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Zu viel Müll

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Gastronom will Alkohol in Neubrandenburger Innenstadt verbieten

Soll Alkohol trinken in der Neubrandenburger City verboten werden? Ein Gastronom wagt den Vorstoß. Selbst in Amsterdam (kleines Foto) gilt solches an manchen Plätzen. 
Soll Alkohol trinken in der Neubrandenburger City verboten werden? Ein Gastronom wagt den Vorstoß.
Thomas Beigang

Öffentlich in der Innenstadt von Neubrandenburg Alkohol trinken? Dies will ein Stadtvertreter - zugleich Gastronom - verbieten lassen. Selbst politischen Gegnern schmeckt der Vorschlag.

Ausgerechnet ein Gastronom will den öffentlichen Genuss von Alkohol in der Neubrandenburger Innenstadt verbieten. Nicola d’Aniello, Inhaber von Restaurants und Cafés in Neubrandenburg, hat sich den folgenreichen Vorschlag gut überlegt: „Ich erlebe das doch fast täglich: Scherben von kaputten Flaschen und Müll. Dazu der von Betrunkenen angerichtete Vandalismus.“

Kontrollen des Ordnungsamtes sollen reichen

Wird in der City außerhalb von Gaststätten das Trinken von Alkohol verboten, werde dieser hässliche Anblick der Vergangenheit angehören, hofft der aus Neapel stammende Geschäftsmann. Der parteilose Stadtvertreter, der erst seit der vergangenen Woche der CDU-Fraktion im Neubrandenburger Parlament angehört, glaubt an die Unterstützung seiner christdemokratischen Mitstreiter. Deren Vorschlag für eine härtere Gangart im Kampf für mehr Ordnung und Sicherheit in der Stadt ist erst vor wenigen Tagen von der Mehrheit der Stadtvertretung abgelehnt worden. Dabei hatten die Verfasser den größten Knackpunkt schon gestrichen: Die alte CDU-Forderung nach Videoüberwachung des Marktplatzes.

„Das muss ja auch gar nicht sein“, sagt Nicola d’Aniello. Sollte sein Vorschlag angenommen werden – der Gastronom hofft auf die Stadtvertretersitzung schon im September – würden Kontrollgänge von Mitarbeitern des Ordnungsamtes ausreichen. „Die kontrollieren und bei Verstößen gegen die neue Verordnung muss eben ein Bußgeld bezahlt werden“, so der Neubrandenburger, der sich so den „Wegzug“ von Trinkern aus der City erhofft. Seine Heimatstadt Neapel, so d’Aniello, sei nun wirklich eine recht wilde Stadt. „Aber dass dort jemand öffentlich ein Bier nach dem anderen austrinkt, erlebt man in Neapel nicht.“

Amerikanische Verhältnisse?

Dem Chef der Linken in der Stadtvertretung, Toni Jaschinski geht die Forderung vielleicht ein bisschen zu weit – ganz ablehnen will er sie aber nicht. „Man kann darüber nachdenken, ob nun gleich die ganze City betroffen sein muss oder vielleicht der Marktplatz als alkoholfreie Zone ausreicht“. Eigentlich sei er kein Freund von Verboten, so Jaschinski auf Nordkurier-Nachfrage, aber angesichts des traurigen Zustands, den der Marktplatz dann und wann biete, könne man durchaus darüber nachdenken.

Der gleichen Ansicht ist der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Neubrandenburger Stadtvertretung, Michael Stieber: „Ich kann mir das schon vorstellen“, sagte er. Allerdings kommt Stieber nicht umhin zu fragen: „Was kommt dann? Und wie soll das Verbot durchgesetzt werden?“ Vielleicht drohen dann, malt der SPD-Fraktionschef schwarz, amerikanische Verhältnisse und jeder, der sein alkoholisches Getränk tarnen will, umhüllt das mit einer Papiertüte.

