NEUBRANDENBURGER STADTVERTRETER

▶ Gedenkbank für einen Unbekannten am Tollensesee?

Die Neubrandenburger Stadtvertreter müssen über eine Spende abstimmen, die durchaus mysteriös scheint. Denn die Person, für die eine Gedenkbank aufgestellt werden soll, kennt niemand.
Den kleinen Steg nahe dem Augustabad wünschen sich die Spender als Standort für die Bank zum Gedenken an Prof. Ulric
Den kleinen Steg nahe dem Augustabad wünschen sich die Spender als Standort für die Bank zum Gedenken an Prof. Ulrich Raubach. Beliebt ist das lauschige Fleckchen allerdings auch bei Möwen. Susanne Schulz
Neubrandenburg.

Wer ist eigentlich Professor Ulrich Raubach? Diese Frage beschäftigt derzeit die Neubrandenburger Stadtvertreter, die über die Annahme eines ungewöhnlichen Spendenangebots befinden sollen. Denn bekannt ist ihnen weder die Initiatorin Bettina Otto noch besagter Professor, zu dessen Gedenken am Tollensesee eine Bank aufgestellt werden soll.

 

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Wirtschaftsexperte von der Fachhochschule Wedel

Da der Wert der Spende die 1000-Euro-Marke übersteigt, muss die Stadtvertretung entscheiden. Und deren Mitglieder möchten natürlich wissen, wen sie da ehren sollen. Eine Internet-Recherche fördert Auskunft zutage über einen 2018 verstorbenen Wirtschaftsexperten, der 32 Jahre an der Fachhochschule Wedel wirkte und mit fachlichen wie auch menschlichen Qualitäten begeisterte.

Eine Verbindung zu Neubrandenburg wird da nicht ersichtlich. Aber: Der Professor habe gern Urlaub gemacht in Neubrandenburg und besonders den Blick auf den Tollensesee geliebt, brachte Dirk Schwabe, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Immobilienmanagement, in Erfahrung. Mitarbeiter der Wedeler Fachhochschule bemühten sich daher um eine Würdigung des einstigen Kollegen an seinem Lieblingsort: dem kleinen Steg nahe dem Augustabad, mit Blick übers Wasser auf das Belvedere und die Stadtsilhouette. Die Folgekosten werden in der Beschlussvorlage auf 50 Euro jährlich veranschlagt, zu leisten aus dem Instandhaltungsetat des Immobilienmanagements.

Offene Fragen sollen geklärt werden

Das sprichwörtlich „Gleiche in Grün“ begegnet den Stadtvertretern übrigens mit einem Spendenangebot vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule Neubrandenburg: zur Pflanzung eines Gedenkbaumes auf städtischem Gelände in Küssow. Da der Wert der Spende hier bei nur 128,40 Euro liegt (wenn auch mit veranschlagten Folgekosten von jährlich rund 200 Euro), obliegt die Entscheidung über die Annahme dem Hauptausschuss. Die Frage, wem das beabsichtigte Gedenken überhaupt gilt, soll nächste Woche im Betriebs- und Finanzausschuss geklärt werden – ebenso wie offene Fragen zur Bank am Tollensesee.

 

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