STAATSANWALTSCHAFT

Getöteter Einbrecher soll Polizist mit Reizgas attackiert haben

Kurz bevor ein Polizist in Neubrandenburg einen Einbrecher erschossen hatte, griff ihn dieser mit Reizgas an. Das ergaben neue Ermittlungen.
dpa
Der Tatort am Juri-Gagarin-Ring in Neubrandenburg
Der Tatort am Juri-Gagarin-Ring in Neubrandenburg Felix Gadewolz
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Neubrandenburg.

Der Polizist, der vor wenigen Tagen einen mutmaßlichen Einbrecher in Neubrandenburg erschossen hat, ist zuvor mit Reizgas attackiert worden. „Das Reizgas wurde durch den Getöteten gegen den Beamten eingesetzt”, sagte die Sprecherin der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft, Beatrix Komning, am Montag. Das hätten die bisherigen Ermittlungen ergeben. Der 32 Jahre alte Polizist sei durch den Angriff verletzt, das Gasbehältnis beim Getöteten gefunden worden.

Der 27 Jahre alte Berliner türkischer Abstammung war in der Nacht zu Donnerstag mit zwei Komplizen bei einem Einbruch in einem Döner-Imbiss von Beamten überrascht worden. Zuvor hatte es einen Zeugenhinweis gegeben. Bei der Festnahme in der Neubrandenburger Oststadt kam es zu der Auseinandersetzung. Dabei wurde der Berliner am Oberkörper getroffen. Er starb kurze Zeit später im benachbarten Klinikum an den Verletzungen.

Offenbar haben die Einbrecher Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Am Wochenende sprach ein Mann aus Berlin Drohungen gegen den Neubrandenburger Polizisten aus.

Ermittlungen werden noch dauern

Die beiden 27 und 40 Jahre alten anderen Tatverdächtigen aus Berlin und Neubrandenburg wurden am Tatort festgenommen. Gegen sie wurden Haftbefehle erlassen. Die Ermittlungen würden noch längere Zeit dauern, sagte Komning. Es werde geprüft, ob der Reizgasangriff eine Notwehr mit Schusswaffe rechtfertige. Bei den Verhafteten waren mehr als 30.000 Euro Bargeld gefunden worden. Was die Männer ausgerechnet zu dem Imbiss führte, lässt die Ermittler noch rätseln.

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