Kommentare (8)

Und dann, ade Weihnachtsmarkt! Denn, Weihnachtsmarkt ohne den Duft von Glühwein,der ist auch Alkohol, ist für den A.... . Oder gibt's dafür dann eine Ausnahmeverordnung?

Na siehst Mal gibt doch noch sinnvolle Vorschläge. Dieser Schritt hätte schon lange gemacht werden müssen. Das öffentliche Spritzen von Drogen ist ja auch nicht erlaubt. Und damit sollte es auch für Alkohol in jeglicher Form gelten, außerhalb von der Gastronomie. Die negativen Folgen könnte man ja am Montag wieder sehen ein Haufen besoffener Weibsbilder.

Dann müssen die Ordnungsamtler aber auch alle Coffee-To-Go-Becher kontrollieren, ob da nicht alkoholische Getränke drin sind oder wenigstens ein Baileys Latte. Oder die Wasserflaschen wegen Wodka- oder Korn-Beimengungen. Oder die Cola-Flaschen auf Rum-Bestandteile ...

Den Marktplatz und die anschließende Fußgängerzone sehe ich im Allgemeinen zweimal täglich. Überquellende Papierkörbe machen es vielen Passanten schwer, ihren Müll nicht auf die Straßen zu werfen und die gefiederten Freunde verteilen es dann großräumig. Das wäre mal ein gedanklicher Ansatz für mehr Ordnung in der Innenstadt. Und wenn es schon ein Alkoholverbot auf den Straßen geben soll, dann bitte konsequent und ohne Ausnahmen. Für mehr Schwedeneisbecher in geschlossenen Räumen!!

ist mit den Betrunkenen, welche sich in Herr d'Aniello's gastronomischer Einrichtung volllaufen lassen? Die randalieren dann nicht und schmeißen auf dem Heimweg auch nicht ihre leeren Colaflaschen auf den Boden? Schöne Marketingstrategie vom Neapolitanischen Geschäftsmann. Sollen sie doch lieber Einweggeschirr verbieten, dann gibt es auch weniger Müll in der Innenstadt.

Das ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Als ob Müll und zerbrochene Flaschen alles auf dem Marktplatz bzw. vor dem Gastronomischen Betrieb des Herrn d´Aniello landen würden. Nein ist die ungezügelte Gier nach mehr Einnahmen, wenn Alkohol verboten werden sollte, so erhofft sich dieser "Geschäftsmann" offenkundig mehr Einnahmen mit der Hoffnung, das die Leute bei ihm mehr trinken. Der Vorschlag des werten Gastronom ist nichts weiter als schlichte Berechnung und dem Hoffen von mehr Einnahmen, denn so schlimm sieht der Marktplatz Neubrandenburg wirklich nicht aus. Mein Vorgänger ONYX084230 brachte es absolut richtigerweise auf den Punkt. "Schöne Marketingstrategie..." Denn offenbar haben einige Gastronome in Neubrandenburg und außerhalb ein ziemliches Kundenproblem, sprich es kommen zu wenige Kunden - bei den Mondpreisen in der Getränkelandschaft kein Wunder. Aber gut, nichts als Eigennutz des Herrn d´Aniello, nichts als purer Eigennutz. Um Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum geht es dem Herrn Gastronom nicht, sondern nur um Geldverdienen.

Was ist mit den Betrunkenen, die außerhalb der City sich betrinken und dann den Müll in der City abladen? Was ist mit den Nüchternen, die ihren Müll in der City nicht in die vorgesehenen Behälter entsorgen? Was ist mit den im nicht-öffentlichen Bereich der City sich Betrinkenden, die dann auf dem Heimweg oder bei einer Runde ums Haus mal so eben den anfallenden Müll fallen lassen? Es ist zudem wirklich sehr schwer vorstellbar, dass Neapolitaner Bier trinken.

Ja auch fahrbare Ausschanktheken aufstellen mit Mehrweggläser, mit Spülung .