STUDIO MUSIK FESTIVAL

Gelungene Festivalpremiere am Tollensesee

Fast aus dem Nichts hat der Neubrandenburger Studio-Verein ein „Festival der Künste” auf die Bühne gezaubert. Das macht eine Wiederholung 2022 und darüber hinaus wahrscheinlich.
„Niels Frevert & Band“ brachten Musik mit deutschen Texten mit zum „Studio am See“-Festival. Der S
„Niels Frevert & Band“ brachten Musik mit deutschen Texten mit zum „Studio am See“-Festival. Der Sänger und Songwriter war in den 1990er-Jahren Frontmann der bekannten Hamburger Combo „Nationalgalerie“. Mirko Hertrich
Die Berliner Band „Eule & Lärche“ hatte am Schlagzeug noch „Specht“ mit dabei und animierten
Die Berliner Band „Eule & Lärche“ hatte am Schlagzeug noch „Specht“ mit dabei und animierten bei Kinderkonzert Jung und Alt zum Mitmachen. Mirko Hertrich
Neben Musik für die Ohren gab es auch was fürs Auge aus dem Pinsel des Neubrandenburger Malers Tom Wollenberg.
Neben Musik für die Ohren gab es auch was fürs Auge aus dem Pinsel des Neubrandenburger Malers Tom Wollenberg. Mirko Hertrich
Bert, Jule und Georg vom Studio e.V. konnten die Aufregung und Vorfreude bei der Eröffnung des Festivals der Künste
Bert, Jule und Georg vom Studio e.V. konnten die Aufregung und Vorfreude bei der Eröffnung des Festivals der Künste in der RWN-Halle am Tollensesee nicht ganz verbergen. Mirko Hertrich
Niels Frevert und Band spielt beim Studio am See Festival in Neubrandenburg. Nach langer Pause hatte es der Studio Musik-Verei
Niels Frevert und Band spielt beim Studio am See Festival in Neubrandenburg. Nach langer Pause hatte es der Studio Musik-Verein wieder veranstaltet und dafür die Halle 8 am Yachthafen hergerichtet. Neben der Bühne hat der Neubrandenburger Künstler Tom Wollenberg Livepainting veranstaltet. Simon Voigt
Niels Frevert spielt beim Studio am See Festival in Neubrandenburg. Nach langer Pause hatte es der Studio Musik-Verein wieder
Niels Frevert spielt beim Studio am See Festival in Neubrandenburg. Nach langer Pause hatte es der Studio Musik-Verein wieder veranstaltet und dafür die Halle 8 am Yachthafen hergerichtet. Simon Voigt
Neubrandenburg ·

Auch ohne den Rammstein-Engel und trotz strenger Hygieneregeln konnten die Macher für eine neue Festival-Tradition in Neubrandenburg einen soliden Grundstein legen. Am Sonnabendmorgen hatte Sängerin Bobo von der Band „Bobo in White Wooden Houses“, die einst der international bekannten Band „Rammstein“ ihre Stimme für den Hit „Engel“ lieh, den Auftritt beim neuen Neubrandenburger Festival der Künste „Studio am See“ kurzfristig abgesagt.

Festival-Tradition soll wieder aufleben

„Sie liegt mit hohem Fieber im Bett“, berichtete Mitorganisator Georg Saßnowski auf der Bühne in der Halle 8 auf dem RWN-Gelände über den morgendlichen Schreck, bei dem er sich „fast an seinem Müsli verschluckte“. Fieberhaft war dann auch die Suche nach einem passenden und vor allem verfügbaren Ersatz. Nach „gefühlt einer Million Anrufen“ erklärte sich laut Saßnowski die Leipziger Sängerin June Cocó spontan bereit, als erste von drei Bands am Sonnabend in Neubrandenburg aufzutreten. Immerhin wartete dort ihr Mikrofon, das sie beim Konzert auf dem 21. „Immergut“-Festival in Neustrelitz vergessen hatten, wie sie den Zuschauern verriet. Eine Festival-Tradition wie in der Residenzstadt will auch der Verein „Studio“ in der Vier-Tore-Stadt wieder aufleben lassen, nachdem sich ein erster Anlauf 2005/06 mit Freiluftkonzerten im Kulturpark auch aufgrund mangelnder Unterstützung der Stadt im Sande verlief. Der Verein wurde jedoch nicht aufgelöst in der stillen Hoffnung, in Neubrandenburg mal wieder laute Rock- und Pop-Musik auf die Bühne bringen zu können, die nicht ganz dem Massengeschmack entspricht, wie der Vereinsvorsitzende und Profi-Musiker Bert Wenndorff stets betonte.

