NS-VERBRECHEN

Gedenktafel in Neubrandenburg erinnert an polnische KZ-Opfer

Die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen hatten Tränen in den Augen. In Neubrandenburg wird jetzt an 45 Frauen aus Polen erinnert, die im KZ-Außenlager Ravensbrück starben.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Der Gedenkstein erinnert an die am Neuen Friedhof in einem Sammelgrab ruhenden 45 weiblichen polnischen KZ-Häftlinge.
Der Gedenkstein erinnert an die am Neuen Friedhof in einem Sammelgrab ruhenden 45 weiblichen polnischen KZ-Häftlinge. Mirko Hertrich
Hochbetagte Überlebende ließen es sich nicht nehmen, am Gedenkstein an ihre verstorbenen Leidensgenossinnen im KZ-Außenlager zu erinnern.
Hochbetagte Überlebende ließen es sich nicht nehmen, am Gedenkstein an ihre verstorbenen Leidensgenossinnen im KZ-Außenlager zu erinnern. Mirko Hertrich
Der polnische Generalkonsul in Berlin, Marcin Jakubowski, mahnte zum Erinnern, hob aber auch die heutige deutsch-polnische Freundschaft hervor.
Der polnische Generalkonsul in Berlin, Marcin Jakubowski, mahnte zum Erinnern, hob aber auch die heutige deutsch-polnische Freundschaft hervor. Mirko Hertrich
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Neubrandenburg.

Im Beisein von Überlebenden ist am Sonnabend in Neubrandenburg eine Gedenktafel für 45 polnische Zwangsarbeiterinnen enthüllt worden, die in den hiesigen Außenlagern des KZ Ravensbrück während der Zeit des Nationalsozialismus zu Tode gekommen sind. Zu der Zeremonie am Frauenehrenmal, zu der die polnische Botschaft eingeladen hatte, kamen rund 200 Menschen, darunter auch Familienmitglieder der Opfer, Geistliche und polnische Soldaten. Viele trugen Fahnen oder Wimpel in den polnischen Nationalfarben. Die Veranstaltung am Neuen Friedhof stieß auch auf reges Interesse polnischer Medienvertreter.

In Neubrandenburg befanden sich während der NS-Zeit das größte Außenlager des KZ Ravensbrück, in dem rund 6000 Frauen unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit für die „Mechanische Werkstätten Neubrandenburg” (MWN) leisten mussten. Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) sagte in seiner Rede, Neubrandenburg stelle sich seit Jahrzehnten seiner Verantwortung und arbeite „dieses dunkle Kapitel unserer Stadtgeschichte offensiv” auf. So sei im vergangenen Jahr an dieser Stelle eine Gedenktafel enthüllt und 97 bis dato unbekannten Frauen „ihre Würde ein Stück weit” zurückgeben worden. „45 von ihnen waren Frauen aus unserem Nachbarland.”

Ausstellung im Stadtarchiv

Der polnische Generalkonsul in Berlin, Marcin Jakubowski, äußerte die Hoffnung, dass das Frauenehrenmal für Polen und Deutsche ein Gedenkort wird, „zu dem viele unserer Landsleute pilgern”. Eine Rede hielt auch Arkadiusz Szlachetko, dessen Urgroßmutter Maria Ratajczak unter den aufgeführten Opfern ist. Er konzipierte auch eine Ausstellung über das Schicksal der Frauen im KZ-Außenlager, die noch bis zum 10. Mai im Neubrandenburger Stadtarchiv zu sehen ist.

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