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Nach 29 Jahren gab der Malchiner Horst Rademacher am Wochenende in Stavenhagen den Vorsitz des Regionalverbandes ab. Diesen übernimmt nun der Altentreptower Heiko Werner, der am Sonnabend von der Delegiertenversammlung in das Ehrenamt gewählt wurde. Eckhard Kruse
Kleingärtner wählen neuen Vorsitzenden

Gartenchef gibt nach 29 Jahrenden Vorsitz ab

Bevor er dem neuen Vorsitzenden alles Gute wünschte, holte Horst Rademacher noch einmal zum Rundumschlag aus – und das durchaus kritisch.
Stavenhagen

Es war sozusagen die finale Amtshandlung des langjährigen Vorsitzenden Horst Rademacher. Ein letztes Mal sollte der Malchiner am Sonnabend im Stavenhagener Hotel „Reuterhof“ den Bericht des geschäftsführenden Vorstands verlesen, bevor der 79-Jährige für immer aus der ersten Reihe des Regionalverbandes der Gartenfreunde „Landkreis Demmin 1995“ abtritt. Nach fast 30 Jahren im Dienste von insgesamt 41 Kleingartenvereinen und hunderten Kleingärtnern.

Doch bevor es soweit war mit der Wahl eines neuen Gartenfreundes an der Spitze der Verbandes, gab es für den scheidenden Chef Rademacher noch jede Menge zu berichten. Einiges davon war nicht ganz so rosig. So seien die Klimabedingungen der vergangenen zwei Jahre für alle Kleingärtner wenig hilfreich gewesen. „Die beiden trockenen Sommer 2018 und 2019 haben die Wasserkosten beansprucht, der Spätfrost im Frühjahr 2019 einen großen Teil der Obsternte negativ beeinflusst“, beschrieb er die Situation. Und der milde Winter der zurückliegenden Wochen sei noch gar nicht abschätzbar. Auch in der Politik waren seinen Ausführungen nach wenig positive Signale in der zurückliegenden Dekade erkennbar. Rademacher verwies auf die Pachtpreiserhöhungen, die einige Kommunen ins Spiel brachten oder womöglich bringen wollen.

Und wie ist die Situation in den Kleingartenvereinen? Diese Frage stellte Horst Rademacher mit festem Blick auf die anwesenden Kleingartenfreunde aus dem Malchiner, Demminer, Stavenhagener und Altentreptower Bereich. Er kam gleich zur Sache. „Der zunehmende Leerstand verursacht die größten materiellen und personellen Aufwendungen“, sagte der Noch-Vorsitzende. Um im gleichen Zug ein positives „Aber“ einzufügen. Der Leerstand habe nur um 14 auf 540 Parzellen zugenommen. 2018 waren es noch 46, ein Jahr davor 45. Daraus schlussfolgerte Rademacher, dass die Aktivitäten der Vereinsvorstände Früchte tragen. „Es kann nur besser werden“, so Rademacher. Das schließt auch das Durchschnittsalter in den Vereinen ein. Bei den 41 Vorsitzenden im Regionalverband liegt das zurzeit bei 61 Jahren.

Fortschritte sieht der Regionalverband der Gartenfreunde derweil beim Zusammenwirken mit den kommunalen Verwaltungen, hieß es im Bericht. So gewähre beispielsweise die Stadt Altentreptow auf Antrag Pachterlass für die nicht vergebenen Parzellen. Positiv sind auch die solide finanzielle Situation, die unbefristeten Pachtverträge und die noch relativ niedrigen Pachtgebühren, wie Rademacher zu verstehen gab. Mit dieser Ausgangslage startet jetzt der am Samstag neu gewählte Vorstand des Regionalverbandes. Den Vorsitz übernimmt fortan der Altentreptower Heiko Werner, der zuvor als Stellvertreter von Horst Rademacher fungierte.

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