SELTSAME GEBILDE IN NEUBRANDENBURG

Gespenstische Gespinste spinnen Bäume ein

Gefährlich? Eklig? Die Hände davon lassen? Besonders in der Nähe des Reitbahnsees und auf dem alten Bahndamm hinter dem Vogelviertel ziehen von weißen „Teppichen“ zugedeckte Bäume Neugierige an.
Eingemottet und bald kahl: Ein von Raupen der Gespinstmotte befallener Baum am alten Bahndamm zwischen Vogelviertel und Reitbahnweg. 
Eingemottet und bald kahl: Ein von Raupen der Gespinstmotte befallener Baum am alten Bahndamm zwischen Vogelviertel und Reitbahnweg. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Ein Anblick wie in einem gespenstischen Märchenwald bereitet manchem Neubrandenburger Sorge. Kahle oder fast kahle Bäume und Sträucher, zugedeckt von schneeweißen Netzen, besonders im Norden der Stadt und in der Umgebung des Reitbahnsees ist das Naturphänomen in diesen Tagen zu beobachten.

Eine Gefahr indes geht von diesen Gebilden nicht aus. „Hier haben Gespinstmotten ihre Eier auf ausgewählten Bäumen abgelegt“, sagt der Biologie-Lehrer des Neubrandenburger Einstein-Gymnasiums, Karsten Lembke. Die geschlüpften Raupen fressen die Bäume oder Sträucher kahl, seilen sich dann in die Erde ab, um hier zu verpuppen und sich auf ihr zweites Leben als Schmetterling vorzubereiten. Das Gespinst rings um die Raupen schützt die kriechenden Tiere vor Fressfeinden. „Aber die sind nicht giftig“, beruhigt der Experte.

Regional unterschiedlich würden die Gepinstmotten immer wieder gehäuft auftreten – wie jetzt in Neubrandenburg. „Aber in ein paar Wochen ist Schluss mit dem eingemotteten Neubrandenburg“, so Lembke. Kein Vergleich mit dem Eichenprozessionsspinner, der besonders im südwestlichen Mecklenburg gefürchtet ist. Dessen Härchen verteilen bei Berührung ein Nervengift – sehr unangenehm. Der Prozessionsspinner wird daher auch regelmäßig mit Insektiziden aus der Luft bekämpft.

Dafür besteht bei den Gespinstmotten kein Anlass. Selbst die „angegriffenen“ Bäume und Sträucher seien nicht gefährdet, erklärt der Neubrandenburger Baumgutachter Neidhardt Krauß. Der Diplom-Biologe sagt, Bäume würden für den Notfall immer noch Reserveknospen bilden. „Wenn der Baum aus welchen Gründen auch immer seine Blätter verliert, treiben die Knospen aus.“ Sind die Raupen in wenigen Wochen alle in der Erde verschwunden, würden die Bäume bald wieder in voller grüner Pracht stehen.

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