Neubrandenburger Engels-Ring
Fußgänger fordern „Rot-Blitzer“ an Vierrademühle

Doch doch, der fährt noch, die Ampel zeigt ja erst Dunkelgelb ... Einen Blitzer, um die Rot-Sünder zu überführen, wünschen sich viele Fußgänger für die Ring-Abzweigung Rostocker Straße.
Doch doch, der fährt noch, die Ampel zeigt ja erst Dunkelgelb ... Einen Blitzer, um die Rot-Sünder zu überführen, wünschen sich viele Fußgänger für die Ring-Abzweigung Rostocker Straße.
Susanne Schulz

Die Ring-Abzweigung an der Vierrademühle ist berüchtigt durch Autofahrer, die ihre Ampelphase mehr als ausreizen. Als Unfallschwerpunkt gilt die Kreuzung aus polizeilicher Sicht aber nicht.

Die Ampel leuchtet bereits Gelb, doch der Fahrer des Trucks sieht keinen Grund zu bremsen. So rumpelt der gewaltige Anhänger noch behäbig über die Haltelinie, als die Fußgänger längst Grün haben. Wenige Ampelphasen später ein ähnliches Bild: Nur dass das Lichtsignal schon etwas dunkler als Gelb ist und es sich um einen Pkw handelt, der trotzdem noch flott die Kurve von Friedrich-Engels-Ring in Richtung Rostocker Straße nimmt.

„So geht das alle naselang“, berichtet ein Anwohner aus der Jahnstraße zornig. Vor allem zu verkehrsintensiven Zeiten am Morgen und zum Feierabend beobachte er häufig, dass abbiegende Autofahrer das Ampelsignal ignorieren: Sobald die Anlage auf Gelb schalte, werde erst recht noch Gas gegeben. Am besten sollte dort ein Blitzer installiert werden, um Rot-Sünder zu überführen und zur Verantwortung zu ziehen. Doch wohin sich wenden mit einem solchen Vorschlag?

Das Aufstellen „stationärer Verkehrsüberwachungsanlagen“ ist Aufgabe der Stadt, bestätigt Rathaus-Sprecherin Anett Seidel auf Nordkurier-Nachfrage. Maßgeblich seien dabei Vorgaben vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Bei der Bewilligung von „Rot-Blitzern“ gehe es in erster Linie um die Bekämpfung von Unfallschwerpunkten – wie die Demminer Straße in Richtung Friedrich-Engels-Ring einer war, der aber durch einen stationären Blitzer entschärft werden konnte.

Unfälle passieren eher durch Auffahren

Die Ring-Abzweigung Vierrademühle allerdings stelle derzeit keinen solchen Unfallschwerpunkt dar, heißt es weiter aus der Stadtverwaltung. Aufgrund der Hinweise von Einwohnern hätten Ordnungsamt und Polizei die Kreuzung im Blick. Polizeiliche Kontrollen hätten ergeben, dass es „nicht mehr und nicht weniger Verstöße“ gab als an anderen Kreuzungen. Auch die Zeitschaltungen der Ampeln seien überprüft und für normgerecht befunden worden.

Auch der Polizei ist bewusst, dass die Sicherheit an der Kreuzung Vierrademühle von vielen Bürgern als
problematisch gesehen wird – zumal es wegen der abgestuften Schaltphasen der Ampeln an den Ring- und den Abbiegespuren manchmal zu Missverständnissen komme, wie Polizeisprecherin Diana Mehlberg weiß. „Wir verstehen die Bürger, die sich sorgen, ob erst etwas passieren muss“, betont sie.

Doch aus polizeilicher Sicht sei eine Unfallhäufung an der Rostocker Straße nicht zu verzeichnen: „Wenn sich dort Unfälle ereignen, dann eher durch Auffahren, nicht wegen Rot-Verstößen“, entnimmt sie der Statistik. Natürlich fänden auch an dieser Kreuzung Kontrollen statt, sowohl durch das Neubrandenburger Revier als auch durch die Kollegen der Autobahn- und Verkehrspolizei. Der Fahrzeugführer müsse direkt überführt werden; eine Anzeige durch Augenzeugen mit Nennung des Kennzeichens sei nicht ausreichend.

„Aber es ist nicht an jeder Kreuzung ein Rot-Blitzer möglich“, schränkt die Polizistin ein. Adressat für den Wunsch nach stationärer Verkehrsüberwachung ist die Stadt, die dann eine Einschätzung von der Polizei einholt.