FUßGÄNGERZONE

Umbau der Treptower Straße in Neubrandenburg hat sich verzögert

Vor knapp drei Wochen sollte mit der Umgestaltung der Fußgängerzone in der Treptower Straße von Neubrandenburg begonnen werden. Doch bislang hat sich nicht viel getan. Warum?
Tobias Holtz Tobias Holtz
Die Schilder und der einsame Blümenkübel halten Autofahrer bislang nicht davon ab, verbotener Weise in die Fußgängerzone zu fahren und dort zu parken. Das soll sich ab Montag, 3. Juni, ändern.
Die Schilder und der einsame Blümenkübel halten Autofahrer bislang nicht davon ab, verbotener Weise in die Fußgängerzone zu fahren und dort zu parken. Das soll sich ab Montag, 3. Juni, ändern.
Bisher wurden auf der Treptower Straße lediglich ein paar Gehwegplatten beim Absperrventil der Wasserleitung entfernt.
Bisher wurden auf der Treptower Straße lediglich ein paar Gehwegplatten beim Absperrventil der Wasserleitung entfernt.
Neubrandenburg.

„Es tut sich hier einfach nichts“, schimpft ein aufgebrachter Rentner und deutet auf fünf Autos, die am Samstag dicht hintereinandergereiht in der Fußgängerzone der Treptower Straße von Neubrandenburg parken. Dabei weisen an der Einfahrt große Schilder ausdrücklich darauf hin, dass der Abschnitt südlich des Marktplatz-Centers lediglich vom Lieferverkehr zu festgelegten Zeiten befahren werden darf.

„Aber es hält sich niemand daran. Unter der Woche biegen die Autos im Minutentakt von der Dümperstraße hier in die Fußgängerzone ein. Die Fahrer sind in meinen Augen entweder zu bequem oder wollen Parkgebühren sparen“, meint der Neubrandenburger kopfschüttelnd.

Lösung gefunden

Um das zu unterbinden, sind in den vergangenen zwei Jahren auf Initiative der Stadtvertretung schon etliche Möglichkeiten diskutiert und ebenso viele wieder verworfen worden. Die Debatten zwischen Betriebsausschuss, Stadtverwaltung und Planern zogen sich immer mehr in die Länge. Im Mai dieses Jahres wurde nun endlich eine Lösung gefunden, die alle Seiten zufriedenstellen konnte.

Das Umgestaltungskonzept der Stadt sieht vor, die Einfahrt zur Fußgängerzone mit Pollern auf eine Durchfahrtbreite von vier Metern zu verengen. Zudem soll eine neue Pflasterung, die das Gehwegband der Dümperstraße fortsetzt, verdeutlichen, dass dieser Abschnitt nur den Fußgängern vorbehalten ist.

Arbeiten werden am 3. Juni fortgesetzt

Am 15. Mai wollte man mit den notwendigen Umgestaltungsmaßnahmen beginnen. „Bauarbeiter sucht man hier seitdem aber vergebens. Auf der rechten Seite der Einfahrt zur Fußgängerzone wurde lediglich eine ganz kleine Fläche abgesperrt, um einige Gehwegplatten zu entnehmen. Mehr ist bislang leider nicht passiert“, so der entrüstete Senior, der mit seiner Meinung nicht allein dasteht.

In der vergangenen Wochen klingelte auch in der Neubrandenburger Lokalredaktion des Nordkurier regelmäßig das Telefon, weil viele Neubrandenburger wissen wollten, wann es in der „meistbefahrensten Fußgängerzone“ der Stadt endlich vorangeht. Doch auch wenn am Wochenende von den angekündigten Bauarbeiten noch nicht viel zu sehen war, sollten Autofahrer nicht denken, dass sie weiterhin bis vor die Ladentür fahren können, heißt es vonseiten der Stadt.

Denn ab Montag, 3. Juni, sollen die Arbeiten durch die Neubrandenburger Straßen- und Tiefbau GmbH (NST) fortgesetzt werden. Zunächst steht die Verlegung der unterirdischen Entwässerungsleitungen an, teilt Anett Seidel auf Nordkurier-Anfrage mit.

Schwierigkeiten mit Materiallieferungen

„Mit den Bauvorbereitungen wurde zwar planmäßig begonnen, jedoch gab es Schwierigkeiten bei der Bestellung der benötigen Materialien“, so die Stadtsprecherin. Das sei mittlerweile häufig der Fall, so auch bei den Arbeiten, die derzeit an der 2. Ringstraße stattfinden. Im Moment werde eben nicht nur in der Viertorestadt viel gebaut. Die hohe Nachfrage führe dazu, dass bei Ausschreibungen die Angebote weit über den zuvor veranschlagten Kosten lägen. „Das ist leider zu einem generellen Problem geworden“, betont Anett Seidel.

Für die bauliche Umgestaltung der Fußgängerzone sind nach jetzigem Stand rund 7500 Euro eingeplant. Trotz leichter Verzögerung hält die Stadtverwaltung an ihrem selbst gesetzten Zeitplan fest. Die Umgestaltung der Treptower Straße soll voraussichtlich bis Ende Juni vollzogen sein. Sollten sich Autofahrer künftig dennoch in der Fußgängerzone „verirren“, werde das Ordnungsamt wie gehabt auch weiterhin kontrollieren und Falschparker mit einem Knöllchen bestrafen, heißt es aus dem Rathaus.

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Kommentare (5)

Man könnte ja auch große Schilder aufstellen und auf die Durchfahrtsbreite hinweisen. Das ist doch viel billiger als Poller. Nachmessen wird das bestimmt kein Autofahrer.

Fußgänger hätten seit vielen Jahren die Mitte der Fußgängerzone nutzen können. Sie tun es nicht, weil die Fußgängerzone viel zu breit und ohne Reiz. Die Ausrede, es fahren Fahrzeuge dort greift nicht, weil Fahrzeughalter hier keine Fahr- oder Aufenthaltsrechte durchsetzen können. Was hindert die regelmäßigen Anrufer die Mitte dieser Fußgängerzone zu nutzen?

wenn Sie kurz inne halten und nur ganz kurz überlegen, wird es Ihnen einfallen. Bitte dies das nächste mal probieren bevor Sie solchen Unsinn schreiben. Aber ich kann es Ihnen sagen, bevor Ihnen der Kopf platzt. Der geneigte Fußgänger ist es gewohnt ohne sein "Revier" gegenüber Eindringlingen verteidigen zu müssen, zu flanieren. Weil das Ordnungsamt hier so nachlässig kontrolliert, ergibt sich hier die Situation des "Der Stärkere gewinnt". Und deshalb wird kein Fussgänger den "Mittelstreifen" dauerhaft begehen. Ihre Gedankenkette würde ja unterstellen, dass ich auf einer sehr sehr wenig befahrene Strasse auch einfach mit dem Fahrrad auf der Mittellinie fahren kann, wenn ich die Chuzpe habe mich dem Auto zu stellen. Beste Grüße

Als Stadtvertreter bin ich über die engen Baukapazitäten in NB im Bilde. Aber das Ordnungsamt müsste zur Aufrechterhaltung der Strassenverkehrsordnung und d e r Glaibwürdigkeit der Ratsbeschlüsse mit Mann und Maus ausrücken. Wer soll hier an der Nase geführt werden?

Es zeigt sich immer wieder: "Wie der Herr - so das Gescherr!" Was will man denn von dem unordnentlichen Ordnungsamt der Stadt erwarten? Nichts, einfach gar nichts.........