Rathaus spendierte 14.000 Euro

Die Voraussicht und das Warten haben sich gelohnt. Diesmal kam die Stadt auf den Verein zu, ob die Mitglieder ein Festival ausrichten könnten, wie Kulturdezernent Birger Maßmann schilderte. Die Bereicherung des Programms in der Kultur- und Eventstadt ließ sich das Rathaus mit 14.000 Euro auch was kosten, damit die Premiere der Veranstaltung mit Unterstützung weiterer Sponsoren auf die Beine gestellt werden konnte.

Diese sollte sich nicht nur auf Musik beschränken, sondern als „Festival der Künste“ alle Sinne und viele Zielgruppen ansprechen. Entsprechend waren Installationen in der liebevoll zum Konzertraum umfunktionierten Bootshalle zu sehen und Maler Tom Wollenberg demonstrierte live sein künstlerisches Können neben der Bühne. Auf der brachten neben June Cocó die Gruppen „Niels Frevert & Band“ und „Razz“ das nach langer Live-Abstinenz dankbare Publikum zum Mittanzen und -singen wie schon am Nachmittag die Combo „Eule & Lerche“ beim Kinderkonzert. Dieses fing etwas verspätet an, weil viele Besucher den obligatorischen Corona-Test erst im mobilen Testzentrum machten.

Witt kündigt weitere Unterstützung an

Oberbürgermeister Silvio Witt, der am Morgen den Startschuss für das Frauenrennen der Mecklenburgischen Seenrunde (MSR) gegeben hatte, dankte zu später Stunde auf der Bühne dem Studio e.V. für dessen „tolles Engagement“ und kündigte für 2022 eine weitere Unterstützung der Stadt an. „Das wollen wir auf jeden Fall wieder machen.“

Auch bei den Künstlern, die sich allesamt froh zeigten, mal wieder vor Publikum spielen zu dürfen, hinterließ das Kulturevent am Tollensesee Eindruck. Der Hamburger Sänger und Songwriter Niels Frevert schwärmte, „ich habe schon lange nicht mehr ein Festival gesehen, das mit so viel Liebe gemacht ist.“

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Kommentare (5)

Wirklich tolles und liebevoll gestaltetes Festival. Danke an die Veranstalter, die Künstler und die Stadt Neubrandenburg für die Unterstützung.

Und der Verein musste von der Stadt noch gebeten werden das Geld raus zu hauen? Da haben sich die 300 Besucher bestimmt sehr gefreut. Was gab es denn Feines? Eine Flasche Schampus für jeden? Wurden alle Vereine in der Stadt gefragt? Das Geld können eigentlich alle gebrauchen, oder? Tut mir leid, aber das klingt für mich nach Klüngelei und Vetternwirtschaft.

Auf einem Bein steht man schlecht. Jeder Besucher hat daher zwei Flaschen Edelschampus erhalten :)
Mal im Ernst. Das Festival hat unter Corona-Schutzbedingungen stattgefunden. Durch Abstandsregeln war nur eine bestimmte Teilnehmerzahl möglich. Es gab ein Testmobil für kostenlose Corona-Tests. Glauben Sie ernsthaft, dass alles mit dem Eintrittspreis kompensiert werden kann?
Kultur ist oft ein Zuschussgeschäft. Dafür bin ich gerne bereit Steuern zu zahlen. Sportvereine werden auch gefördert. Auch das ist richtig. Es bringt nichts zu versuchen Interessensgruppen gegeneinander auszuspielen.

Es wird ständig darüber lamentiert, dass in Neubrandenburg nichts los sei. Jetzt unternehmen Künstler mit Unterstützung der Stadt etwas und das wird als Klüngelei und Vetternwirtschaft bezeichnet. Diese Art von Meckerkultur ist wenig förderlich für eine attraktive Stadt.

Und das hat mit Meckerkultur nichts zu tun. Ein eigenes Corona Testmobil - wozu? Kann man keine kostenlosen Tests mehr in den Zentren machen? Bei 300 Teilnehmern ist eine Förderung von 14.000 Euro einfach zu viel. Wie gesagt, meine Meinung. Das Geld für Events holen sich andere Vereine usw. auch durch Eintrittsgelder, Spenden, Sponsoring oder durch Getränkeverkauf wieder rein. Wie machen die das denn? So wirkt das auf mich wie eine elitäre Förderung aufgrund von Vetternwirtschaft. Wir sind ca. 63000 Einwohner in der Stadt. Hochgerechnet auf die Einwohnerzahl müsste die Stadt einen Kulturhaushalt von fast 3 Millionen Euro haben, wenn das Geld für alle in diesem Maß gerecht eingesetzt werden soll. Würde mich freuen, wenn's so wäre - ist es aber nicht. Im Haushalt der Stadt stehen für "Aktionsförderung beispielsweise für Kleinkunst- und Kulturevents" 50.000€ pro Jahr. Fehlt also ein wenig, oder?