Auswirkungen der Hitze
In den Supermärkten wird das Wasser knapp

Leere Paletten im Getränkeregal: Dieses Bild bietet sich derzeit zum Glück nur in wenigen Neubrandenburger Supermärkten. Bei starker Hitze wird empfohlen, viel zu trinken.
Leere Paletten im Getränkeregal: Dieses Bild bietet sich derzeit zum Glück nur in wenigen Neubrandenburger Supermärkten. Bei starker Hitze wird empfohlen, viel zu trinken.
Jörg Franze

In einigen Neubrandenburger Supermärkten sind Wasser oder andere nicht-alkoholische Getränke knapp. Die Nachfrage der Kunden ist wegen der aktuellen Hitze deutlich gestiegen.

„Viel Trinken!“, lautet ein wichtiger Ratschlag, um in der seit Wochen andauernden Temperaturschlacht nicht unterzugehen. Zwei, drei Liter pro Tag sollen es mindestens sein. Doch dafür benötigt der Mensch auch viele Getränke. Und in einigen Neubrandenburger Supermärkten soll es da zuletzt gar nicht so gut ausgesehen haben, berichten Einwohner, insbesondere aus der Innenstadt.

Lieferschwierigkeiten bei Edeka

Und wirklich: Wer im Edeka-Supermarkt im Marktplatz-Center den Gang mit den Getränken abläuft, entdeckt mitunter viele Lücken. Sind das schon die Vorboten der bevorstehenden Schließung? „Wir bieten bis zum Schluss das volle Sortiment an, aber derzeit machen uns große Lieferschwierigkeiten zu schaffen“, heißt es aus dem Markt. Immer wieder komme es vor, dass bestellte Ware aus dem Getränkesortiment nicht geliefert werde. „Die Produzenten kommen offenbar nicht hinterher“. Hinzu kommt nach Beobachtung des Marktpersonals aber eine stärkere Nachfrage. „Die Leute in der Innenstadt kaufen auf Vorrat.“

In anderen Märkten scheinen die Lücken nicht so groß, ergab eine kleine Umfrage in der Stadt. Beim Rewe-Markt in Broda sind alle Getränke ist ausreichender Menge vorhanden. „Bisher gibt es keine Lieferschwierigkeiten“, versichert Markt-Chef Mathias Lehmann. Die ein oder andere Brauerei habe im Sommer immer ein paar Probleme bei bestimmten Bier-Sorten, das sei in diesem Jahr nicht anders als sonst. Aber der Stamm-Lieferant habe bisher quer durchs Sortiment für Nachschub sorgen können.

Extremes Wetter-Jahr

„Aber es ist schwieriger geworden“, gibt Jürgen Sojka vom gleichnamigen Getränkefachgroßhandel zu. Er beliefert etliche Supermärkte in der Region und betreibt im Reitbahnweg auch einen eigenen Fachmarkt. „Wir sind zur Zeit zwar noch hundertprozentig lieferfähig, aber nicht jeden Tag mit vollem Sortiment.“ So ein extremes Jahr sei ihm in 30 Jahren Unternehmergeschichte nicht in Erinnerung. „Wir haben ja praktisch seit April Sonne und Wärme und demzufolge auch eine höhere Nachfrage.“ Für den eigenen Getränkemarkt reiche normalerweise ein Lastzug zur Belieferung, jetzt schicke man an manchen Tagen zwei auf die Reise. Auch andere Supermärkte würden wesentlich mehr Ware als sonst abnehmen. „Wir haben uns auf die zusätzliche Nachfrage eingestellt und mehr Personal eingestellt. Aber es ist trotzdem eine ziemliche Herausforderung“, gibt Sojka zu.

Im großen Real-Getränkemarkt im Bethanien-Center spürt man ebenfalls die Auswirkungen der Hitzewelle. „Wir registrieren eine deutlich höhere Nachfrage. Derzeit schaffen wir es noch, mit der Belieferung hinterher zu kommen. Aber wenn das Wetter weiter anhält, will ich keine Prognose wagen“, erklärt Marktchef Martin Heine. Quer durchs Sortiment sei alles ausreichend vorhanden, lediglich bei Angebotsware gehe der Abverkauf manchmal so schnell über die Bühne, dass es zu Engpässen kommen könne.

Bundesweit machte zuletzt ein anderes Problem Schlagzeilen. Die deutschen Bierhersteller klagten, dass fehlendes Leergut die Produktion aufhalten würde. Und speziell in Neubrandenburg sorgte ein weiteres Thema dafür, dass in einigen Märkten das Wasser knapp wurde: Die Chlorung des Trinkwassers in großen Teilen der Stadt empfanden etliche Bürger als unangenehm. Und deckten sich nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Zähneputzen und Waschen mit stillem Wasser aus den Supermärkten ein.