage: „Der Bürgermeister steht ebenfalls hinter dem Vorhaben.“

Ein Teil der Fundstücke war bislang in der gleichnamigen Ausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zu sehen gewesen. Auch im Berliner Martin-Gropius-Bau wurden Exponate der Schlacht an der Tollensee in der spektakulären Schau „Bewegte Zeiten“ über 20 000 Jahre Menschheitsgeschichte präsentiert.

Zur Frage des Standorts hält sich die Landesregierung in Schwerin bislang öffentlich bedeckt. Zu der Ausstellungseröffnung wird in jedem Falle Kulturministerin Bettina Martin (SPD) in die Vier-Tore-Stadt kommen und das Grußwort halten. Begleitet wird die Sonderausstellung von einer Vortragsreihe, die am 25. März in Neubrandenburg beginnt.

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