Der Rewe-Markt in Friedland sammelte Pfandbons – das Geld sollte an die Jugendwehr der Stadt gehen. Dann entschied man s
Der Rewe-Markt in Friedland sammelte Pfandbons – das Geld sollte an die Jugendwehr der Stadt gehen. Dann entschied man sich beim Supermarkt aber anders. Daniel Bockwoldt
Künftig sollen die Spenden aus dem Markt in Friedland an den TSV gehen. Doch was ist aus dem bislang gesammelten Geld gew
Künftig sollen die Spenden aus dem Markt in Friedland an den TSV gehen. Doch was ist aus dem bislang gesammelten Geld geworden? Tim Prahle
Künftig sollen die Spenden aus dem Markt in Friedland an den TSV gehen. Doch was ist aus dem bislang gesammelten Geld gew
Künftig sollen die Spenden aus dem Markt in Friedland an den TSV gehen. Doch was ist aus dem bislang gesammelten Geld geworden? Tim Prahle
Spenden

Gespendete Pfand-Bons – Ärger um Rewe-Aktion

Jahrelang konnten die Friedländer im Rewe-Markt ihr Pfand zugunsten der Feuerwehr spenden. Nun wechselte der Markt zum TSV Friedland – doch offenbar ohne die Feuerwehr auszuzahlen.
Friedland

Sogenannte Pfandbon-Spenden können eine praktische Sache sein. Anstatt die meist kleinen Beträge an der Kasse einzulösen, haben Kunden die Möglichkeit, den Beleg einfach in eine Box zu werfen und damit Gutes zu tun. Viele Discounter und Supermärkte bieten diese Möglichkeit, darunter auch der Rewe-Markt in Friedland. Jahrelang konnten die Kunden hier für die Jugendfeuerwehr spenden.

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Wo sind die Spenden hin?

„Das war immer eine tolle Sache, wir konnten gerade Kinder aus sozial schwächeren Familien bei Ausflügen und anderen Geschichten unter die Arme greifen“, sagt Robin Fröhlich, Jugendwart der Feuerwehr. Vor Beginn der Pandemie seien es knapp 600 Euro „Pfandgeld“ gewesen. Seither wurde eifrig weitergesammelt. „Wir haben natürlich Freunden und Bekannten gesagt, dass sie ihr Bons da gerne abgeben können“, so Fröhlich. Die Vorfreude auf die Auszahlung einer packevollen Pfand-Spendenbox war groß.

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Rewe nennt plötzlich neuen Partner

Doch die Überraschung vor wenigen Tagen war noch größer. Plötzlich war nicht mehr die Jugendwehr, sondern der TSV Friedland Begünstigter der Spendenaktion. Doch was ist mit dem Geld aus der vollen Spendenbox passiert? Das landete nach Informationen der Marktleitung schon beim TSV. Der Sportverein kann dies auf Anfrage allerdings noch nicht bestätigen. „Grundsätzlich haben wir uns aber gefreut, als Rewe an uns herangetreten ist“, sagt Geschäftsstellenleiterin Sabine von Ahsen. Natürlich könne der Verein das Geld gut gebrauchen. Mehr ließe sich von TSV-Seite zur Thematik nicht sagen, die Spendenverwaltung liege bei der Marktleitung.

Die Feuerwehr wiederum hat von dem Geld, das über zwei Jahre in Form von Pfandbons gesammelt wurde, nichts gesehen. „Da haben auch schon einige bei uns nachgefragt, die explizit für uns die Bons reingeworfen haben“, betont der Feuerwehr-Jugendwart. Darüber seien einige ganz schön sauer, auch beim Nordkurier meldeten sich Leser, die sogar von „Spenden-Betrug“ sprachen.

Was sagt die Supermarkt-Kette zu all dem Ärger?

Die Antworten der Rewe-Pressestelle auf eine Nordkurier-Anfrage lassen die Missstimmung nicht wirklich verebben. Das Friedländer Rewe-Team habe sich „in Absprache mit der örtlichen Feuerwehr“ dazu entschieden, den Sportverein zu unterstützen. Eine Aussage, die von den Wehr-Verantwortlichen entschieden zurückgewiesen wird. Und auch die Begründung für den Wechsel des Begünstigten wirkt rätselhaft. „Im Zuge des aktuell herrschenden Ukraine-Krieges hat der TSV Friedland in seiner Sporthalle eine Erstaufnahmeeinrichtung für geflüchtete Ukrainer:innen eingerichtet“, teilt der Rewe-Konzern mit. Wahr ist das nicht. Der TSV besitzt in Friedland gar keine Sporthallen, wie auch Sabine von Ahsen bestätigt. Eigentümerin ist die Stadt Friedland, die Einrichtung der Notunterkünfte wurde von der Verwaltung, vielen Freiwilligen und – ausgerechnet – den Feuerwehrkameraden bewerkstelligt.

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Doch Robin Fröhlich bleibt dabei: „Der TSV hat es ebenso verdient“, betont er. Doch dass die Friedländer Einwohner zwei Jahre bei Rewe für die Jugendwehr spenden und diese nichts davon sieht, sei schon ein starkes Stück.

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